Faszination Technik Wie durch Sensorik Herbizide minimiert werden können

Redakteur: Dipl.-Ing. Dorothee Quitter

In unserer Rubrik „Faszination Technik“ stellen wir Konstrukteuren jede Woche beeindruckende Projekte aus Forschung und Entwicklung vor. Heute: ein Farbsensor, der zwischen Kultur- und Wildpflanzen unterscheiden kann.

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Premosys hat einen Sensor entwickelt, mit dem Unkraut gezielt bekämpft werden kann.
Premosys hat einen Sensor entwickelt, mit dem Unkraut gezielt bekämpft werden kann.
(Bild: Premosys)

Kultur- und Wildpflanzen konkurrieren um Nährstoffe, Wasser und Licht. Bäuerinnen und Bauern müssen daher den Unkrautbewuchs in Schach halten, um keine Einbußen bei der Ernte oder gar deren Verlust zu riskieren. Der Einsatz von Unkrautbekämpfungsmitteln (Herbizide) wird nötig. Diese und andere Pflanzenschutzmittel beeinträchtigen aber laut Umweltbundesamt die Bodenfruchtbarkeit, lagern sich in Gewässern ab und sind für einen Rückgang der Artenvielfalt verantwortlich.

Die Europäische Union macht der Landwirtschaft in Sachen Umwelt- und Klimaschutz inzwischen richtungsweisende Vorgaben. Ein Aspekt ist die Minimierung von Pflanzenschutzmitteln.

Unkraut gezielt erkennen

Das multispektrale True-Color-Sensorarray erkennt Pflanzen anhand ihrer Farb- und Reflexionseigenschaften und kann auf der Feldspritze eines Ackerfahrzeuges befestigt werden.
Das multispektrale True-Color-Sensorarray erkennt Pflanzen anhand ihrer Farb- und Reflexionseigenschaften und kann auf der Feldspritze eines Ackerfahrzeuges befestigt werden.
(Bild: Premosys)

Die Deutsche Bundesstiftung Umwelt (DBU) hat nun mit fachlicher und finanzieller Förderung in Höhe von rund 398.000 Euro eine Sensortechnik vorangebracht, die für mehr Umwelt- und Naturschutz auf dem Acker sorgen soll. Das von der rheinland-pfälzischen Firma Premosys entwickelte multispektrale True-Color-Sensorarray erkennt Pflanzen und kann so gezielt zwischen Kulturpflanzen und Unkräutern unterscheiden.

Wenn man Unkraut gezielter als bisher bekämpfen will, muss man es zunächst auf dem Acker erkennen.

Matthias Kuhl, Projektleiter bei Premosys

Mit der neuen Technik können Pflanzen anhand ihrer Farb- und Reflexionseigenschaften erkannt werden. Die hohe Erkennungspräzision soll eine neue Qualität bei der selektiven Regulierung der nicht gewünschten Unkräuter bieten. Als Folge könne der Einsatz von Pflanzenschutzmitteln massiv reduziert werden.

Der neue Sensor kann auf der Feldspritze eines Ackerfahrzeuges befestigt werden und ist auf unterschiedlich beschaffenen Flächen einsetzbar.

Sensortechnik mit großem Potenzial

Laut DBU könnten mit der neuen Sensortechnik bei der Beseitigung von Ampfer im Zuckerrübenanbau mehr als 90 Prozent des bisherigen Herbizideinsatzes vermieden werden. Da der Sensor anpassbar ist, kann er nicht nur auf dem Acker sondern auch in anderen Konstellationen zum Einsatz kommen: für Brachland, abgeerntete oder befestigte Flächen, an Bahndämmen sowie bei Getreideflächen, Grünland oder Untersaaten im Ökolandbau.

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