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Fälschungsschutz

Wie sich die technische Industrie vor Produktpiraten schützt

| Redakteur: Ute Drescher

Markenpiraterie, Grauhandel und Plagiate beschränken sich schon lange nicht mehr auf klassische Markenartikel wie Textilien oder Uhren. Ins Visier der Fälscher geraten verstärkt auch Unternehmen aus der Automobilindustrie sowie Maschinen- und Anlagenbauer. Mit welchen Technologien und Sicherheitskonzepten sie sich effektiv schützen können, zeigt das Beispiel der Robert Bosch GmbH.

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Die KeySecure-Nummerierung macht Fälschungsschutzkennzeichnungen so einzigartig wie ein Fingerabdruck.
Die KeySecure-Nummerierung macht Fälschungsschutzkennzeichnungen so einzigartig wie ein Fingerabdruck.
( Archiv: Vogel Business Media )

Zehn Prozent des gesamten Welthandelsvolumens werden Schätzungen der Internationalen Handelskammer zufolge mit gefälschten Produkten erzielt. Allein hierzulande, so die deutsche IHK, gehen dadurch jährlich rund 70.000 Arbeitsplätze verloren. Wie groß der wirtschaftliche Schaden gerade für technologieorientierte Unternehmen ist, zeigt eine aktuelle Studie des Verbandes Deutscher Maschinen- und Anlagenbauer (VDMA) aus dem Jahr 2006. Der Verband beziffert die Verluste auf jährlich 4,5 Milliarden Euro. Tendenz steigend.

Zwei Drittel der befragten Unternehmen aus der Investitionsgüterindustrie gaben an, von Produktpiraterie betroffen zu sein. 2003 waren es noch 50 Prozent. Zugenommen hat auch die Schadenhöhe. So bezifferten 2003 noch 30 Prozent der Befragten ihre Verluste durch Produktpiraterie auf drei oder mehr Prozent des Umsatzes. 2006 beklagten bereits 30 Prozent einen Umsatzverlust von fünf Prozent und mehr.

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Von Imitaten sind vor allem Hersteller technologisch hochwertiger Produkte betroffen

Eine dramatische Entwicklung, die durch die globale Verflechtung der Märkte, Produktionsverlagerungen ins Ausland und das Internet als Vertriebskanal für gefälschte Ware weiter verschärft wird. Von immer besseren Imitaten und illegalen Abzweigungen aus der Produktion sind Hersteller technologisch hochwertiger Produkte in besonderem Maße betroffen. Der Grund sind die vergleichsweise großen Gewinnmargen, mit denen die Originalhersteller ihre hohen Forschungs- und Entwicklungskosten refinanzieren.

Sie machen das Fälschen etwa von Automobilersatz- und Zubehörteilen, wie sie die Robert Bosch GmbH herstellt, besonders attraktiv. Gelangen die Fälschungen dann in den Handel, schmälern sie nicht nur den Gewinn des Originalherstellers. Durch meist mangelhafte Qualität sind sie auch eine Sicherheitsgefahr für den Endkunden, ziehen teure, wenn auch unberechtigte Produkthaftungsklagen nach sich und schädigen das Markenimage.

Fälschungsschutz mit klarer Strategie und intelligenten Sicherheitssystemen

Um sich wirksam vor diesen Gefahren zu schützen, brauchen Markenhersteller wie Bosch ein umfassendes und perfekt aufeinander abgestimmtes Sicherheitssystem. Das Unternehmen ist in puncto Markenschutz einer der Vorreiter der Branche und hat gemeinsam mit Schreiner Prosecure eine umfassende Sicherheitsstrategie entwickelt.

Basis der effektiven Fälschungsschutzlösungen war eine genaue Risikoanalyse. Welche Produkte werden gefälscht? Wann und an welcher Stelle werden sie in die Liefer- oder Distributionskette eingeschleust und wer soll die Originalität überprüfen? Erst nachdem diese und weitere Fragen beantwortet waren, wurde aus dem breiten Portfolio von Kennzeichnungstechnologien sowie offenen und verborgenen Sicherheitsmerkmalen eine passgenaue Lösung zusammengestellt.

Grundsätzlich stehen für den Produktschutz diverse technische Maßnahmen zur Verfügung. Unterschieden werden drei Kategorien: der Manipulationsschutz, der Fälschungsschutz und die Rückverfolgbarkeit. Während Technologien zum Manipulationsschutz in erster Line die Verpackung sichern und jeden unerlaubten Zugriff anzeigen, sollen Fälschungsschutz-Technologien die Echtheitsprüfung des Produkts vereinfachen. Eingesetzt werden dafür etwa Hologramm-Siegel. Fehlen sie, ist das ein sicheres Fälschungsindiz. Der Umkehrschluss ist leider nicht möglich, denn immer öfter werden auch Hologramme gefälscht.

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