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Virtual Reality Virtual Reality: KIT zeigt Anwendungen auf der Hannover Messe 2015

| Redakteur: Dipl.-Ing. (FH) Monika Zwettler

Das Karlsruher Institut für Technologie (KIT) zeigt auf der diesjährigen Hannover Messe unter anderem, wie Produktionsprozesse der Zukunft aussehen können und lässt Besucher mit einem Bagger Löcher in den KIT-Stand graben – zumindest virtuell.

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Besucher des KIT-Standes können in einem realen Bagger-Führerhaus alle Schalthebel ausprobieren und dabei Löcher in den Messeboden graben oder Passanten den Weg mit Sandhaufen versperren
Besucher des KIT-Standes können in einem realen Bagger-Führerhaus alle Schalthebel ausprobieren und dabei Löcher in den Messeboden graben oder Passanten den Weg mit Sandhaufen versperren
(Bild: KIT/Andreas Rüdenauer)

Besucher des KIT-Standes können in einem realen Bagger-Führerhaus alle Schalthebel ausprobieren und dabei Löcher in den Messeboden graben oder Passanten den Weg mit Sandhaufen versperren – und das ganz ohne Gefahr: Die Software-Plattform Cross Connected des KIT Spin-Offs Rüdenauer 3D Technology GmbH simuliert das reale Verhalten des Baggers in Echtzeit und visualisiert es interaktiv dreidimensional.

Bagger zeigt technische Prozesse

So wird der Bagger per Virtual Reality-Brille am Stand erlebbar. Cross Connected simuliert aber nicht nur die Bewegung des Baggers, sondern alle mechatronischen, in diesem Fall die mechanischen und hydraulischen Prozesse. So können Zuschauer auf Monitoren vor dem realen Bagger beobachten, wie sich der Motor verhält, wenn der Baggerführer das Gaspedal drückt. Oder wie der Druck in den Leitungen der Baggerschaufel steigt, wenn diese sich hebt. „Es gibt derzeit kein System auf dem Markt, das genau die gleiche Funktionalität bietet wie Cross Connected“, sagt Andreas Rüdenauer, Gründer und ehemaliger Mitarbeiter des KIT-Lehrstuhls für Mobile Arbeitsmaschinen.

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Virtual Reality: Industrie 4.0 in virtueller Fabrik erleben

Industrie 4.0 steht für eine smarte Fabrik und stellt neue Anforderungen an die IT-Infrastruktur. Forscher am KIT entwickeln im "Industrie 4.0 Collaboration Lab" in Zusammenarbeit mit dem Bechtle IT-Systemhaus Karlsruhe und der SolidLine AG eine effiziente und flexible Virtualisierung von Anlagen und Produktionslinien. Besucher können am KIT-Stand eine virtuelle Fabrikhalle im Anlagenbau interaktiv begehen und erleben. Das Ziel der Forscher ist, auf Knopfdruck ein virtuelles Abbild einer Anlage zu generieren. Dieses lässt sich dann für die Fabrik- und Prozessplanung, Produktionsüberwachung und Training einsetzen. Eine der größten Herausforderungen ist dabei die automatisierte Aufbereitung großer, heterogener Datenmengen, deren Herkunft und Bedeutung in Echtzeit interpretiert und weiterverarbeitet werden müssen.

Highlight am Stand: Fifi

Für den innerbetrieblichen Warenverkehr haben Wissenschaftler des Karlsruher Instituts für Technologie (KIT) ein Transportfahrzeug entwickelt, das sich durch natürliche Gesten steuern lässt: Fifi erfasst seine Umgebung mit einer 3D-Kamera, folgt dem Nutzer, erkennt Gesten und führt die entsprechenden Befehle aus. Indem es den Transport von Waren vereinfacht, macht Fifi die Prozesse effizienter und entlastet die Mitarbeiter.

„Mit Fifi haben wir ein Benutzerinterface entwickelt, das viel intuitiver und natürlicher ist, als die bisher in der Branche üblichen Systeme“, erklärt Institutsleiter Kai Furmans. „Ziel ist es, Technik wirklich handhabbar zu machen“. Der Nutzer hat keinen direkten Kontakt zum Fahrzeug, eine eingebaute Kamera erzeugt ein 3D-Bild der Umgebung. Daraus wird über 3D-Bildverarbeitungsalgorithmen ein Skelett des Nutzers und seiner Hände erzeugt. Mithilfe eines Gestenvokabulars interpretiert Fifi Veränderungen des Skeletts und sendet entsprechende Steuerbefehle an Fahrwerk und Hub. (mz)

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