Definition Was ist eigentlich ein Maker?

Macher, Schaffer, Tüftler - in diese Kategorie reiht sich der sogenannte Maker ein, der als Treiber der Next Economy gesehen wird. Was ein Maker ist und was ihn auszeichnet.

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Tüfteln und Werkeln wie Daniel Düsentreib – und das mit den aktuellen Technologien und Möglichkeiten.
Tüfteln und Werkeln wie Daniel Düsentreib – und das mit den aktuellen Technologien und Möglichkeiten.
(Bild: gemeinfrei / Pixabay )

Seit geraumer Zeit ist unter anderem bei Ankündigungen in der Welt des PLM und CAx immer wieder von sogenannten Makern die Rede. So bieten die Unternehmen zum Beispiel häufig Sonderkonditionen und spezielle Angebote für Maker an. Zum Ende des Jahres wollte ich diesem eher weichen Thema auf den Grund gehen und habe recherchiert,

  • was eigentlich ein Maker ist,
  • was einen Maker auszeichnet und
  • was ihn vom Konstrukteur und Entwickler unterscheidet.

Maker – der Daniel Düsentrieb des 21. Jahrhunderts

Was Maker genau sind, ist ein vieldiskutiertes Thema. Eine Definition beschreibt sie jedoch als Personen, die aktiv anpacken, fachübergreifend gestalten, Produkte entwickeln.

Mickey Wakefield, Fusion 360 Community Manager bei Autodesk

Hobbybastler, Enthusiasten, DIY-Experten oder Studenten – es gibt viele Personen, die unter den Begriff „Maker“ fallen. Allen gemein ist der Aspekt, dass sie Amateure mit Technikfaible sind, was auch als großer Vorteil der Bewegung betrachtet wird. Für Jeroen Buring, Director Eurocentral – Customer Role Experience bei Solidworks, ist ein Maker vor allem ein Anwender, der seine persönlichen, nichtkommerziellen Projekte verwirklichen will.

Experten zufolge markiert das Phänomen der Fablabs den Anbruch der dritten industriellen Revolution und der Next Economy, in der Kollaboration, Teilen, Gemeinschaft und Innovation unsere Wirtschaft formen.
Experten zufolge markiert das Phänomen der Fablabs den Anbruch der dritten industriellen Revolution und der Next Economy, in der Kollaboration, Teilen, Gemeinschaft und Innovation unsere Wirtschaft formen.
(Bild: www.zukunftsinstitut.de)

Chancen für die Industrie von morgen

Maker sind eine Quelle für Innovationen, für neue Produkte und können mit ihren Erfindungen einen Mehrwert für die Gemeinschaft erzeugen. So werden sie von Experten auch als Teil der Next Economy zu sehen: Sie sind Selbermacher mit Spaß an der Sache. Als Kreativköpfe und Technikenthusiasten teilen sie ihre Erfindungen, tauschen sich aus, lernen voneinander. So entstehen zum einen innovative Produkte; zum anderem werden bestehende Produkte durch Veränderungen individualisiert, optimiert und häufig im Sinne der Nachhaltigkeit wieder in Funktion gesetzt.

Je mehr Menschen technische Dinge ausprobieren, desto höher ist die Wahrscheinlichkeit, dass die ein oder andere Erfindung entsteht, die zur Innovation reift. Es entstehen Produkte, die es in der Massenproduktion nicht gibt. Vom verspielten Einzelstück bis hin zum designten Prototypen, der dann zum Beispiel mittels einer Crowdfunding-Plattform einen Maker zum Unternehmer werden lassen kann. Das geschieht zu Hause oder in Fablabs, Hacker- oder Makerspaces und Repair Cafés.

Der Ursprung der Maker-Bewegung

Wie die Fablabs entstanden sind

Die FabLab-Bewegung ist aus der Vorlesung „How to Make (Almost) Anything“ von Professor Neil Gershenfeld am Center for Bits and Atoms des Massachusetts Institute of Technology hervorgegangen. Für diese Veranstaltung eröffnete Professor Gershenfeld eine Werkstatt, die er seinen Studenten zur Verfügung stellte. Dabei sei man überrascht gewesen von dem Ansturm auf die Vorlesung und begann, ein Konzept zusammenzustellen, nach dem ähnliche Werkstätten weltweit aufgebaut werden konnten – deshalb findet sich in allen Fablabs weltweit eine ähnliche Ausstattung.
Fablabs sind nicht zur Massenproduktion gedacht, sondern sollen jedem Einzelnen die Möglichkeit geben, stark individualisierte Projekte mit leistungsfähigen industriellen Produktionsverfahren zu realisieren. Dazu wurde vom MIT eine entsprechende Charta für Fablabs veröffentlicht.
Die Ausstattung eines FabLabs besteht zum größten Teil aus digitalen Maschinen. Durch die computergestütze Entwicklung können selbst komplexe und detailreiche Werkstücke einfach entworfen und präzise gefertigt werden. Zur Standardausstattung eines FabLabs gehören Maschinen und Werkzeuge zum Was in einem Fablab zu finden ist:

  • Schneiden und Gravieren (Lasercutter, Folienschneider)
  • subtraktiven Arbeiten (CNC-Fräse)
  • additiven Arbeiten (3D-Drucker) und
  • Herstellen (Belichtungs- und Ätzgerät) und Bestücken (Lötkolben) von Leiterplatten.

Was den Maker vom Ingenieur unterscheidet

Für Jeroen Buring ist der wichtigste Unterschied zwischen einem Maker und einem Entwickler oder Konstrukteur, dass er in erster Linie im privaten Rahmen agiert, wobei er oftmals von den Fähigkeiten aus dem Arbeitskontext profitiere – für das Unternehmen ein wichtiger Grund, seine Lösungen zu besonderen Konditionen anzubieten. „Maker können für ihre Projekte die gleichen digitalen Anwendungen nutzen, auf die auch Fachanwender setzen. Dies sind beispielsweise Hobby-Entwickler, die ihre eigenen Ideen und Projekte mit Hilfe von Solidworks umsetzen,“ so Jeroen Buring.

Dassault Systèmes möchte mit seinen Lösungen allen Menschen mit innovativen Ideen die Chance geben, diese auch zu verwirklichen. Wir sehen einen immer stärkeren Shift von „klassischen“ Anwendern in Unternehmen hin zu Tüftlern und Entdeckern aus dem privaten Kontext. Diese Macher schaffen für zukünftige Innovationen den Rahmen und entwickeln Bestehendes weiter.

Jeroen Buring, Director Eurocentral – Customer Role Experience bei Solidworks

Der Maker arbeitet multidisziplinär

Einen weiteren Unterschied hebt Mickey Wakefield hervor: Im Gegensatz zum typischen Ingenieur, der häufig zunächst ein Produkt im Kopf habe und dann nach Wegen suche, dieses mithilfe von Technik zu verwirklichen, beginne der Maker damit, Dinge auseinander zu bauen und verbessert wieder wieder zusammenzuschrauben. „Es ist für Maker nicht ungewöhnlich, jahrelang an einem Produkt zu arbeiten, welches sie auch einfach in einem Geschäft hätten kaufen können. Sie tüfteln an interessanten Ideen herum und finden erst lange später eine Verwendung dafür,“ erklärt Mickey Wakefield.

Zudem ist das Werk von Makern häufig durch den multidisziplinären Aspekt gekennzeichnet, auch die Entwicklung übernehmen sie selbst. Sie erledigen Arbeiten, die in mehrere Bereiche gleichzeitig fallen – darunter Technik, Programmierung, Produktion und Herstellung.

Alle diese Rollen sind spezialisiert – ein Designer würde nicht die Treibersoftware für einen Roboter programmieren, dessen Form er entwickelt hat. Ein Maker würde den Roboter zeichnen, seine Teile in der Maschine herstellen, sie zusammenfügen, die Leiterplatte löten und dann die Oberfläche für den Benutzer programmieren. Wahrscheinlich würden sie gleichzeitig sogar noch ihre Arbeit dokumentieren und durch ein Video ergänzen.

Mickey Wakefield, Fusion 360 Community Manager bei Autodesk

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Quellen:

www.fabrikationslabor.de

fablab.fau.de

maker-faire.de

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