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Smarte Produkte Was das Merkmal Smart bei Produkten bedeutet

Autor: Jan Vollmuth

Smart, smart, smart, wohin man schaut: Kaum ein neues Produkt kommt noch ohne dieses Attribut aus. Doch was genau ist eigentlich ein smartes Produkt?

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(Bild: ©BillionPhotos.com - stock.adobe.com)

Alles smart, oder was? Kaum ein Begriff erfreut sich in den letzten Monaten einer derart inflationären Verwendung wie das Wort smart. Allein die Suche auf dem Online-Portal konstruktionspraxis.de führte Mitte November zu über 1900 Treffern. Dabei reicht die Bandbreite der Suchergebnisse etwa von Smart Factories und smarten Greifsystemen, über smarte Kameras bis hin zu smarten Prozessen oder smarten Sensoren.

Ein Wort mit vielen Bedeutungen

Was verbirgt sich eigentlich hinter dem Begriff „smart“, was macht ein Produkt oder eine Dienstleistung smart? Ein Blick ins Online-Wörterbuch Leo.org bietet zahlreiche Übersetzungen an. Mit „intelligent“ und „klug“ klingt bereits an, worum es tatsächlich geht.

Ein Blick auf die jüngste Technikgeschichte hilft auf die Sprünge: In den letzten Jahren und Jahrzehnten wurden mechanische Komponenten zunehmend um elektronische Komponenten wie Mikrochips oder Sensoren und Software erweitert. Möglich wurde dies etwa durch die fortschreitende Miniaturisierung der Elektronik und Fortschritten in der Informationsverarbeitung. Im Zuge der Diskussion um das Internet of Things und die Industrie 4.0 wurden diese Produkte sukzessive um die Fähigkeit erweitert, mit anderen Produkten und mit dem Internet zu kommunizieren – fertig waren die sogenannten cyber-physische Systeme.

Digital und vernetzt

Nun ist der Schritt zum smarten Produkt nicht weit: Laut der Broschüre „Engineering smarter Produkte und Services“ der Plattform Industrie 4.0 handelt es sich bei smarten Produkten um cyber-physische Systeme, die um intelligente, Internet-basierte Dienste ergänzt werden.

Die wichtigsten Merkmale von smarten Produkten:

  • ein hoher Grad an (Teil-)Autonomie
  • Vernetzungsfähigkeit
  • Personalisierungsfähigkeit
  • Benutzerfreundlichkeit und -zentrierung
  • Rekonfigurierbarkeit
  • Echtzeit-Reaktivität auf Umweltveränderungen
  • Kontextsensitivität

Die vier Abstufungen smarter Produkte

Einen wichtigen Beitrag dazu, wie der Begriff smarte Produkte heute verstanden wird, leistete der Artikel „How Smart, Connected Products Are Transforming Competition“ im Harvard Business Review aus dem Jahre 2014 von Michael E. Porter and James E. Heppelmann. Die Autoren unterscheiden vier aufeinander aufbauende Fähigkeitsstufen:

  • Smarte Produkte der ersten Stufe können den Zustand ihres Betriebs sowie ihrer Umwelt durch entsprechend eingebaute Sensorik und externe Datenquellen überwachen.
  • Smarte Produkte der zweiten Stufe können ferngesteuert werden, etwa mittels eingebetteter Software oder Internet-Plattformen.
  • Smarte Produkte der dritten Stufe kombinieren die beiden ersten Stufen, was eine kontinuierliche Verbesserung und Optimierung ihrer Funktionen ermöglicht.
  • Smarte Produkte der vierten Stufen kombineren die vorhergehenden Stufen. Sie agieren autonom und können sich selbst diagnostizieren, verbessern beziehungsweise instand halten.

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Über den Autor

 Jan Vollmuth

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