Getriebe Wie sich die Getriebeentwicklung vereinfachen lässt

REXS ist ein kostenloses, herstellerunabhängiges und standardisiertes Austauschformat für Getriebedaten, das die Getriebeentwicklung deutlich vereinfachen soll. Was dahinter steckt.

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REXS macht die parallele Nutzung vieler Schnittstellen bei der Getriebeentwicklung überflüssig.
REXS macht die parallele Nutzung vieler Schnittstellen bei der Getriebeentwicklung überflüssig.
(Bild: FVA)

Für die Auslegung und Analyse eines Getriebes und seiner Komponenten stehen viele verschiedene CAE-Werkzeuge mit individuellen Stärken zur Verfügung. Um die Vorteile der einzelnen Tools miteinander zu kombinieren, werden in der Praxis häufig mehrere unterschiedliche Softwaresysteme für die Getriebeentwicklung verwendet.

REXS: viele Werkzeuge – eine Schnittstelle
REXS: viele Werkzeuge – eine Schnittstelle
(Bild: FVA)

Das Fehlen eines branchenweiten Standards für den Datenaustausch zwischen diesen Programmen führt zu kosten- und wartungsintensiven Sonderlösungen sowie Doppelarbeiten. Nur eine geringere Anzahl der verwendeten Schnittstellen kann die Komplexität des Datenaustauschs im Designprozess reduzieren.

Die Lösung: REXS – die frei zugängliche, standardisierte, Open-Source-Schnittstelle für den Austausch von Getriebedaten, macht die parallele Nutzung vieler Schnittstellen überflüssig.

Um einen Branchenstandard zu etablieren, wurde REXS nach Designprinzipien entwickelt:

  • Kostenlos und offen: Open Source, detaillierte Dokumentation, die für jeden kostenlos zur Verfügung steht
  • Umfassend und eindeutig: Modellierung des kompletten Getriebes inklusive aller verfügbaren Daten (Eingaben sowie Ergebnisse). Alle Komponenten des Modells sind so explizit wie möglich modelliert. Damit kann der aktuelle Modellzustand als Schnappschuss festgehalten und transportiert werden.
  • Gut dokumentiert: Alle verwendeten Konzepte, Konventionen und Parameter müssen gut dokumentiert sein, um Unklarheiten und Missverständnisse zu vermeiden. Dies bildet das Fundament der Schnittstelle.
  • Standardisiert: Verwendung von spezifischen, unmissverständlichen Definitionen sowie allgemeinen Regeln und Konventionen. Vermeidung von Sonderfällen und Ausnahmen. Basierend auf XML-Format.
  • Einfach und generisch: Der Aufbau des Schnittstellen-Formats sowie des zugrundeliegenden Getriebemodells sollte so einfach und generisch wie möglich sein, von wenigen Metaelementen abhängen und Erweiterungen des Modells ohne Einführung neuer Strukturen ermöglichen.
  • Bilateral erweiterbar: Es ist möglich, REXS mit gemeinsam vereinbarten Daten zu erweitern. Auf diese Weise können besondere Anforderungen an den Datenaustausch zwischen zwei Softwareumgebungen berücksichtigt werden.

REXS – von Industrie und Forschung entwickelt

REXS (Reusable Engineering Exchange Standard) ist eine Initiative der Forschungsvereinigung Antriebstechnik e.V. (FVA), die die Nomenklatur in der Antriebstechnik auf einen einheitlichen Stand bringt und damit die Produktentwicklung unterstützt. Durch eine gemeinsame Definition der Schnittstelle werden neue und innovative Geschäftsfelder erschlossen. Mit dem FVA-Projekt 555 XXXVI legt die FVA den Grundstein für diese Innovationen.

Die Entwicklungen der Schnittstelle werden durch die FVA-Community, bestehend aus Industrie, Softwareunternehmen und Forschungsinstituten, getrieben und durch ein Change Control Board (REXS CCB) freigegeben. Hier kann jeder seine Ideen, in Form von Change- und Featurerequests im Ticketsystem, einbringen und allgemeine Fragen zur Schnittstelle und ihrer Entwicklung stellen. Durch die definierten Freigabeprozesse wird die kreative Freiheit kontrolliert gelenkt und Neuerungen in Form von Features und Updates in jährlichen Releases veröffentlicht.

Im Januar 2018 wurde das REXS CCB als FVA-Ausschuss gegründet und mit der Pflege und Weiterentwicklung der REXS-Schnittstelle betraut. Mitglieder sind: Schaeffler, SEW-Eurodrive, FVA Software & Service, Daimler, Voith, ZF, Flender und ZG-Hypoid. Hinzu kommen Vertreter bekannter Forschungsinstitute, die das CCB, je nach Themenstellung, beraten.

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