Suchen

Lineartechnik Wie Lineartechnik für sichere Lasermarkiersysteme sorgt

| Redakteur: Lilli Bähr

Lasermarkiersysteme müssen hohe Anforderungen an Funktionalität und Sicherheit erfüllen. Wie Lineargleitlager dazu beitragen, erfahren Sie im Anwenderbericht.

Firmen zum Thema

Bei der Fertigung seiner Lasermarkiersysteme setzt Östling auf Lineargleitlager von Igus um Türen sicher zu öffnen und Tische genau verstellen zu können.
Bei der Fertigung seiner Lasermarkiersysteme setzt Östling auf Lineargleitlager von Igus um Türen sicher zu öffnen und Tische genau verstellen zu können.
(Bild: Östling Marking Systems GmbH)

Nachverfolgbarkeit und Kennzeichnungspflicht von Produkten sind Anforderungen, die in immer mehr Branchen der Industrie gelten. Das bedeutet: Leistungsfähige Kennzeichnungssysteme sind gefragt.

Die Östling Marking Systems GmbH in Solingen entwickelt und fertigt solche Systeme seit 50 Jahren, unter anderem kompakte „All-In-One“-Lasermarkiersysteme, die hohe Anforderungen an Funktionalität und Sicherheit erfüllen. Dabei kommen Lineargleitlager aus dem Igus-Konstruktionsbaukasten zum Einsatz – zum Beispiel in der AIO-Box, dem neuen Einsteiger-Lasermarkiersystem.

Bildergalerie

Bildergalerie mit 5 Bildern

Erstmals elektrolytische Prozesse

Bei Östling gilt das Prinzip der Kundennähe auch im geographischen Sinn. Das Unternehmen wurde 1968 von Rolf Östling in der Nähe von Stockholm gegründet. Seine Markiersysteme nutzten erstmals elektrolytische Prozesse für das dauerhafte Kennzeichnen, zum Beispiel von Werkzeugen und Bestecken. Dieses hochwertige Verfahren war besonders in Deutschland und im Raum Solingen/ Remscheid – einem Zentrum der anspruchsvollen Werkzeug- und Besteckproduktion – gefragt, weshalb Östling kurzerhand den Firmensitz dorthin verlegte.

Von Stempel bis Elektronikmarkierung

Heute bietet das Unternehmen der Industrie ein breites Programm „Made in Solingen“ für die Produktkennzeichnung. Das Spektrum reicht vom Lasersystem für die filigrane Elektronikmarkierung, über das in der Automobilindustrie häufig verwendete Nadelprägen- oder Ritzen, bis hin zum massiven Stempelwerk für Stahlbrammen und -schienen – ein Bereich, für den die ebenfalls in Solingen ansässige Schwesterfirma Stommel & Voos verantwortlich ist.

Aus Kundensicht kann das breite Angebot vorteilhaft sein. Produktmanager Dipl.-Phys.-Ing. Frank Dietrich: „Wir können wirklich neutral beraten, weil wir alle gängigen Technologien im Programm haben.“ Für jedes Gerät steht auch die passende, eigenentwickelte Software bereit, die zum Beispiel das Kennzeichnen mit 2D-Codes oder fortlaufender Nummerierung erlaubt.

Umfassende Laser-Kompetenz

Dass der Trend dabei zum Laser geht, liegt unter anderem an der Vielseitigkeit, Schnelligkeit und der Umweltfreundlichkeit des Verfahrens, welches ohne Verbrauchsmaterialien auskommt. Schon 1994 beteiligte man sich an einem Hersteller von Lasersystemen, seit 2004 finden Entwicklung und Fertigung der Laser im eigenen Hause statt.

In dieser Zeitspanne sind die Lasersysteme immer kleiner geworden. Mit den „All-In-One“-Systemen (AIO) wurden Laserkopf und Rack erstmals auf kleinstem Raum in einem Gehäuse zusammengefasst. Mit der „Lasebox“ hat das Unternehmen seit einigen Jahren bereits ein kompaktes Tabletop-System für die Laserkennzeichnung im Programm. Die besonderen Anforderungen ergeben sich hier unter anderem aus den Sicherheitsbestimmungen für Lasersysteme: Der Laserstrahl darf niemals nach außen dringen.

Anwendertreff Maschinensicherheit Die Maschinensicherheit ist ein wichtiges Thema: Die richtigen Normen müssen berücksichtigt und die Anforderungen der Maschinenrichtlinie müssen eingehalten werden. Der Anwendertreff Maschinensicherheit unterstützt Entwickler und Konstrukteure, die funktionale Sicherheit von Maschinen und Anlagen zu gewährleisten.
Mehr Infos: Anwendertreff Maschinensicherheit

Einsteiger-Gerät für Lasermarkierung

Ganz neu im Östling-Programm ist die AIO-Box als Einsteiger-Gerät für die Lasermarkierung. Sie ist nochmals kompakter als die Lasebox und kostengünstiger. Die Tür wird hier manuell geöffnet und geschlossen. Das Sicherheitsniveau hingegen soll unverändert hoch sein: Eine „Shutter“-Leuchte zeigt, dass das Gerät bereit ist. Öffnet der Bediener die Tür auch nur einen Spalt, wird der Laser sofort deaktiviert. So entspricht es laut Unternehmen der Laserschutzklasse 1: Das Gerät befindet sich demzufolge immer im sicheren Zustand für den Bediener.

Türführung mit Teleskopschiene

Für das komfortable Öffnen und Schließen der Tür, die Zugang zum Arbeitsraum von drei Seiten ermöglicht, hat das Unternehmen eine elegante Lösung gefunden. Die Tür des Lasermarkiersystems wird in zwei senkrecht montierten Teleskopschienen von Igus geführt, die ursprünglich für den waagerechten Einsatz, zum Beispiel in Auszügen, entwickelt wurden. Die Tür bleibt exakt dort stehen, wo der Bediener wünscht, weil sie über ein Seilsystem mit einem Gegengewicht verbunden ist, das an der Rückseite des Gehäuses ebenfalls in Igus-Linearführungen verfährt.

Das Ergebnis ist eine sanfte Bewegung und somit eine leichte Bedienung. Zudem ist diese Lösung kostengünstig. Nicht zuletzt deshalb, da die eingesetzten Bauteile zum Standardprogramm der Flachführungen gehören. Wie bei allen Lagern von Igus üblich, muss sie nicht mit Ölen oder Fetten geschmiert werden. Außerdem – und das ist bei Laser-Anwendungen entscheidend – ist ein dichter Abschluss zwischen Tür und Gehäuse gewährleistet. Die Teleskopschiene lässt keinen Spalt frei, durch den der Laserstrahl austreten könnte. Man benötigt also keine separate Abdichtung.

„Vorteilhaft ist auch, dass die Aluminiumschiene nur sehr begrenzten Bauraum beansprucht und trotzdem eine komplette Öffnung der Tür ermöglicht“, erklärt Dietrich. Aus ästhetischer Sicht kann die Teleskopschiene ebenfalls überzeugen, zumal die Bodenplatte der AIO-Box ebenfalls in Aluminium gefertigt wird.

Tischverstellung über Spindelantrieb

Ein weiteres Linearsystem aus dem Igus-Konstruktionsbaukasten ist in der Verstellung des Arbeitstisches installiert. Hier wird der Tisch mithilfe der Linearführung justiert, bis der Fokus des Produktes gefunden ist. Durch die außen am Gehäuse angebrachte Kurbel, lassen sich die zwei Spindel-Lineareinheiten Drylin-SLW-1040, die über einen Riemen parallel synchronisiert werden, antreiben. So wird der Tisch über zwei synchron laufende Spindeln verstellt.

Ein Detail am Rande: Die hohe Designqualität der Östling-Geräte zeichnet sich unter anderem dadurch aus, dass der Zahnriemen zur Parallelsynchronisierung, komplett im Gehäuseboden integriert ist. Aktuell arbeitet das Unternehmen an einer optionalen elektrischen Verstellung des Tisches. Die motorisch angetriebene Spindel-Lineareinheit wird dann ebenfalls von Igus geliefert.

Gute Zusammenarbeit mit Igus

Bei Östling gehören die schmierstofffreien Polymergleitlager von Igus zu den Standardkomponenten, wenn es um rotative oder lineare Bewegungen geht. Das gilt auch für größere Sonderanlagen, die zum Beispiel im Rundtakt mit hohem Durchsatz Lasermarkierungen aufbringen.

„Unser Ziel ist es, Bewegungsaufgaben mit Igus-Teilen zu lösen“, erklärt Dietrich abschließend. Bei den Laseranlagen lässt sich dieses Ziel gut erfüllen, bei den Ritzmarkieranlagen gibt es Einsatzgrenzen aufgrund der hohen Kräfte, die beim Kennzeichnen wirken.

Als positiv hebt der Produktmanager auch die unkomplizierte Zusammenarbeit mit dem Unternehmen hervor: „Wenn unsere Konstrukteure eine Idee für den Einsatz eines Igus-Lagers haben, reicht ein Anruf, und wir bekommen immer schnell ein Muster zugesandt.“

(ID:45963674)