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Klemmleisten

Wie vorkonfektionierte Klemmenleisten den Schaltanlagenbau erleichtern

| Autor/ Redakteur: Daniel Diekmann / Dipl.-Ing. (FH) Sandra Häuslein

Die Firma Ritter Starkstromtechnik setzt vorkonfektionierte Klemmleisten von Phoenix Contact ein und spart damit Zeit und Geld. Details zum gesamten Projekt lesen Sie hier.

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Vorkonfektionierte Klemmenleisten in den Schaltanlagen von Ritter Starkstromtechnik: Weil fertig bestückte Tragschienen vor Ort nur noch angeschlossen werden, erübrigen sich zahlreiche Arbeitsvorgänge.
Vorkonfektionierte Klemmenleisten in den Schaltanlagen von Ritter Starkstromtechnik: Weil fertig bestückte Tragschienen vor Ort nur noch angeschlossen werden, erübrigen sich zahlreiche Arbeitsvorgänge.
(Bild: Phoenix Contact)

Nieder- und Mittelspannungsanlagen werden meist in kompakter Bauweise individuell gefertigt – die elektrotechnischen Verbindungen müssen dann zeitintensiv verdrahtet werden. Obwohl die Anforderungen an den Schaltschrankbau in der Energiebranche stetig steigen, erzielt die Dortmunder Firma Ritter Starkstromtechnik hier erhebliche Einsparungen, denn die Klemmenleisten werden bei Phoenix Contact vorgefertigt.

Die Ritter Starkstromtechnik GmbH & Co. KG fertigt in Olfen unweit vom Hauptsitz in Dortmund kompakte Schaltanlagensysteme für typgeprüfte Nieder- und Mittelspannungsanlagen bis 36 kV und einer Kurzschlussfestigkeit bis 50 kA in Standard- und Sonderausführungen. Hinzu kommen Elektroinstallationen, Schaltgeräte für die Anlagenleittechnik sowie Schutz- und Automatisierungslösungen. Die Unternehmensgruppe fungiert dabei als Generalunternehmer mit einem umfassenden Dienstleistungskonzept.

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Platzsparendes Verdrahtungskonzept

Flexibilität hat dabei einen hohen Stellenwert – seit mehr als acht Jahrzehnten stellen die Spezialisten von Ritter Starkstromtechnik kundenspezifische Lösungen für den Energiesektor und die Bahnindustrie bereit. Auch für den Datenaustausch der Prozess-, Fernwirk- und Stationsleittechnik sowie für das Energiemanagement und die Gebäudeleittechnik bietet das Unternehmen passende Lösungen. Die platzsparenden und zertifizierten Schaltanlagen sind für eine hohe Zuverlässigkeit und Verfügbarkeit im weltweiten Einsatz konzipiert.

„Eine entscheidende Rolle auf der Sekundärseite im Schaltschrank spielt die richtige Aufteilung der Platzverhältnisse und die Anordnung der Komponenten“, erläutert Reiner Eckmann, Technischer Leiter im Werk für Schaltanlagen in Olfen. „Alle anlagenrelevanten Meldungen und Befehle werden in der Niederspannungsnische der kompakten Schaltzellen verdrahtet“. Aus diesem Grund setzen die Fertigungsplaner im Sekundärbereich auf ein schmales und individuell einsetzbares Verdrahtungskonzept. Ritter Starkstromtechnik hat sich hier für das Reihenklemmensystem Clipline complete von Phoenix Contact entschieden. „Das platzsparende System deckt die vier wichtigsten Leiteranschlusstechniken ab - Schraub-, Zugfeder-, Push-in- und Schnellanschlusstechnik“, berichtet Eckmann weiter. „Außerdem bietet uns das System ein einheitliches Zubehörprogramm. Damit können wir nicht nur schnell und einfach auf Kundenwünsche reagieren, sondern auch unsere Lagerhaltung minimieren.“

Veranstaltungstipp

Auf dem Anwenderforum Relaistechnik erklären Experten in Best-Practice-Bespielen die Realisierung von Schaltaufgaben in Maschinen, Geräten, Systemen oder bei der Prozessteuerung vor. Darüber hinaus werden Besonderheiten spezieller Relais betrachtet und die Relaisentwicklungen im Kontext zu Smart Grid, Energy Storage, Smart Home und Automotive aufgezeigt.

Schaltanlagen optimieren

Seit über 50 Jahren fertigt Ritter Starkstromtechnik die Schaltanlagen mit den elektrischen Verbindungskomponenten von Phoenix Contact. Vor gut 20 Jahren entschied sich das Unternehmen, die Klemmenleistenfertigung an den Klemmenleisten-Service von Phoenix Contact abzugeben. Bis heute bezieht das Unternehmen individuell bestückte Fertigklemmenleisten. „Wir mussten den Schaltanlagenbau vereinfachen und dabei die Prozesse standardisieren, um dem hohen Kostendruck gewachsen zu sein“, erklärt Eckmann. „Dabei war die Abkehr von der manuellen Klemmenleistenfertigung ein entscheidender Schritt – diese Art der Fertigung war nie ganz fehlerfrei und zudem zeitintensiv.“ Im üblichen Arbeitsablauf wurden alle Einzelteile aufwendig bestellt, eingelagert, kommissioniert und montiert.

Dagegen wird beim inzwischen optimierten Vorgehen nur noch die vollständig montierte Klemmenleiste unter einer Artikelnummer bestellt. Aufwände in der Material- und Lagerwirtschaft sowie in der Montage werden so verringert und es entstehen freie Kapazitäten im Fertigungsprozess.

Daher erfolgt die Verdrahtung der Schaltanlagen heute überwiegend mit Fertigklemmenleisten von Phoenix Contact. „Wir konnten die Effizienz unserer Fertigung enorm steigern und spürbare Verbesserungen bei Qualität und Sicherheit erzielen“, begründet Eckmann seine Fertigungs-strategie. „Weil wir die Klemmenleisten auftragsgebunden bestellen, können wir auch bis zuletzt auf Änderungswünsche unserer Kunden reagieren. Die vollständig konfektionierten Leisten stehen unserer Fertigung dann in wenigen Tagen zur Verfügung.“ Für wiederkehrende Projekte wurden Klemmenleisten-Standardtypen zusammen mit Phoenix Contact erstellt.

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Software unterstützt von der Planung bis zum fertigen Schaltschrank

Die Software Project complete vernetzt alle Prozessschritte – von der CAE-Projektierung bis hin zur Montage des fertigen Produkts.
Die Software Project complete vernetzt alle Prozessschritte – von der CAE-Projektierung bis hin zur Montage des fertigen Produkts.
( Bild: Phoenix Contact )

Intuitive Projektierung, intelligente Funktionen und eine individualisierbare Benutzeroberfläche: Die neue Software Project complete ist ermöglicht eine einfache Planung von Klemmenleisten und die unkomplizierte Erstellung der dazugehörigen Markierungen. Dabei vernetzt die Software alle Prozessschritte – angefangen bei der CAE-Projektierung bis hin zur Montage des fertigen Produkts:

  • Zwei Software-Bestandteile mit einer intuitiv bedienbaren Benutzeroberfläche
  • Integration durch optimierte Schnittstellen zu allen gängigen CAE-Programmen und Tabellenkalkulationsformaten
  • Schnelle und unkomplizierte Bestellung von Klemmenleisten in Echtzeit durch direkte Anbindung an das Internet
  • Durchgängige Prozessunterstützung von der Planung bis zur fertig bestückten Tragschiene
  • Mit dem leistungsfähigen Template-Designer Kennzeichnungen nach eigenen Vorstellungen gestalten und vorhandene Materialbeschreibungen anpassen
  • Grafiken, Barcode-Typen und geometrische Figuren wie Rechtecke, Kreise und Linien zur Gestaltung sind aufrufbar

Clip Project reduziert Montagezeiten

Zur Projektierung der Klemmenleisten nutzt Ritter Starkstromtechnik die kostenlose Planungs- und Projektierungssoftware Clip Project – und zwar durchgängig von der CAE-Konstruktion bis hin zur Montage. Die Software umfasst alle hutschienen-montablen Produkte von Phoenix Contact – darunter neben Reihenklemmen auch Interface- und Stromversorgungsmodule, Überspannungsschutz-Bausteine sowie Automatisierungskomponenten. Alle Klemmenleisten von Ritter Starkstromtechnik werden in Clip Project projektiert und individuell standardisiert. Die im CAE-System erstellten Anlagen- und Stromlaufpläne sowie sämtliche Daten zu Klemmenpunkten und Markierungen lassen sich in die Software importieren. Eine integrierte Autokorrektur-Funktion erlaubt es, per Mausklick automatisch alle notwendigen Zubehörartikel – wie Endhalter, Brücken oder Abschlussdeckel – an der richtigen Stelle auf der Klemmenleiste einzufügen. Die Dokumente für die reibungslose und fehlerfreie Fertigung der Klemmenleisten bis hin zu den entsprechenden CAD-Daten in 3D werden von Clip Projekt kostenlos zur Verfügung gestellt. „Wir senden diese Daten auf Knopfdruck aus der Software direkt an den Klemmenleisten-Service von Phoenix Contact“, erläutert Eckmann den Prozess. „Ohne dieses optimierte Zusammenspiel an den entscheidenden Schnittstellen wäre es nicht möglich, Änderungswünsche bis zuletzt zu berücksichtigen.“

Als Hersteller spanender High-Tech-Schaltanlagen hat sich das Unternehmen Ritter Starkstromtechnik weltweit einen Namen gemacht. Nicht zuletzt wegen der Zeit- und Kostenersparnis im Schaltanlagenbau durch den Klemmenleisten-Service von Phoenix Contact.

Ein weiterer Grund ist die einfache und schnelle Push-in-Anschlusstechnik, die einen sicheren Leiteranschluss ohne Spezialwerkzeug ermöglicht. Ziel von Ritter ist es, im Rahmen der Standardisierung die gesamte Sekundärverdrahtung der Anlagen mit Push-in-Technik zu realisieren. Zudem ist künftig auch der Einsatz der neuen Planungs- und Markierungssoftware Project complete geplant.

Motek 2019: Halle 6, Stand 6315

* Daniel Diekmann, B.Sc. Wirt.-Ing., ist im Vertriebsmarketing Elektromechanik bei der Phoenix Contact Deutschland GmbH in Blomberg tätig.

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