Faszination Technik Wie das Frikar das E-Bike neu erfinden will

Autor: Katharina Juschkat

In unserer Rubrik „Faszination Technik“ stellen wir Konstrukteuren jede Woche beeindruckende Projekte aus Forschung und Entwicklung vor. Heute: Das Frikar – halb E-Bike, halb Auto.

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Mit dem E-Bike, das aussieht wie ein Kleinstauto, nachhaltig unterwegs: Das ist die Grundidee des Frikars.
Mit dem E-Bike, das aussieht wie ein Kleinstauto, nachhaltig unterwegs: Das ist die Grundidee des Frikars.
(Bild: Podbike)

E-Bikes erobern unsere Straßen und sind für viele Menschen Autoersatz, etwa auf dem Weg zur Arbeit. Der Vorteil: Auch lange Strecken können ohne große Anstrengung schnell überwunden werden, man kommt nicht verschwitzt und außer Puste auf der Arbeit an. Allerdings beschränkt sich der Einsatz von E-Bikes häufig auf die schönen Tage: Regnet es oder ist es klirrend kalt, bleibt das E-Bike doch wieder stehen.

Genau dafür hat das norwegische Start-up Podbike AS (2016 gegründet) ein neues E-Bike-Konzept entwickelt: Das Frikar sieht auf den ersten Blick aus wie ein kleines E-Auto – wird aber mit Kraft der Pedale und elektrischer Unterstützung betrieben. Dabei schützt das Dach und der umgebende Rahmen vor Kälte und Nässe, der Fahrer kann, so der Gedanke der norwegischen Konstrukteure, bei jedem Wetter mit dem E-Bike fahren.

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Was ist das Frikar genau?

Das Prinzip des Frikar-E-Bikes ähnelt dem eines Velomobils – es hat vier Räder statt zwei, und bietet einen Wetterschutz. Angetrieben wird es durch den Tritt in die Pedale, eine elektrische Unterstützung schaltet sich bis zu einer Geschwindigkeit von 25 km/h hinzu. Für höhere Geschwindigkeiten muss man kräftiger treten – ab 50 km/h, die bergabwärts erreicht werden können, bremsen die Motoren sanft ab.

Das E-Bike ist 2,3 m lang, etwa 0,8 m breit und etwas über 1 m hoch. Dennoch sollen laut Hersteller selbst große Menschen bequem Platz finden können – außerdem kann man mit einem nachrüstbaren Kindersitz Kinder bis sechs Jahre mittransportieren. Pro Batterieladung kommt das E-Bike zwischen 60 und 90 km weit.

Wie das E-Bike gesteuert wird, zeigt das Video:

Wie das E-Bike angetrieben wird

Das Frikar setzt auf einen Antriebsstrang, der aus drei Motoren besteht. Zwei dienen als elektronisches Getriebe, jeweils in einem Hinterrad untergebracht, einer als Hilfsmotor. Dieser Motor ist auf 250 W Leistung und einer Höchstgeschwindigkeit von 25 km/h begrenzt. Die anderen Motoren dienen der menschlichen Kraftübertragung.

Während die Unterstützung durch die Batterie auf 25 km/h begrenzt ist, kann der Pedalgenerator auch darüber hinaus die Geschwindigkeit steigern. Die Energie, die durch das Treten und Bremsen erzeugt wird, wird in Batterien gespeichert – mechanische Schwungscheiben werden nicht verwendet.

Die Motoren wirken auch als Bremsen – dadurch kann viel Bremsenergie zurückgewonnen werden. In hügeligem Gelände kann diese Rekuperation die Reichweite um etwa 40 Prozent erhöhen. Der Akkupack ist speziell für E-Bikes im nordischen Klima entwickelt.

Frikar-Bike geht in Serie

Inzwischen ist die Entwicklung des Bikes abgeschlossen und man kann das Frikar vorbestellen. Kostenpunkt: 4995 Euro für die Standardvariante, 5499 Euro für mehr Ausstattung. Die ersten Frikars sollen noch Ende diesen Frühjahrs ausgeliefert werden, zunächst in Norwegen, dem Produktionsland des Bikes. Aber auch Deutschland, verspricht der Hersteller, steht weit oben auf der Lieferliste. Ein genaues Datum gibt es noch nicht.

In der Standard-Version ist unter anderem eine Batterie, ein Ladegerät, Außenspiegel und ein verstellbarer Sitz dabei. Was in der in Deutschland zugelassenen Version allerdings fehlt: Das Standlicht sowie das Rückfahrlicht sind nicht dabei – dafür muss man für 308 Euro eine StVZO-konforme Lichtanlage dazukaufen.

Die Plus-Variante beinhaltet außerdem unter anderem zwei zusätzliche Außenspiegel, ein Innenlicht, eine Innenlüftung sowie einen Alarm. Für einen weiteren Aufpreis kann weiteres Equipment wie ein Kindersitz, Scheibenwischer oder Zusatzbatterien dazu erworben werden.

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Über den Autor

 Katharina Juschkat

Katharina Juschkat

Redakteurin, Vogel Communications Group