Pneumatik Was pneumatische Komponenten in der Nahrungsmittel- und Getränkebranche leisten müssen

Redakteur: Ute Drescher

Hygiene ist die wichtigste Anforderung der Lebensmittelbranche an die Produktion. Diese Ansprüche müssen auch die Pneumatik-Komponenten erfüllen.

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(Bild: Norgren)

Der Preiskampf in der Lebensmittelbranche ist gnadenlos, vor allem unter den Discountern. Er setzt auch die Hersteller von Nahrungsmitteln und Getränken unter starken Kostendruck. Nur wer preisgünstig produziert, kann im Wettbewerb bestehen – und so drehen die Unternehmen an der Kostenschraube und steigern die Produktivität ihrer Anlagen und Herstellungsprozesse.

Doch unter dem enormen Kosten- und Wettbewerbsdruck darf die Qualität der Produkte nicht leiden. Sie muss allen nationalen und internationalen Qualitäts- und Hygienestandards entsprechen. Denn wenn durch Produktionsfehler verunreinigte Lebensmittel in den Handel gelangen, drohen nicht nur teure Rückrufaktionen, sondern auch drastische Strafen von Verbänden und Politik.

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Insofern ist bei der Entwicklung von neuen Maschinen und Anlagen, mit denen Lebensmittel produziert werden sollen, die Beachtung von nationalen und internationalen Standards ein wesentlicher Faktor. Zwei der wichtigsten davon, die Maschinen- und Anlagenentwickler bedenken müssen, sind die EU-Richtlinie über Lebensmittelhygiene (93/43/EEC) sowie die Maschinenrichtlinie für Maschinen zur Lebensmittelverarbeitung (89/392/EEC) der „European Hygienic Equipment Design Group“ (EHEDG).

Standards beachten und einhalten

Diese Standards definieren die Anforderungen an die neuen Maschinen hinsichtlich Prozesssteuerung, Materialien, Oberflächen sowie erforderlicher Korrosionsbeständigkeit. Sie geben damit auch in vielen Bereichen die Konstruktion der Maschinen vor, die Auswahl und Anordnung einzelner Komponenten sowie die Auswahl und Verwendung von Verbrauchsmaterialien wie Schmier- und Reinigungsmittel.

Bei der Lebensmittelproduktion und -verpackung spielen pneumatische Geräte eine wichtige Rolle – nicht zuletzt bei der Automatisierung und Robotik, die die oft harte und monotone menschliche Arbeit in den Produktionsabläufen übernommen hat und die zugleich wesentlich zur Verkürzung von Produktionszeiten beiträgt. Die Verwendung von Druckluft und pneumatischen Produkten in der Lebensmittelproduktion unterliegt sehr strengen Richtlinien, um das Risiko von Verunreinigungen zu minimieren. Die wichtigste davon ist die für Nahrungsmittelmaschinen (EN1672), die eindeutige Anforderungen an Nahrungsmittelbereiche, sogenannte Spritzbereiche und Nicht-Nahrungsmittel- oder „produktfreie“ Bereiche stellt.

Pneumatik und Nahrungsmittel

Die pneumatischen Komponenten, die in Nahrungsmittelbereichen verwendet werden, sollten aus korrosionsbeständigen, ungiftigen und nicht-absorbierenden Materialien hergestellt werden sowie für Generalreinigungsverfahren geeignet sein. Edelstahlzylinder, -ventile und -verschraubungen minimieren zusammen mit Schläuchen, die für die Lebensmittelverarbeitung zugelassen sind, Verunreinigungsrisiken. Die Gestaltung, Konstruktion und die Oberflächen der Maschine müssen so angelegt sein, dass sich keine Flüssigkeiten ansammeln können – zugleich müssen alle Systeme und Komponenten entweder für eine einfache Reinigung offen zugänglich oder vollständig abgedichtet sein, um das Risiko von Verunreinigungen zu beseitigen.

Produktionsbereiche, in denen Lebensmittel oder deren Bestandteile auf Maschinenkomponenten spritzen können, müssen so gestaltet sein, dass die Spritzer, die etwa beim Reinigen auftreten können, nicht mehr in das Lebensmittel zurückfließen können.

Die Anforderungen an die Materialien sind hier weniger streng, solange kein Risiko für oder keine nachteiligen Auswirkungen auf die verarbeiteten Nahrungsmittel zu erwarten sind. Alle Materialien müssen sich dennoch leicht reinigen und desinfizieren lassen. Hier können eloxierte oder beschichtete Aluminiumzylinder, Kunststoffventile sowie Kunststoff- und PA-Schläuche im Komponentendesign verwendet werden, solange sie den Anforderungen für diese Anwendung entsprechen und die Materialien zulässig sind.

Selbst in den Bereichen ohne Nahrungsmittelkontakt können beim Anlagendesign keine Abstriche gemacht werden. Auch hier sollten Materialien verwendet werden, die sowohl leicht zu reinigen als auch korrosionsbeständig sind. Üblicherweise werden dafür pneumatische Zylinder aus eloxiertem oder beschichtetem Aluminium verwendet sowie ISO-Ventile, Kunststoffverschraubungen, Schaltschränke, Filter-, Regler- und Schmierereinheiten und PA-Schläuche.

Innovationen erleichtern Auswahl

Die führenden Hersteller pneumatischer Komponenten bieten eine große Auswahl an Zylindern und Ventilen an. Die Investitionen in Forschung und Entwicklung haben dazu geführt, dass nun die ersten integrierten Ventil- und Antriebssteuerungseinheiten zur Verfügung stehen, die Ventile, Mengenregelung, Dämpfung sowie Sensoren in einem einzigen Antriebspaket kombinieren und auch in speziellen Cleanline-Versionen für die Nahrungsmittel- und Getränkebranche erhältlich sind. Diese Einheiten haben auch andere Vorteile, zum Beispiel einen bedeutend geringeren Energieverbrauch. Innovationen wie diese helfen Systementwicklern, eine optimale Auswahl von pneumatischen Produkten für den Nahrungsmittelsektor zu treffen, um wichtige Hygienestandards einhalten zu können, ohne bei Produktivität und Leistung Kompromisse einzugehen. (ud)

Norgren bietet umfassende Informationen zum Pneumatikzylinder Ivac

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