Schraubenberechnung
Vorspannkraft von Schrauben mit Ultraschall messen

Von Christian Mack, Fastener-Testing-Center bei Arnold Umformtechnik, Moritz Stahl, Director Fastener-Testing-Center Arnold Umformtechnik 4 min Lesedauer

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Bei lösbaren Verbindungen sind Schrauben nach wie vor das Mittel der Wahl. Für die nötige Sicherheit sind sorgen Vorspannkräfte, die sich mit Berechnungsmodellen berechnen lassen. Doch verhalten sich die Schraubverbindungen in der Praxis tatsächlich so wie berechnet? Eine neue Messmethode bestimmt die Vorspannkraft direkt in der Originalschraube per Ultraschall. 

Durch Einkopplung von Ultraschall in die Originalschraube, die dabei als Prüfling dient, ist die gemessene Vorspannkraft identisch der tatsächlichen Kraft im Betrieb.(Bild:  Arnold Umformtechnik)
Durch Einkopplung von Ultraschall in die Originalschraube, die dabei als Prüfling dient, ist die gemessene Vorspannkraft identisch der tatsächlichen Kraft im Betrieb.
(Bild: Arnold Umformtechnik)

Die Auslegung von Schraubverbindungen ist nicht trivial, auch mit viel Erfahrung und Know-how gibt es in der Praxis immer wieder Überraschungen. Besonders bei dynamischen, thermischen oder mechanischen Beanspruchungen steckt der Teufel oft im Detail. Auch neue Werkstoffe und Verfahren wie 3D-Druck, Lasersintern und Co. können für eine Verschraubung neue Bedingungen schaffen, die bisherige Berechnungsweisen nicht abbilden.Die beste Lösung wäre, die tatsächliche Vorspannkraft zu messen. Herkömmliche Verfahren sind aber entweder auf den Prüfstand beschränkt, benötigen andere Schrauben als in der Montage verwendet oder erfordern zusätzliche Fugen im Schraubverbund. Die Messung der Vorspannkraft im realen Verbund mit Originalschrauben und Gewinde an Ölwannen, Getriebe- oder Gasrohrflanschen war so oft nicht möglich. Ein neuer Ansatz ändert das: Wird Ultraschall in die Schraube eingeleitet, dienen die Originalschrauben als Prüfling und die gemessene Vorspannkraft entspricht dann der tatsächlichen Klemmkraft im Betrieb.