Suchen

E-CAD Wie Vorplanung das Engineering verbessert

| Redakteur: Dipl.-Ing. (FH) Monika Zwettler

Von der Idee bis zum Produkt – das ist insbesondere im Maschinen- und Anlagenbau ein langer Weg, der über unterschiedlichste Projektphasen läuft. Dabei fristet die Vorplanung vielfach ein Schattendasein. Eigenentwickelte Datenbanklösungen und reine Grafik-Systeme bieten nur unzureichende Unterstützung für einen durchgängigen Prozess. Was braucht also ein universelles System, damit der Prozess durchgängig wird?

Firmen zum Thema

Integriertes Engineering von der Vorplanung bis zum Basic Engineering.
Integriertes Engineering von der Vorplanung bis zum Basic Engineering.
(Bild: Eplan)

Das Engineering ist heute geprägt durch die Vorgabe von Standards und Normen, die sich jedoch in erster Linie auf Aufgabenstellungen in Projektphasen wie Detail-Engineering oder Ausführungsplanung konzentrieren. Referenzkennzeichen für Bauteile und Vorgaben für Fertigungsunterlagen sind sehr detailliert über Normen und Standards definiert. So sind z.B. das Aussehen und die Inhalte von Schaltplänen für Elektro- und Fluidtechnik durch entsprechende Normen konkret vorgegeben und auch das interdisziplinäre Zusammenwirken über mechatronisch orientierte Referenzkennzeichen ist geregelt. In den frühen Planungsphasen allerdings verliert sich die Spur von eindeutigen Vorgaben und Standards recht schnell. Wann werden in der Vorplanung welche Informationen erfasst? Wie sind Eigenschaften und Informationen konkret zu benennen? Wie können bereits im Prozess der Vorplanung Engineeringdaten erfasst und dokumentiert werden?

Diese Fragenstellungen sind in vorplanungslastigen Industrien und Branchen wie der Gebäudeautomatisierung oder MSR-Technik über Standards zumindest teilweise definiert. Auf Basis dieser Vorgaben wurden Speziallösungen geschaffen, die in der konkreten Branche gute Dienste leisten. Allgemeingültige Ansätze und dazu passende Systeme, die aufgrund einer eher generischen Natur auch in der Breite der Aufgabenstellungen im allgemeinen Maschinen- und Anlagenbau eingesetzt werden können, sind rar. Diese Spezialwerkzeuge lassen sich häufig nicht für allgemeine Planungsansätze verwenden, da sie nur für spezielle Workflows oder Datenstrukturen gelten.

Bildergalerie

Verschiedene Ansätze der Planer

Was also, wenn ein allgemeines, universelles Planungswerkzeug benötigt wird? Dem Ideenreichtum von Ingenieuren sind hier kaum Grenzen gesetzt. Selbst eine kleine Datenbank entwickeln ist häufig die erste Idee, wenn es um das Sammeln von Daten geht. Ein Mitarbeiter entwickelt beispielsweise eine exakt auf die individuellen Bedürfnisse angepasste Datenbank-Konfiguration. Diese muss er künftig pflegen und mit der Zeit wird aus der kleinen Datenbank eine immer umfassendere Lösung. Häufig endet diese Eigenkreation in einem Datengrab, das nicht mehr gepflegt werden kann und aufgrund der Komplexität nicht mehr zum Einsatz kommt. Die Folge dieser Eigenkreation: Es muss wieder ein neues System aufgesetzt werden.

  • Excel ist aktuell das am häufigsten genutzte System, um Engineering-Daten zu sammeln, sofern keine eigene Datenbank-Lösung entwickelt wird. Bereits mit Bordmitteln bietet die Tabellenkalkulation einige Möglichkeiten, um Informationen übersichtlich zu erfassen, zu verwalten und auch kontinuierlich zu detaillieren. Doch bei der Weitergabe in nachgelagerte Projektphasen wie Detail-Engineering und Fertigung stoßen die betrachteten Lösungsansätze häufig an ihre Grenzen. Vielfach werden Tabellen nur ausgedruckt übergeben. Anschließend werden die Daten nicht weiter gepflegt und veralten. Die Projekteure übernehmen die Informationen in der Regel manuell in die Engineering-Werkzeuge, die im Detail-Engineering zum Einsatz kommen.
  • Ein weiterer Ansatz zur Projektierung in der Vorplanung ist der Einsatz von Grafik-Tools (reine CAD-Systeme, Visio), mit denen grafische Übersichten als Planungsgrundlage erstellt werden. Die hier hinterlegten Informationen stehen dann als Zeichnung allen Projektbeteiligten zur Verfügung. Leider gestaltet sich auch hier die Weitergabe der Informationen ins Detail-Engineering als aufwendig. Häufig nutzen Automatisierer einen Ausdruck aus der Mechanik, um ihre Komponenten einzuzeichnen und so zumindest einen Überblick über die Maschinen-/Anlagentopologie zu bekommen.

Artikelfiles und Artikellinks

(ID:42546358)