Produktentwicklung Was hinter dem Plattformgedanken steckt

Von Jeroen Buring

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Wie der Plattformgedanke, der 2008 mit dem App Store von Apple Einzug gehalten hat, auch skalierbare Lösungen für den Produktentstehungsprozess und damit zahlreiche Vorteile gebracht hat, zeigt unser Autor hier.

Die 3D-Experience-Plattform von Dassault Systèmes ist eine virtuelle Umgebung, in der Menschen, Ideen und Daten miteinander verbunden werden.
Die 3D-Experience-Plattform von Dassault Systèmes ist eine virtuelle Umgebung, in der Menschen, Ideen und Daten miteinander verbunden werden.
(Bild: Dassault Systèmes)

Am 29. Juni 2007 wurde eine technische Innovation vorgestellt, die bis heute die Welt verändert: Auf der Bühne in San Francisco präsentierte Steve Jobs damals der Weltöffentlichkeit das iPhone – und hat damit eine Ära geprägt.

Doch die eigentliche Revolution, sowie der Siegeszug des iPhones, gelang erst ein Jahr später: Apple stellte den App Store vor. Die Plattform bot zum ersten Mal Nutzern die Möglichkeit, mit nur einem Klick aus einer Vielzahl an praktischen Tools, Spielen und Anwendungen zu wählen und diese – ohne technisches Knowhow – zu installieren sowie zu verwenden. Der Plattformgedanke war geboren.

Die Plattform weitergedacht

Das Erfolgsrezept einer zentralen Basis für Anwendungen hielt in den folgenden Jahren nicht nur bei Unterhaltungselektronik Einzug. Immer mehr Unternehmen suchten nach Lösungen, mit denen Daten sowie Software gebündelt, Wissen und Know-how geteilt und Innovationen vorangetrieben werden können.

Dassault Systèmes schuf mit der 3D-Experience-Plattform eine virtuelle Umgebung, in der Menschen, Ideen und Daten miteinander verbunden werden. Die 3D-Experience ist

  • sowohl ein Betriebssystem für Unternehmen als auch
  • ein Geschäftsmodell, mit dem Beziehungen und Rollen in Wertschöpfungsnetzen verändert werden können. Unternehmen ist es damit möglich, das vorgelagerte Denken mit Design, Technik, Produktion, Vertrieb und Marketing virtuell zu verbinden.

Das Ergebnis ist eine neue Art und Weise, Ideen voranzutreiben, Wertschöpfung zu erzeugen und disruptive Kundenerlebnisse zu ermöglichen.

Der Plattformgedanke wurde von Dassault Systèmes in den vergangenen zehn Jahren immer weiterentwickelt. Heute bietet die 3D-Experience-Plattform nicht nur Fachkräften in Unternehmen die Grundlage, um Innovationen zu erschaffen. Vielmehr finden heute Anwender aus unterschiedlichsten Branchen, aller Altersgruppen und mit den unterschiedlichsten Einsatzszenarien ihr Zuhause bei Dassault Systèmes.

Die passenden Tools für den Anwender

Was das bedeutet: Die Plattform ist sowohl flexibel als auch vielseitig – und bietet dadurch allen Anwendern genau die passenden Tools, die für die Verwirklichung der eigenen Ideen benötigt werden. Die Bandbreite deckt dabei Einzelpersonen, Start-ups, KMUs sowie Konzerne ab. Diese Skalierbarkeit trägt auch der Agilität vieler Unternehmen Rechnung: Sollten für einzelne Projekte andere oder weitere Ressourcen nötig werden, so lassen sich diese leicht nachträglich hinzufügen und ergänzen.

3D-Experience Lab: Heimat für Innovationen

Mit dem 2015 gegründeten 3D-Experience Lab hat Dassault Systèmes einen Ort geschaffen, der Anwendern bei der Verwirklichung von Innovationen Unterstützung bieten will: Das 3D-Experience Lab ist ein offenes Innovationslabor, das sich der Förderung von disruptiven Projekten verschrieben hat. Dabei geht es nicht nur um Wissensvermittlung von Experten, sondern auch um die Bereitstellung der virtuellen Tools, mit denen aus Ideen Innovationen werden. Damit sollen Projekte, die sich noch in der Prototyp-Phase befinden, beschleunigt werden, um Produkte oder Dienstleistungen schneller zur Marktreife zu entwickeln.

Das erste 3D-Experience Lab in Deutschland wurde 2022 in München eröffnet und trägt dazu bei, dass die Innovationskraft des Bundeslandes Bayern und der Bundesrepublik Deutschlands weiter gestärkt werden. Im Rahmen der Zusammenarbeit mit Start-ups wurden bereits erste Projekte vorangetrieben:

Gemeinsam wachsen und Ideen realisieren

Handhabung forminstabiler Materialien: Das Start-up Sewts aus München hat mithilfe von Dassault Systèmes gleich mehrere Herausforderungen gemeistert: Wie können Handhabungsprozesse von forminstabilen Materialien – etwa Textilien – automatisiert werden? Wie muss ein Greifer konstruiert sein, um diesen Prozess umsetzen zu können? Wie muss der Roboter programmiert werden, um die richtigen Positionen einzunehmen und Bewegungen durchzuführen? Und letztlich: Wie können noch während des Entwicklungsprozesses Marketing-Materialien entstehen?

Für all diese Herausforderungen nutzt das junge Unternehmen die 3D-Experience-Plattform in der Cloud und kann zudem auf die Unterstützung von Dassault Systèmes bauen:

  • Zum einen kamen verschiedenste Branchenlösungen zum Einsatz, mit denen die Entwicklung und Herstellung nicht nur besonders schnell, sondern auch unkompliziert möglich wurde.
  • Zum anderen wurde durch die „Single Source of Truth“ auf der Plattform die Zusammenarbeit merklich verbessert und beschleunigt – und die Datennutzung war für alle Beteiligten jederzeit möglich. Somit wurden Kosten und zeitlichen Ressourcen in der Entwicklung eingespart.

Roboter aus existierenden Komponenten: Ein weiteres Pionierprojekt wurde gemeinsam mit Fraunhofer IPA und dem 3D-Experience Lab vorangetrieben. Der Roboter Kevin soll in Life-Science-Laboren zum Einsatz kommen und dort wiederkehrende und manuelle Aufgaben übernehmen, wenn beispielsweise die Arbeitsbereiche gerade nicht besetzt sind. Der Clou: Kevin besteht aus bereits existierenden Komponenten und ist damit besonders zuverlässig.

Die größte Herausforderung für die Entwickler von Kevin bestand darin, aus den bestehenden Teilen das neue Produkt validieren zu können sowie qualitativ hochwertige Kommunikationsmaterialien bereitzustellen, ohne dass dafür ein physischer Prototyp gebaut werden musste. Die Lösung 3D-Excite von Dassault Systèmes ermöglichte es, dass Kevin in visueller Form bereits präsentiert werden konnte, während die Entwicklung noch lief. Das Ergebnis waren visuelle Eindrücke des Endprodukts, die für verschiedenste Marketingzwecke sowie für einen virtuellen Showroom zur Kundenakquise zum Einsatz kamen.

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Ideen beflügeln

Auch in Zukunft wird es immer neue Innovationen geben, die unsere Gesellschaft voranbringen. Fest steht, dass Dassault Systèmes mit seinem Plattformgedanken maßgeblichen Anteil daran haben will, Menschen und ihre Ideen zu beflügeln. Die Vielseitigkeit macht die Plattform dabei sowohl für ambitionierte Hobbytüftler als auch für Experten einsetzbar – und schafft damit die Basis für Ideen, die die Welt von morgen verändern werden.

* Jeroen Buring ist Director Eurocentral – Customer Role Experience & Customer Value Engagement (3D-Experience Works - Solidworks) bei Dassault Systèmes

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