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Update: EMO 2019

Weltleitmesse für Metallbearbeitung steht in den Startlöchern

| Redakteur: Ute Drescher

Der Startschuss für die EMO Hannover 2019 ist gefallen: Neben der Weiterentwicklung der klassischen Bearbeitungsverfahren gewinnen neuartige Technologien zunehmend an Bedeutung.

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Die EMO findet 2019 vom 16. bis 21. September in Hannover statt.
Die EMO findet 2019 vom 16. bis 21. September in Hannover statt.
(Bild: VdW)

Vom 16. bis 21. September 2019 ist die EMO Hannover wieder Plattform für Lösungen, Industrieanwendungen und Zukunftstechnologien rund um die Metallbearbeitung. Erwartet werden rund 2.200 Aussteller, davon mehr als die Hälfte von außerhalb Deutschlands. Bis zum 01. Dezember 2018 hatten sich 1.780 Aussteller aus 41 Ländern angemeldet. Wer schon registriert ist, zeigt das Online-Ausstellerverzeichnis.

Smarte Technologien treiben die Produktion

Unter dem Motto „Smart technologies driving tomorrow’s production!“ rücken Entwicklung und Umsetzung neuer Funktionen im Rahmen von Industrie 4.0 in den Fokus. So präsentiert die Sonderschau „IoT in der Produktion“ beispielsweise Lösungen von der Maschine bis in die Cloud. Laut Dr. Wilfried Schäfer, Geschäftsführer beim EMO-Veranstalter VDW (Verein Deutscher Werkzeugmaschinenfabriken) soll diese Sonderschau einen vollständigen Überblick über die zentralen Aspekte der Vernetzung gewährleisten. Dazu gehören u.a. Datensicherheit, Datenanalyse, Prozessüberwachung, vorausschauende Instandhaltung oder Smart Data Management. Zusätzlich wird das Thema in einem neuen Ausstellungsbereich für Einzelaussteller aus der Steuerungstechnik, der Software und der Automatisierungstechnik herausgestellt.

Überblick über alle Bearbeitungsverfahren

Darüber hinaus will die EMO Hannover natürlich auch die neuesten Entwicklungen über alle Bearbeitungsverfahren für die Metallbearbeitung hinweg zeigen, von der additiven Fertigung bis zur Zerspanung. „Denn jenseits von Vernetzung und softwaregesteuerter Produktionsprozesse geht es immer noch um die Bearbeitung von Hardware, müssen immer noch Werkstücke ganz klassisch bearbeitet werden, damit hinten ein Produkt entsteht“, stellt Welcker klar.

Mit Umati zur gemeinsamen Sprache für Werkzeugmaschinen

Um die Anbindung von Werkzeugmaschinen an unterschiedliche IT-Infrastrukturen des Kunden zu erleichtern, haben führende deutsche Werkzeugmaschinenhersteller unter dem Dach des VDW das Projekt Umati (universal machine tool interface) initiiert. Bereits seit Oktober 2017 arbeitet ein Projektteam mit den Werkzeugmaschinenherstellern Chiron, DMG Mori, Emag, Grob, Heller, Liebherr-Verzahntechnik, Trumpf und United Grinding, an der Schnittstelle. Unterstützt wird dieses Kernteam durch die Steuerungshersteller Beckhoff, Bosch Rexroth, Fanuc, Heidenhain und Siemens. Des Weiteren wird die Gruppe durch das Institut ISW der Universität Stuttgart begleitet. Außerdem sind mittlerweile die Unternehmen GF Machining Solutions und Pfiffner (FFG Gruppe) integriert.

Auf dem Weg zum allgemein anerkannten Standard hat Umati eine weitere Hürde genommen: . „Nicht nur, dass unsere neu gegründete OPC UA Joint Working Group (JWG) Mitte Februar die Arbeit aufgenommen hat, es ist auch gelungen, zwei weitere namhafte Steuerungshersteller für die Mitarbeit zu gewinnen: B&R Automation aus Österreich und Mitsubishi Electric aus Japan“, sagt Dr. Alexander Broos, Leiter Forschung und Entwicklung im VDW (Verein Deutscher Werkzeugmaschinenfabriken). Außerdem wird Umati von Beckhoff, Bosch Rexroth, Fanuc, Heidenhain und Siemens aus der Steuerungswelt unterstützt. „Damit haben wir alle wichtigen Anbieter von CNC-Steuerungen für Werkzeugmaschinen bei Umati mit an Bord“, freut sich Götz Görisch, Umati-Projektleiter im VDW.

Kunden fragen immer häufiger nach herstellerübergreifendem Standard

Für die Steuerungshersteller ist die Beteiligung und Unterstützung nur folgerichtig, denn ihre Kunden fragen immer häufiger nach einem herstellerübergreifenden Standard, um ihre Daten auslesen und in einem einheitlichen Datenformat verarbeiten zu können. Deshalb sagt Peter Berens, Leiter Business Development CNC Systeme bei der Bosch Rexroth AG in Lohr am Main, beispielsweise: „Die vom VDW initiierte Standardisierung auf Basis des anerkannten Industrie-Standards OPC UA wird von Bosch Rexroth ausdrücklich begrüßt und unterstützt. Wir wirken aktiv an der Gestaltung mit und integrieren Umati in das CNC-System MTX.“

Die Internationalisierung auf der Basis von OPC UA hat Umati ebenfalls einen Schub versetzt. Michael Marzluff, Senior Advisor and Global Key Account CNC bei Mitsubishi Electric Europe in Ratingen, bekräftigt: „Nachdem sich der VDW mit seinem auf OPC UA basierenden Standardisierungsansatz Umati international aufgestellt hat, beteiligt sich Mitsubishi Electric sehr gerne an dieser Initiative.“ Nicht zuletzt hat die Beteiligung an Umati auch einen Werbeeffekt für die Steuerungsanbieter. Sie können interessierte Kunden bedienen und sich gleichzeitig als Vorreiter positionieren. Uwe-Armin Ruttkamp, Leiter Machine Tool Systems, Siemens AG in Erlangen bestätigt: „Für uns ist Umati des VDW wichtig, weil es eine inhaltliche Definition typischer Anwendungsfälle in der Werkzeugmaschinenindustrie darstellt und gleichzeitig die Offenheit und Flexibilität unseres Angebots anwendet.“

Wie bei internationalen Standards üblich, wird ein Entwurf von Umati der (Fach-) Öffentlichkeit zur Einsichtnahme, für Anmerkungen und Kommentare präsentiert. Nach Abschluss einer Frist werden die eingegangenen Kommentare soweit wie möglich eingearbeitet und ein endgültiger Standard verabschiedet.

EMO Hannover 2019 zeigt Umati-Showcase

Der nächste große Meilenstein für Umati ist die Vorstellung eines umfangreicheren Showcases auf der EMO Hannover 2019. Geplant ist eine große Demoinstallation mit internationaler Beteiligung. „Bis dahin gibt es noch viel zu tun“, sagt Görisch vom VDW. Zum einen soll die OPC-UA-Spezifikation für Werkzeugmaschinen stehen, zum anderen müssen in den Maschinen und Steuerungen der Teilnehmer die notwendigen Voraussetzungen und Anpassungen geschaffen werden. In Hannover sollen dann die ersten Use Cases gezeigt werden. Mittlerweile haben sich 130 Mitarbeiter aus 60 Firmen in zwölf Ländern für die Mitarbeit in der JWG registriert.

Die Steuerungshersteller jedenfalls sind bereit. Henning Rausch, zuständig für die CNC-Applikationen bei Beckhoff Automation in Verl, wirbt bei seinen Kunden für Umati: „Wir weisen unsere Kunden aus dem Werkzeugmaschinenumfeld auf Umati und die sich daraus ergebenden Möglichkeiten hin. Deshalb beteiligt sich Beckhoff an der Live-Demo auf der EMO Hannover mit mehreren über die Umati-Schnittstelle verbundenen Maschinen. Auch auf dem Beckhoff-Messestand werden wir das Thema gezielt präsentieren.“

Save the Date: Anwendertreff MaschinenkonstruktionAngesichts zunehmender Digitalisierung und Vernetzung von Maschinen und Anlagen stellt sich die Frage, ob die klassischen Technologien im Zeitalter von Industrie 4.0 noch zeitgemäß sind und wo sich neue Maschinenkonzepte anbieten. Antworten und Entscheidungshilfen für die Auswahl der jeweils am besten geeigneten Methoden und Komponenten bietet der Anwendertreff Maschinenkonstruktion am 21. Mai 2019.
Mehr Informationen: Anwendertreff Maschinenkonstruktion

Anm. d. Red.: Um Sie auf dem aktuellen Stand zur EMO Hannover 2019 zu halten, werden wir diese Meldung regelmäßig aktualisieren.

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