Datenaustausch Wie sensible Produktdaten sicher mit Dritten geteilt werden können

Redakteur: Katharina Juschkat

Unternehmen müssen sensible Produktdaten immer wieder mit Dienstleistern teilen – Fraunhofer Forschende haben eine Lösung entwickelt, wie das ohne Aufwand und Verträge möglich wird.

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Der IDS-Demonstrator des Fraunhofer CCIT ermöglicht den souveränen Austausch von Daten zwischen Werkzeugmaschinen.
Der IDS-Demonstrator des Fraunhofer CCIT ermöglicht den souveränen Austausch von Daten zwischen Werkzeugmaschinen.
(Bild: Fraunhofer IWU)

Forschende des Fraunhofer-Institut für Werkzeugmaschinen und Umformtechnik IWU haben IDS-Connectoren steuerungsnah mit einer Werkzeugmaschine verbunden – damit können Unternehmen sensible Produktdaten souverän mit Geschäftspartnern teilen und gemeinsam verarbeiten. Den Demonstrator zeigen die Experten auf der digitalen Hannover Messe vom 12. bis 16. April.

Sensible Daten etwa von neuen Produkten wollen Unternehmen natürlich schützen – gleichzeitig müssen sie die Daten häufig mit anderen Unternehmen teilen – beispielsweise für den Bau von Prototypen im 3D-Druck. Wie der Dienstleister dabei mit den Konstruktionsdaten umgehen darf, regeln Verträge. Viele Unternehmen wenden sich sicherheitshalber nur Kontakten zu, denen sie gut vertrauen. Das hat Nachteile: Die Aushandlung der Verträge ist aufwändig und der Zugang zu weiteren Dienstleistern ist eingeschränkt. Was fehlt, ist eine digitale Infrastruktur, die es erlaubt, die Daten automatisiert und souverän – also unter eigener Kontrolle – mit Dritten auszutauschen.

So funktioniert die geschützte Datenübertragung

Die Lösung des Fraunhofer-Forscher funktioniert wie folgt: Um ein Angebot für die Herstellung eines Prototyps im günstigen 3D-Druck anzufertigen, benötigt der Dienstleister die Konstruktionsdaten (.stl- Files). Diese stellt ihm der Auftraggeber über einen Datenraum zur Verfügung, der durch die Software der IDS-Connectoren entsprechend geschützt ist.

Die Daten sind für eine bestimmte Zeit mit genau definierten Rechten versehen, so dass der Dienstleister zwar alle Informationen hat, um das Angebot zu erstellen, die Daten aber weder anderweitig speichern, kopieren, verändern noch weiterleiten kann. Der Dienstleister besitzt also keinen direkten Zugriff auf die .stl-Datei bzw. auf das CAD-Modell, hat aber dennoch die Informationen zur Verfügung, die er für die Angebotserstellung benötigt.

Der Datenaustausch samt hinterlegter Nutzungsbedingungen erfolgt dabei vollkommen automatisch.

Projektleiter Gordon Lemme, Fraunhofer IWU

Das erstellte Angebot sendet der Dienstleister über den IDS-Connector zurück an den Auftraggeber. Bestätigt dieser das vorliegende Angebot, lässt sich der generierte G-Code aus dem IDS-Connector automatisch entnehmen, mithilfe eines Postprozessors in ein NC-Programm konvertieren und automatisch an die Werkzeugmaschinensteuerung über OPC UA senden: Der Druck beginnt.

Sollte der Auftraggeber nicht mit dem Angebot zufrieden sein oder dieses nicht innerhalb von 14 Tagen bestätigen, verfällt dessen Gültigkeit und das 3D-Modell wird entsprechend der IDS-Mechanismen automatisch aus dem IDS-Connector des Dienstleisters entfernt.

Jetzt wollen die Forscher die Technologie zusammen mit Industriepartnern in die Anwendung bringen. Zukünftig soll der sichere Datenaustausch für ganz unterschiedliche Anwendungen verwendbar werden.

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