Fügetechnik Vier Neuheiten von der Euroblech 2022

Aktualisiert am 07.11.2022 Von Juliana Pfeiffer

Anbieter zum Thema

Erdungssenkschrauben, die einen Potentialausgleich schaffen, ein neues Verfahren für mehr Qualität und Robustheit beim Laserschweißen, bis hin zu einem Cobot-Schweißsystem, das den Einstieg in das automatisierte Schweißen erleichtert - diese Neuheiten gab es auf der Euroblech 2022 zu sehen.

Die Erdungssenkschrauben bewirken einen Potentialausgleich sowohl in einer Senkbohrung als auch in einer zylindrischen Bohrung.
Die Erdungssenkschrauben bewirken einen Potentialausgleich sowohl in einer Senkbohrung als auch in einer zylindrischen Bohrung.
(Bild: Dirak)

Um Personen und Betriebsmittel vor Schlägen durch Überspannung zu schützen, greift in

(Bild: Dirak)

der Regel ein Potentialausgleich. Lackierte oder pulverbeschichtete metallische Grundmaterialien lassen sich jedoch nicht ohne Vorbehandlung der Anschlussstellen in den Potentialausgleich einbeziehen. Werden herkömmliche Verbindungselemente verwendet, muss zunächst die obere Schicht der Kontaktfläche entfernt oder lackfrei gehalten werden. Mit der von Dirak entwickelten, Erdungssenkschraube entfällt dieser zeit- und kostenintensive Arbeitsschritt. Die VDE zertifizierten Erdungssenkschrauben sind unter dem Schraubenkopf mit einer Segmentschneide sowie einem Kratzzahn ausgerüstet. Die Schrauben bewirken einen Potentialausgleich sowohl in einer Senkbohrung als auch in einer zylindrischen Bohrung. In einer Senkbohrung übernimmt die Segmentschneide den elektrischen Kontakt zum metallischen Grundmaterial. Die Segmentschneide und der Kratzzahn erhöhen die Unterkopfreibung sowohl in einer Senkbohrung als auch in einer zylindrischen Bohrung und steigern damit die Losdrehsicherheit in der Verbindung. Bei einer zylindrischen Bohrung übernehmen die doppelseitig, um 90° versetzten, Kratzzähne den sicheren Potentialausgleich auf der Kante des Blechs. Durch das Eindrehen kratzen sie die lackierte Kante bis max. 170μm der Bohrung frei und stellen dabei den elektrischen Kontakt zum Metall her. Die Segmentschneide übernimmt dabei die Zentrierung der Schraube in der Bohrung.

Einfach gute Verbindungen

Regionale Fachmesse für Schraubverbindungen

SchraubTec verbindet Wissen und Experten der industriellen Verbindungstechnik. Ob in der Ausstellung oder in kostenlosen Fachvorträgen: In persönlicher Atmosphäre können Sie sich über Verbindungstechnik, Schraubverbindungen, Schraubtechnik, Schraubwerkzeugen sowie Einkauf, Beschaffung und Management von C-Teilen informieren. Der Besuch ist kostenlos.

Weitere Informationen zur SchraubTec

Laserstrahl über Roboter und Optik zeitgleich bewegen

(Bild: Trumpf)

Trumpf hat mit Bright Line Scan ein neues Verfahren für mehr Qualität und Robustheit beim Laserschweißen entwickelt. Bislang konnten Anwender den Laserstrahl beim Schweißen ausschließlich über den Schweißroboter steuern. Bei der neuen Technologie lässt sich der Laserstrahl zudem auch über den Laserscanner bewegen. Diese Kombination aus Roboter und Scanner ermöglicht neben der Vorwärtsbewegung des Roboters auch eine weitere frei programmierbare Laserbewegung in jede beliebige Richtung. Speziell entwickelte Leichtbauspiegel machen diese sogenannte „Oszillationsbewegung“ möglich. Dadurch lassen sich Frequenzen im Kilohertz-Bereich erzielen und die mögliche Blechdicke verdoppelt sich beim Wärmeleitschweißen von 3 auf 6 mm. Mit der neuen Technologie können Anwender die Anbindungsfläche der Bauteile, die direkt vom Laserstrahl aufgeschmolzen wird, je nach Anwendung individuell einstellen. Das steigert die Prozesssicherheit und Qualität der Bauteile. Mit der zusätzlichen Strahlführung über den Scanner steigt außerdem die Toleranz des Verfahrens. Für die Bewegung des Laserstrahls über den Laserscanner ist bei Bright Line Scan die von Trumpf entwickelte, frei programmierte Fokussieroptik PFO 20 verantwortlich. Diese ist in die Schweißoptik des Roboters integriert.

Aluminiumschweißen mit Heißdraht

(Bild: Laserline)

Laserline präsentierte auf der Euroblech 2022 Lösungen für die Bearbeitung von Aluminium-, Kupfer- und Stahlbauteilen. Zu den Highlights gehört eine von Lincoln Electric entwickelte Verfahrenslösung zum Aluminiumschweißen mit Heißdraht (Hot Wire Aluminium Welding). Sie bietet eine deutlich größere Prozessstabilität als konventionelle Aluminiumfügeverfahren und punktet durch reduzierten Wärmeeintrag in den Grundwerkstoff sowie hohe Prozessgeschwindigkeit bei hohen Nahtgüten. Die Erhitzung des Drahts im Vorfeld des Schweißprozesses, die durch joulesche Erwärmung realisiert wird, ermöglicht einen effizienteren und gezielteren Einsatz der Laserenergie und optimiert so die Wirtschaftlichkeit der Applikation. Neben klassischen Fügeprozessen ist das Verfahren auch für Auftragschweißanwendungen interessant. Zudem stellt Laserline für die Bearbeitung von Kupferbauteilen den blauen Diodenlaser mit 3 kW CW-Ausgangsleistung vor. Er repräsentiert laut Unternehmen die gegenwärtig höchste Leistungsklasse von Industrielasern im blauen Wellenlängenspektrum, welches von Kupfer weit besser absorbiert wird als Infrarotstrahlung. Die Leistungssteigerung auf 3 kW bei 30 mm·mrad Strahlqualität und ~445 nm Wellenlänge ermöglicht die Bearbeitung größerer Querschnitte sowie schnellere Schweißprozesse mit geringerem Wärmeeintrag. Beim Fügen von Blechen lässt sich die gängige Einschweißtiefe, beim Fügen von Hairpins der bisher mögliche Querschnitt verdoppeln. In der Antriebstechnik kommen blaue Diodenlaser dadurch auch für die Fertigung von größeren Elektromotoren, im Additive Manufacturing für den Aufbau großer und massiver Bauteile aus Kupfer und Kupferlegierungen in Frage.

Cobot erleichtert Einstieg ins automatisierte Schweißen

(Bild: Cloos)

Cloos bietet mit dem Cobot-Schweißsystem Qineo Arc Bot einen einfachen Einstieg in die Welt des automatisierten Schweißens. Damit können Anwender auch kleine Losgrößen wirtschaftlich und in gleichbleibend hoher Qualität schweißen. Das kompakte "Ready to weld"-Komplettpaket wird vollständig schweißfertig ausgeliefert. Somit lässt sich der Quineo Arc Bot problemlos in bestehende Fertigungsabläufe integrieren. Durch einen Drehmomentsensor in jeder Achse lässt sich der Cobot exakt programmieren und verfahren. Die Bedienung erfolgt intuitiv. Individuelle Anpassungen kann der Anwender auf dem benutzerfreundlichen Touch-Bedienfeld mit speziell für das Schweißen entwickelten Makros vornehmen. Zudem garantieren die Freedrive-Möglichkeit mit Fußschalter und das intelligente Sicherheitskonzept eine feinfühlige und sichere Steuerung des Cobots. Eine weitere Besonderheit ist der einfache Restart nach einem Not-Halt, da kein aufwändiges Entsperren oder Freifahren des Roboters notwendig ist.

(ID:48630693)

Jetzt Newsletter abonnieren

Verpassen Sie nicht unsere besten Inhalte

Mit Klick auf „Newsletter abonnieren“ erkläre ich mich mit der Verarbeitung und Nutzung meiner Daten gemäß Einwilligungserklärung (bitte aufklappen für Details) einverstanden und akzeptiere die Nutzungsbedingungen. Weitere Informationen finde ich in unserer Datenschutzerklärung.

Aufklappen für Details zu Ihrer Einwilligung