Suchen

Wissensmanagement

Wie soziale Plattformen das Wissensmanagement erleichtern

| Autor/ Redakteur: Frank Schön / Monika Zwettler

Mehr als 80 % des Wissens eines Unternehmens stecken in den Köpfen seiner Mitarbeiter – und gehen verloren, wenn Mitarbeiter das Unternehmen verlassen. Um das zu verhindern, setzt Dätwyler auf soziale Plattformen.

Firma zum Thema

Die Weitergabe und das Weiterentwickeln von implizitem Wissen, das in den Köpfen der Mitarbeiter steckt, ist ein Schlüssel zum wirtschaftlichen Erfolg eines Unternehmens.
Die Weitergabe und das Weiterentwickeln von implizitem Wissen, das in den Köpfen der Mitarbeiter steckt, ist ein Schlüssel zum wirtschaftlichen Erfolg eines Unternehmens.
( Bild: gemeinfrei / CC0 )

„Wissen ist Macht”, heißt es. Für Unternehmen bedeutet Wissen vor allem Erfolg, denn Wissen ist wichtigster Treiber für Innovation und sichert Wettbewerbsvorteile. Die von Globalisierung, Digitalisierung und einer Informationsflut geprägte Welt macht es für Unternehmen zunehmend schwierig, kontinuierlich mit dem Wandel Schritt zu halten. Täglich entsteht neues Wissen und Prozesse verändern sich. Um ihren Erfolg dennoch dauerhaft sicherzustellen, benötigen Unternehmen Lösungen, mit denen sie die bestehende Expertise bestmöglich einsetzen und ausbauen können. Effektives Wissensmanagement, also das gezielte Entwickeln, Pflegen, Bündeln und Nutzen von Wissen, bildet einen wichtigen Grundstein für den Erfolg und die Wettbewerbsfähigkeit eines Unternehmens.

Bildergalerie

Wissen der Mitarbeiter prägt Unternehmensprozesse

Das Wissen der Mitarbeiter prägt maßgeblich sämtliche Prozesse in Unternehmen – von der Entwicklung, über die Produktion bis hin zur Vermarktung von Produkten. Die einfache Verfügbarkeit von Wissen für alle Mitarbeiter ist also letzten Endes geschäftskritisch für Unternehmen. Doch woher weiß ein Unternehmen, welcher Reichtum an Wissen in den Köpfen der Mitarbeiter steckt? Und wie kann dieses Wissen für den gezielten Erhalt und Ausbau des unternehmerischen Handelns eingesetzt werden?

Wissensmanagement ist der Schlüssel, denn dadurch:

  • tauschen Mitarbeiter Wissen und Informationen schneller und breiter aus, kombinieren es neu, lernen aus Erfahrungswerten von Kollegen und vermeiden so gleichartige Fehler;
  • nutzen Unternehmen Ressourcen optimal und vermeiden Mehraufwand;
  • entsteht ein für alle zugänglicher Pool an relevanten Informationen und Wissensträgern innerhalb einer spezifischen Community, der zu vereinfachten und schlanken Prozessen führt.;
  • wird das Onboarding für neue Mitarbeiter erleichtert und der Weggang von Kollegen besser abgefangen, ohne dass einem Unternehmen zu viel Fachwissen verloren geht;
  • entsteht ein offener und transparenter Austausch, der agile Arbeitsweisen und das Innovationspotential eines Unternehmens vorantreibt.

Wissen zielführend vernetzen und weiterentwickeln

Auch der Industriezulieferer Dätwyler strebt danach, Produkte und Dienstleistungen stetig zu verbessern, Prozesse zu optimieren und seinen Kunden immer die innovativsten und fortschrittlichsten Lösungen zu bieten. Dabei sind die wichtigsten Faktoren Erfahrungen und Fähigkeiten, die optimal ineinandergreifen, weshalb es auch für Dätwyler von Bedeutung ist, Wissen sinnvoll zu vernetzen und weiterzuentwickeln.

Als international tätiges Unternehmen mit einem weltweiten Standortnetz beschäftigt Dätwyler jedoch Mitarbeiter auf allen Kontinenten, die sich häufig nur im virtuellen Raum begegnen. Dadurch bleiben Wissen und Expertise oftmals im Verborgenen. Dätwyler ist sich somit der elementaren Bedeutung und des Mehrwerts effektiven Wissensmanagements bewusst und macht es zum Bestandteil täglicher Zusammenarbeit.

Weitergeben von impliziertem Wissen beugt Wissensinseln vor

Erfahrung und Expertise sowie die Fähigkeit, dieses Wissen mit anderen zu teilen, ist ein wertvolles Gut für jedes Unternehmen. Diese müssen daher eine Kultur des Wissensaustauschs und des kontinuierlichen Lernens schaffen. Die besondere Herausforderung liegt dabei in der Vermittlung von Erfahrungswissen oder auch implizitem Wissen. Anders als das explizite Wissen oder auch Faktenwissen, das in Dokumenten, Berichten oder Aufzeichnungen eindeutig dokumentiert werden kann, lassen sich Erfahrung, Kompetenz und gepflegte Kontakte einer Person schwerer festhalten und weitergeben.

Treibt man die Vermittlung von implizitem Wissen nicht voran, entstehen Wissensinseln, die die Zusammenarbeit erschweren und Prozesse deutlich verlangsamen. In einer VUCA-Welt – geprägt von Volatilität, Unsicherheit, Komplexität und Ambiguität – ein Risiko. Vielmehr müssen Unternehmen schnell, agil und flexibel auf Ereignisse reagieren können, um den Anschluss im internationalen Vergleich nicht zu verlieren.

Digitales Wissensmanagement bei Dätwyler

Dätwyler macht sich und seinen Mitarbeitern die Vorteile eines zunehmend digitalisierten Umfelds beim Wissensmanagement zunutze, um Wissensinseln aufzubrechen und das große Potenzial der Mitarbeiter global auszuschöpfen, auch mit Blick auf die Innovationsfähigkeit des Unternehmens.

Dätwylers Unternehmensbereich R&D and Innovation beschäftigt sich intensiv mit dem Thema digitales Wissensmanagement als Basis für Innovation. Ziel ist es dabei, Wissen und Wissensträger in einem globalen Unternehmen optimal zu nutzen und zu vernetzen. Damit jeder im Unternehmen von dem vorhandenen Wissen profitieren kann, benötigt es eine Strategie und entsprechende Prozesse zum Wissensaustausch.

Nutzer-orientierte Communities sorgen für Informationsfluss

Dätwyler ist überzeugt, dass Social Software verbindet. Das Unternehmen setzt deshalb auf Nutzer-orientierte Communities für einen barrierefreien Informationsfluss und nutzt kollaborative Plattformen zum Wissensaustausch. Der Austausch auf sozialen Plattformen und die Prinzipien des Wissensmanagements konvergieren in vielen Aspekten. So gilt in beiden Bereichen, dass Wissensaustausch von Freiwilligkeit lebt.

Mehrwert durch Austausch

Angewendet wird das digitale Wissensmanagement bei Dätwyler mit der Nutzung einer sozialen Plattform. In gezielt zusammengestellten Teams tauschen sich Mitglieder aus, fragen Wissen ab, stellen es zur Verfügung und können sich weiterentwickeln. Als Pilotprojekt begann Dätwyler mit der Vernetzung seines Bereichs Global R&D – dazu gehören acht Teams und mehr als 60 Personen an zehn Standorten in Europa, Amerika und Asien.

Mittlerweile wird das Wissensmanagement per sozialer Plattform jedoch abteilungsübergreifend ausgeweitet. Ein auf die jeweilige Gruppe abgestimmtes Konzept stellt dabei sicher, dass ein toleranter Austausch stattfindet. Ein Community-Manager sorgt für einen regen Austausch in der Gruppe und moderiert Diskussionen. Gruppenmitglieder können offen Fragen stellen, Beiträge liefern, relevante Informationen aus dem globalen Netzwerk gewinnen und neu kombinieren. Mitarbeiter ziehen Mehrwert aus dem Austausch, das Unternehmen steigert den Unternehmenswert, und die Kunden profitieren von verbreiterter Expertise und innovativen Lösungen.

Vorteile nutzergenerierten Inhalts transparent machen

Damit die Plattform mit nutzergenerierten Inhalten gefüllt wird, müssen auch die Vorteile einer solchen Community für den Einzelnen deutlich aufgezeigt werden:

  • Mitarbeiter werden ermutigt und befähigt, ihr Wissen an andere weiter zu geben.
  • Mitarbeiter profitieren von einem barrierefreien Informationsfluss und Zugang zu einem globalen Netzwerk.
  • Mit schnellem und transparentem Wissens- und Erfahrungsaustausch trägt jeder zum Fortschritt und damit zum Erfolg des Unternehmens bei.
  • Experten, die ihr Wissen teilen, erhalten Anerkennung und Dank.

Der Nutzung von sozialen Plattformen, um Wissen zugänglich zu machen, schließen sich bei Dätwyler weitere Maßnahmen und Prozesse zur Optimierung des Wissensaustauschs an. Die Richtung dabei ist klar: Das Wissensmanagement der Zukunft ist digital und wird das Unternehmen in einem wettbewerbsgetriebenen und herausfordernden Umfeld stärken.

SEMINARTIPP Im Seminar „Agile Führung“ lernen die Teilnehmer in interaktiven Übungen, Workshops, Impulsvorträgen und Diskussionen mit erfahrenen Kollegen agile Werte, Arbeitsweisen und Methoden in der Anwendung kennen.
Weitere Informationen

* Dr. Frank Schön, VP R&D and Innovation, Dätwyler

Dieser Beitrag ist urheberrechtlich geschützt. Sie wollen ihn für Ihre Zwecke verwenden? Infos finden Sie unter www.mycontentfactory.de (ID: 46121832)