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Condition-Monitoring-System Verbaute Freiläufe vorausschauend überwachen

| Redakteur: Dipl.-Ing. (FH) Sandra Häuslein

Ein Condition-Monitoring-System für Gehäusefreiläufe soll vor allem Betreibern komplexer Multi-Motoranlagen erlauben, verbauten Freiläufe vorausschauend zu überwachen.

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Ringspann hat das Condition-Monitoring-Systems für seine FH-Gehäusefreiläufe an einem konkreten Beispiel demonstriert: und zwar an einem Gehäusefreilauf mit einem Nenndrehmoment von 5500 Nm, an dem typische Schadensfälle simuliert werden. Das Bild zeigt ein Messemodell.
Ringspann hat das Condition-Monitoring-Systems für seine FH-Gehäusefreiläufe an einem konkreten Beispiel demonstriert: und zwar an einem Gehäusefreilauf mit einem Nenndrehmoment von 5500 Nm, an dem typische Schadensfälle simuliert werden. Das Bild zeigt ein Messemodell.
(Bild: Ringspann )

Mit einem neuen Condition-Monitoring-System für die Gehäusefreiläufe der Baureihe FH will es Ringspann Anwendern ermöglichen, ins Innere der Bauteile zu blicken und die vorausschauende Wartung in Echtzeit, rund um die Uhr und ortsunabhängig durchführen zu können. Dies ist vor allem dann von Vorteil, wenn mehrere Freiläufe an mitunter schwer zugänglichen Stellen im Antriebssystem verbaut sind.

Die Gehäusefreiläufe der Serie FH von Ringspann sind Überholfreiläufe und dienen mit Nenndrehmomenten von 1356 Nm bis 81.000 Nm zum Beispiel als automatische Überholkupplungen in Antriebssträngen mit mehreren schnell drehenden Motoren oder Turbinen. Fällt ein Antrieb aus, entkoppelt ihn der FH vom Antriebsstrang. Der Einbau aufwändiger Schalteinrichtungen erübrigt sich damit. Zum Einsatz kommt dieser Freilauftyp unter anderem an Pumpen, Generatoren, Förderbändern, Ventilatoren oder unterbrechungsfreien Stromversorgungen.

Sensor- und Diagnosetechnik im Gehäusefreilauf integriert

Um die Condition-Monitoring-Lösung realisieren zu können, wurden neben neuartiger Sensor- und Diagnosetechnik auch moderne Telematik-Tools eingesetzt. Im Ergebnis ist eine Komplettlösung entstanden, die dem Anwender einen vollständigen Überblick über den aktuellen funktionellen und kinematischen Status der Gehäusefreiläufe geben soll. Dazu werden alle MRO-(Maintenance-, Repair-, Operations-)relevanten Betriebstemperaturen und Leistungsparameter erfasst: Thermosensoren messen die Wärmeentwicklung, induktive Sensoren kontrollieren die Drehzahlen der An- und Abtriebswellen, Schwingungssensoren ermitteln den Lagerzustand und Diagnoseelektronik agiert als Frühwarnsystem.

Zur Feinanalyse und Interpretation lassen sich alle Daten via Fernwartung direkt an das Ringspann-Servicecenter weiterleiten. Von dort erfolgt die Rückmeldung in Form von Produktions- und Effizienzgrafiken.

Der Anlagenbetreiber oder Instandhalter kann das MRO-relevante Geschehen im Freilauf am Bildschirm, Tablet oder Smartphone verfolgen: Welt- und Länderkarten zeigen ihm die Standorte der überwachten Freiläufe, Ampelsymbole visualisieren die Lage und den Funktionsstatus aller Sensoren und farbige Diagramme geben Auskunft über eventuell schädliche Vibrationen und die Einhaltung schwingungstechnischer Grenzwerte. Warnlampen blinken auf, sobald im Inneren des Gehäusefreilaufs eine funktionelle Schieflage entsteht oder ein kritischer Zustand erreicht wird.

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Geschehen in Gehäusefreiläufen überwachen und analysieren

Primär erhalten Instandhalter und Anlagenbetreiber damit ein leistungsfähiges Werkzeug, mit dem sie sofort auf das akute Geschehen in den Gehäusefreiläufen – und dann auch im gesamten Antriebsstrang – reagieren können: Um drohende Schäden und Ausfälle zu vermeiden, um teuren Folgeschäden vorzubeugen oder um ausgeführte Reparaturen zu überprüfen. Als Sekundäreffekt macht das neue System aufgrund seiner Fernwartung und der aktiven Einbindung der unternehmenseigenen Freilauf-Analysten aber auch den Weg frei für weitere antriebstechnische Prozessoptimierungen und die Verbesserung der Anlagenverfügbarkeit. Darüber hinaus schafft es die Grundlage für gezielte Ursachen- und Schwachstellenanalysen und soll nicht zuletzt auch den entspannten Blick auf Restlaufzeiten und die Planung von Wartungsintervallen und Reparaturarbeiten ermöglichen.

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Größter Gehäusefreilauf der Serie FH

Gehäusefreilauf FH 30.000 R
Gehäusefreilauf FH 30.000 R
( Bild: Ringspann )

Die Gehäusefreiläufe der Serie FH von Ringspann sind Überholfreiläufe und dienen mit Nenndrehmomenten von 1356 Nm bis 81.000 Nm zum Beispiel als automatische Überholkupplungen in Antriebssträngen mit mehreren schnell drehenden Motoren oder Turbinen. Als Komplettlösung mit integriertem Ölfiltersystem und integrierter Feststellbremse ist der derzeit größte Gehäusefreilauf FH 30.000 R wartungsarm und benötigt keine externe Ölversorgung.

Ringspann hat das Condition-Monitoring-System für Gehäusefreiläufe nicht als singuläres Stand-alone-Produkt konzipiert, sondern ausgelegt für die Integration in übergeordnete Produktions- oder Service-Leitsysteme. Netzwerk- und Internet-Technologien sind daher fester Bestandteil des Gesamtpakets, das das Unternehmen seinen Kunden bietet.

Im Frühjahr hat Ringspann ein konkretes Beispiel dazu präsentiert: Auf der Hannover Messe war ein FH-Gehäusefreilauf mittlerer Größe mit einem Nenndrehmoment von 5500 Nm zu sehen, an dem – eingebunden in das neue Condition Monitoring System – verschiedene typische Schadensfälle simuliert wurden. Wie in der MRO-Praxis auch, konnten Messebesucher am Tablet-PC das Szenarium im Inneren des Freilaufs live mitverfolgen.

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