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Wie Vorplanung das Engineering verbessert

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Das ideale Vorplanungssystem

Alle genannten Methoden haben den Nachteil, dass die in den jeweiligen Systemen erfassten Informationen in den nachgelagerten Planungsphasen nicht wiederverwendet werden. Die Folge ist ein entscheidender Bruch in der Datendurchgängigkeit. Was aber sind die konkreten Anforderungen an Systeme und Lösungen, die das Projektieren in der allgemeinen Vorplanung erleichtern würden?

Ohne Zweifel: Auch in der Vorplanung müssen Daten erfasst, dokumentiert und verwaltet werden. Potentielle Systeme benötigen eine große Flexibilität und sollten unterschiedlichste Planungsmethoden gleichberechtigt unterstützen. Das gilt für grafische Planungsansätze genauso wie für tabellen- oder eher strukturorientierte Arbeitsweisen. Idealerweise kann im System je nach Status oder Anforderung beliebig zwischen den Methoden gewechselt werden oder auch parallel in den unterschiedlichen Sichtweisen projektiert werden.

Wichtig ist auch die Offenheit zum Datenaustausch, um beispielsweise Aktor-/Sensorlisten, Motor- und Komponentenlisten oder Signallisten aus ersten Konzeptphasen einzubinden. Ebenso müssen einmal im System erfasste Daten exportiert, ergänzt, verändert und wieder importiert werden können. Nur dann ist ausreichend Flexibilität im Datenhandling und in den Arbeitsabläufen vorhanden. Durch Ex- und Import von neutralen Formaten können auch Abteilungen und Bereiche mit einbezogen werden, die nicht auf dem Vorplanungssystem aufsetzen.

Ergänzendes zum Thema
Nachgefragt: Wie ist die Vorplanung in die Software von Eplan integriert?

Thomas Michels, Leiter Produktmanagement: „Mit dem Modul Eplan Preplanning sind das Thema Vorplanung wie auch andere Disziplinen in gewohnter Weise nahtlos in die Eplan-Plattform integriert. Als optionales Erweiterungsmodul oder demnächst auch als Stand-Alone-Lösung bietet Eplan Preplanning umfassende Möglichkeiten, bereits in einer frühen Projektphase Maschinen- und Anlagendaten in der Eplan-Plattform zu erfassen und zu verwalten. Neben der manuellen Erstellung von ersten Strukturen oder grafischen Ansichten können auch vorhandene Daten in Form von Sensor-/Aktorlisten, Signal- oder Messstellenlisten auf einfache Art und Weise importiert werden. Einmal in Eplan erfasst, können die Daten sukzessive ergänzt, tabellarisch bearbeitet und dann konsequenterweise in der Detailplanung weiter verarbeitet werden. So ergibt sich aus der Vorplanung über das Basic Engineering bis hin zur Detailplanung und Fertigungsintegration ein nahtloser Datenfluss über den gesamten Engineering-Prozess in der Automatisierungstechnik des Maschinen- und Anlagenbaus.“

Individuelle Konfiguration

Ergänzend zur Flexibilität in Bezug auf die Arbeitsweise muss ein ideales Vorplanungssystem vor allen Dingen die Möglichkeit bieten, interne Datenstrukturen und verwaltete Eigenschaften individuell zu konfigurieren. Nahezu jedes Unternehmen hat für Objekte und Eigenschaften in der Vorplanung unterschiedliche Begriffe und Definitionen. Nur wenn das Vorplanungssystem diese nahezu 1:1 abbilden kann, wird es sich im Prozess etablieren. Das spielt insbesondere eine wichtige Rolle, wenn vorhandene Daten per Import übernommen werden sollen. Dann kann in der Tat ein 1:1-Mapping erfolgen und Anwender finden sich in ihrer eigenen „Welt“ wieder – kennen also die Bedeutung und die Inhalte aller Eigenschaften und Objekte.

Die wichtigste Anforderung an ein universelles Vorplanungssystem ist jedoch die Möglichkeit, Daten auch in unterschiedlichen Umfängen und insbesondere auch unvollständige Informationen erfassen und verwalten zu können. Wenn es z.B. zu einem Förderbandantrieb zunächst einmal nur einen Platzhalter geben soll, der nach etablierter Nomenklatur die Bezeichnung ‚Bandantrieb Typ A‘ trägt, dann muss das System diese grundlegende Information verarbeiten können. Sukzessive können später detailliertere Informationen hinzugefügt werden, bis der Antrieb im Sinne der Vorplanung vollständig beschrieben ist. Ob diese Informationen durch erneuten Import, durch Zuweisung einer Aggregatvorlage oder eben durch manuelle Ergänzung hinzukommen, ist dann abhängig von der individuellen Arbeitsweise des Projektierers.

Ganzheitliche Lösung

Idealerweise ist das Vorplanungssystem Teil einer ganzheitlichen Engineering-Lösung. Dann können bereits in der Vorplanung – der frühesten Projektphase – erste Daten erfasst werden, Schritt für Schritt ausdetailliert werden und ab einem bestimmten Reifegrad in das Detail-Engineering durchgereicht werden. Werden z.B. Vorplanungsobjekte je nach Ausprägung mit einer Stromlaufplan- oder Fluidplan-Vorlage versehen, kann dieser Plan gegebenenfalls sogar automatisch erstellt werden. Durch die Integration der Planungsdaten in den gesamten Engineering-Prozess sind die Daten auch Bestandteil der Gesamtdokumentation und können somit in späteren Lebenszyklen der Maschine oder Anlage sinnvoll genutzt werden.

Thomas Michels, Leiter Produktmanagement: „Mit dem Modul Eplan Preplanning sind das Thema Vorplanung wie auch andere Disziplinen in gewohnter Weise nahtlos in die Eplan-Plattform integriert.“
Thomas Michels, Leiter Produktmanagement: „Mit dem Modul Eplan Preplanning sind das Thema Vorplanung wie auch andere Disziplinen in gewohnter Weise nahtlos in die Eplan-Plattform integriert.“
(Bild: Eplan)

Die Vorplanung ist der klassische Einstieg ins Engineering einer Maschine oder Anlage. In die Software Eplan ist diese Disziplin jetzt integriert, sodass Anwender frühzeitig Informationen zum Aufbau und Mengengerüst erfassen können. Dazu gehören grafische Übersichten, Platzhalter für Funktionen, erste Mengengerüste für Antriebe, Sensoren und SPS-Ein-/Ausgänge oder auch Stücklisten zur Kalkulation. Die darauffolgende Schaltplanerstellung und Detaillierung der Anlage bedient sich dieser umfassenden Daten – ohne Neueingabe oder Übertragung aus anderen Systemen. Anwender profitieren von einem sehr einfachen Einstieg in diese neue Planungsmethodik auf Basis der Eplan Plattform 2.3. Mit diesem Plus an Integration steigern sie ihre Datendurchgängigkeit und Projektqualität - der Aufwand im Produktentwicklungsprozess sinkt. (mz)

Hannover Messe 2014: Halle 7, Stand D18

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