Pneumatikkomponenten Was intelligente, vernetzte Pneumatik leistet

Wie es in der Pneumatik um datenbasierte Predictive Maintenance, vernetzte Produktionsabläufe und intelligent geregelte Automatisierungssysteme steht, haben wir bei einigen Herstellern nachgefragt.

Mit den intelligenten servo-pneumatischen Schweißzangen von Festo sollen sich Ausfallzeiten um 25 Prozent reduzieren lassen.
Mit den intelligenten servo-pneumatischen Schweißzangen von Festo sollen sich Ausfallzeiten um 25 Prozent reduzieren lassen.
(Bild: Festo)

Smarte Pneumatikkomponenten sagen Prozessabweichungen voraus, machen präzise Angaben zur eigenen Lebensdauer und sorgen dafür, dass sich Strom und Druckluft einsparen lassen. „Langfristig nimmt die Automatisierung in der Herstellung weiter zu. Somit wird ein entscheidender Produktionsfaktor und Wettbewerbsvorteil die Maschinenlaufzeit sein – je länger und zuverlässiger, desto besser“, sagt Christian Ziegler, Manager Digital Business Development bei SMC. Auch aus ökologischer Sicht macht smarte Pneumatik Sinn. „Ich glaube, dass Umweltaspekte den nächsten großen Aufschwung antreiben“, so Ziegler.

Druckluftzufuhr in Zylinderkammern smart regeln

Bei Mader hat man erst kürzlich ein neues „Add-on“ für Pneumatikzylinder vorgestellt. PCC Blue steuert dank inte­grierter Sensortechnik und selbstlernender Algorithmen die Druckluftzufuhr in den Zylinderkammern exakt des tatsächlichen Bedarfs. Der Energieverbrauch der Pneumatikzylinder wird so auf ein notwendiges Minimum reduziert. Innerhalb weniger Hübe adaptiert das System sich vollautomatisch und definiert so eine Referenzzeit, die immer erreicht werden muss, um die Prozesssicherheit der Anwendung zu garantieren. Auf diese Weise ermittelt das System die tatsächlich benötigte Kraft zur Erreichung der Endlage. Der Druck in beiden Zylinderkammern wird unabhängig voneinander optimiert und bei jedem neuen Hub die tatsächliche Zeit mit der Referenzzeit verglichen. Durch diesen Prozess spart der Zylinder Druckluft und Energiekosten bei voller Prozesssicherheit. Auch zum Monitoring und für Analysezwecke lässt sich PCC Blue einsetzen. Das Add-on wird an die SPS-Steuerung der Maschine gekoppelt. Informationen können direkt an der Steuerung angezeigt werden. Relevante Messgrößen werden permanent erfasst. Mit der speziell für den Druckluftprozess entwickelten Software Looxr Druckluft 4.0 lassen sich die Daten erfassen, darstellen und auswerten. Sind Anomalien zu erkennen, schlägt die Software Alarm.

Über den Autor

Dipl.-Ing. (FH) Sandra Häuslein

Dipl.-Ing. (FH) Sandra Häuslein

Redakteurin, konstruktionspraxis – Alles, was der Konstrukteur braucht