Wirtschaft VDMA dämpft wegen Ukraine-Krieg die Erwartungen für 2022

Quelle: Pressemitteilung

Der Verband geht davon aus, dass der Krieg in der Ukraine die Probleme in den Lieferketten weiter verschärft.

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Die ohnehin schon strapazierten Lieferketten werden durch den Ukraine-Krieg weiter geschwächt. Es fehlt vor allem an Elektronikkomponenten und Metallerzeugnissen.
Die ohnehin schon strapazierten Lieferketten werden durch den Ukraine-Krieg weiter geschwächt. Es fehlt vor allem an Elektronikkomponenten und Metallerzeugnissen.
(Bild: gemeinfrei / Pixabay )

Der Verband Deutscher Maschinen- und Anlagenbau (VDMA) hat die Prognosen für den Produktionszuwachs 2022 gesenkt. Wie der Verband mitteilt, rechnet er mit 4 Prozent Zuwachs in der Produktion in diesem Jahr. Die ursprüngliche Prognose lag bei 7 Prozent. Im vergangenen Jahr habe die Produktion im Maschinen- und Anlagenbau in Deutschland um real 6,4 Prozent zugelegt.

Der VDMA hat zudem Anfang März seine Mitglieder zu aktuellen wirtschaftlichen Themen befragt. Demnach sehen 85 Prozent der knapp 550 Teilnehmer den Krieg als gravierendes oder merkliches Risiko für ihre Geschäfte. Knapp 80 Prozent der Maschinen- und Anlagenbauer erwarten gravierende oder merkliche Folgen zum Beispiel durch eine weitere Energieverteuerung, die allgemeine Verunsicherung von Kunden oder die Rubel-Abwertung.

Unternehmen werden zahlen müssen

„Für den Maschinen- und Anlagenbau ist die Geschäftstätigkeit mit Russland zwar nicht existenziell, aber die Unternehmen werden für den russischen Angriffskrieg, der durch nichts zu rechtfertigen ist, einen Preis zahlen müssen“, sagt VDMA-Präsident Karl Haeusgen. Es brauche jetzt einen schnellen Friedensschluss unter Wahrung der territorialen Integrität der Ukraine, so Haeusgen.

Das Exportvolumen im Bereich Maschinen- und Anlagenbau für Russland, Ukraine und Belarus zusammen lag 2021 bei insgesamt 7 Milliarden Euro, heißt es weiter. „Hiervon werden wir aller Voraussicht nach deutliche Abstriche bis zum weitgehenden Ausfall machen müssen. Unsere Umfrage zeigt zudem: Noch schwerer wiegen die indirekten Folgen des Ukraine-Kriegs, also die gegenseitigen Sanktionen, der Abbruch von Geschäftsbeziehungen bis hin zu grundlegend veränderten geopolitischen und ökonomischen Rahmenbedingungen“, erläutert Haeusgen.

Probleme bei Elektronikkomponenten und Metallerzeugnissen

Vor allem die anhaltenden Probleme mit den Lieferketten machen den Unternehmen zu schaffen. 32 Prozent der Firmen sehen sich hier mit gravierenden Schwierigkeiten konfrontiert, 42 Prozent sprechen von merklichen Behinderungen. Mit 53 Prozent erwartet die Mehrheit der Befragten eine Verschärfung der Schwierigkeiten in den Lieferketten, weitere 43 Prozent gehen von einer gleichbleibend angespannten Situation aus. Probleme gebe es vor allem bei Elektronikkomponenten sowie bei Metallerzeugnissen.

Bei Elektronikkomponenten berichten 31 Prozent der Unternehmen von einer um mindestens sechs Monate verlängerten Wartezeit, bei weiteren 30 Prozent der Firmen sind es drei bis sechs Monate Verzug. Auf Metallerzeugnisse wartet etwa jedes dritte Unternehmen ein bis drei Monate länger, weitere 21 Prozent warten mindestens drei Monate. Eine Entspannung der Engpässe wird vorbehaltlich der Kriegsfolgen insbesondere für Metallerzeugnisse erst ab dem zweiten Halbjahr erwartet. Bei Elektronikkomponenten gehen zwei Drittel der Unternehmen sogar erst ab dem Jahr 2023 von einer Besserung der Lage aus, so der VDMA.

Lieferketten auf dem Prüfstand

Die Probleme haben dafür gesorgt, dass mittlerweile 82 Prozent der befragten Unternehmen Rückstände in der Produktion haben. „Die Hälfte der befragten Firmen berichten von einem Rückstand, der bis zu einer Monatsproduktion ausmacht. Das zeigt, vor welch großen Herausforderungen die mittelständische Industrie auch in diesem Jahr steht“, sagt VDMA-Präsident Haeusgen.

Die Unternehmen versuchen auf die vorherrschenden Probleme zu reagieren. Demnach stellen rund drei Viertel der Unternehmen ihre Lieferketten kritisch auf den Prüfstand. Die meisten von ihnen möchten künftig ihre Versorgungssicherheit durch ein breiteres Lieferantennetzwerk, veränderte Beschaffungsprinzipien oder eine erhöhte Lagerhaltung gewährleisten. Auch eine andere geografische Verteilung der Lieferanten spiele in vielen Betrieben eine Rolle.

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