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Definition Was ist eigentlich eine Servopumpe?

| Autor: M.A. Bernhard Richter

Eine Servopumpe ist eine besondere Form des Servoantriebs und bietet viele energetische Vorteile. Wie das funktioniert.

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Eine Servopumpe der neuesten Generation von Baumüller: Kupplung und Pumpenträger entfallen bei dem Pumpendirektanbau, was u.a. den Vorteil einer kürzeren Einbaulänge und einer geringeren Aufstellfläche der Maschine mit sich bringt.
Eine Servopumpe der neuesten Generation von Baumüller: Kupplung und Pumpenträger entfallen bei dem Pumpendirektanbau, was u.a. den Vorteil einer kürzeren Einbaulänge und einer geringeren Aufstellfläche der Maschine mit sich bringt.
(Bild: Baumüller)

Servopumpen sind eine besondere Form des Servoantriebes, die in der Regel aus einem Servomotor mit Servo-Umrichter bestehen. Die Komponenten bilden ein abgestimmtes mechatronisches System, das als funktionale Einheit zusammenwirkt.

Grundsätzlich gehören Überwachungseinrichtungen gegen Kurzschluss, Überlast oder Übertemperatur zur Ausstattung eines Servoumrichters. Häufig bietet der Servoumrichter auch einen gewissen Umfang an Steuerungsfunktionen zur Bewegungsführung und zur Steuerung eines Teils der Maschine.

Anwendungsgebiete für Servopumpen

Das besondere an einer Servopumpe ist, dass der Servoantrieb hier eine hydraulische Pumpe antreibt – dies ist meist der Anwendungsfall in hochkomplexen Prozessen, wie Spritzgussmaschinen, wo schnell und wiederholsicher ein gewisser Druck anliegen muss. In der Tat wurde dieser Druck früher von Konstantpumpen generiert, die – ob für den Prozess gerade erforderlich oder nicht – den Druck zur Verfügung stellen.

Mittlerweile gehört der Einsatz von Servopumpen, auch aufgrund der steigenden Energiekosten, bei Maschinenbauern zur Standardausrüstung. Anwender betrachten immer häufiger die Gesamtbetriebskosten und sehen, dass sich der erhöhte Anschaffungspreis für eine Servopumpe durch die deutliche Senkung des Energieverbrauchs sehr häufig schon innerhalb eines Jahres amortisieren kann.

Weiterentwicklung der Servopumpe

Bei der jüngsten Weiterentwicklung – in diesem Fall durch den Hersteller Baumüller – ist die Hydraulikpumpe mit einer Verzahnung direkt am Motor angebaut. Kupplung und Pumpenträger wie bei klassischen Servopumpen-Versionen entfallen dadurch, was den Vorteil einer kürzeren Einbaulänge und demzufolge eine geringere Aufstellfläche der Maschine mit sich bringen soll. Der Direktanbau bedeutet zudem den Wegfall mechanischer Teile. Der Maschinenbauer profitiert dabei von niedrigeren Lagerhaltungskosten.

Mit seiner neu entwickelten Servopumpe will Baumüller die Vorteile der hydraulischen Leistungsübertragung mit den Vorteilen der elektrischen Servo-Antriebstechnik vereinen. Durch die Regelung des Antriebs und den geringeren Energieverbrauch der Komponenten, vor allem im Teillastbereich, ergibt sich eine hochenergieeffiziente und dennoch wirtschaftliche Lösung, die Maschinenbauer und -anwender in der Kunststoff- und Druckgussindustrie als entscheidenden Wettbewerbsvorteil in ihren Maschinen umsetzen können.

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Über den Autor

M.A. Bernhard Richter

M.A. Bernhard Richter

Redakteur Online/Print/Video, konstruktionspraxis – Alles, was der Konstrukteur braucht