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Kabel Unterschiede und Auswahlkriterien für UL-Listed und UL-Recognized Kabel

| Redakteur: Dipl.-Ing. (FH) Sandra Häuslein

UL ist nicht gleich UL: Daher sollte die Auswahl der Zulassungsart für elektrische Leitungen wohl überlegt erfolgen. Weil es sonst zu erheblichen Problemen kommen kann, empfiehlt Helukabel, dass sich die verantwortlichen Mitarbeiter zunächst mit den Zulassungen beschäftigen, bevor sie die Kabel für ihre Maschinenkonstruktion auswählen. Der nachfolgende Beitrag zeigt die Hintergründe der UL-Zertifizierung auf und gibt Tipps zur Erleichterung der Auswahl.

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Das Bild zeigt ein UL-Listed CMG zertifiziertes Profinetkabel.
Das Bild zeigt ein UL-Listed CMG zertifiziertes Profinetkabel.
(Bild: Helukabel)

Der nordamerikanische Markt ist ein wichtiger Absatzmarkt für den deutschen Maschinen- und Anlagenbau und fordert eine UL-Zulassung. Es kann entweder eine Maschine als Ganzes UL zugelassen werden oder alle verwendeten Einzelkomponenten haben eine UL-Kennzeichnung. Der zweite Weg soll die Abnahme im Allgemeinen erleichtern.

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Große Unterschiede in einzelnen Zulassungsarten

„Underwriters Laboratories“ (kurz UL) wurde 1894 als unabhängige Organisation gegründet. Sie untersucht und zertifiziert Produkte hinsichtlich ihrer Sicherheit. „Unsere Kunden fordern oft eine UL-Zulassung, ohne die Inhalte sowie Vor- und Nachteile der einzelnen Zulassungsarten zu kennen“, beschreibt Horst Messerer, Produktmanager Daten- Netzwerk- & Bustechnik bei der Helukabel GmbH in Hemmingen, ein grundsätzliches Problem. Generell erleichtert eine UL-Zulassung den Eintritt in den kanadischen und US-amerikanischen Markt, da damit eine grundlegende Akzeptanz vorhanden ist. Jedoch gibt es große Unterschiede in den einzelnen Zulassungsarten und deren Behandlungen durch die Prüfer.

Gebäudeverkabelung muss Bündelbrandtest erfüllen

Horst Messerer erläutert die Problematik anhand eines typischen Beispiels: „Ein Maschinenbauer stellt in einer Fabrikhalle mehrere Maschinen auf. Diese werden mit einer Schleppkettenleitung mit PUR-Mantel verkabelt, welche eine Zulassung UL-Recognized AWM Style oder UL-Listed CMX besitzt. PUR ist ein hervorragender Werkstoff für permanent bewegte Leitungen mit langer Standzeit und langer Lebensdauer. Aufgrund seiner chemischen Zusammensetzung ist das Material aber nicht hoch flammwidrig. Für die Verkabelung innerhalb der Maschine eignet sich dieses Kabel zwar sehr gut, nicht aber sobald die einzelnen Maschinen miteinander verbunden werden. Dann ergibt sich folgendes Problem: Die Leitungen werden beispielsweise am Boden in Kabelschächten oder über Kabeltragschienen verlegt. Diese Verlegart fällt unter die Gebäudeverkabelung (CM/CMG), die einen Bündelbrandtest erfüllen muss. Bei der sogenannten Pritschenverlegung verlangen die Amerikaner eine hohe Flammwidrigkeit. Der prüfende Fire Marshal wird somit die Verkabelung in der Maschine abnehmen, nicht aber die Verkabelung zwischen den Maschinen. Dann muss das verbaute Kabel komplett oder teilweise wieder ausgebaut und durch beispielsweise eine Version mit PVC-Mantel und UL-Listed CMG ersetzt werden.“

UL-Listed Norm:

  • Grundsätzlich wird unterschieden zwischen der UL-Listed Norm und dem Prüfsiegel „UL-Recognized“: „UL-Listed Norminhalte sind allgemein bekannt. Damit genießt die Norm für die Verkabelung in Gebäuden, von Werksausrüstung und Feldverkabelung der Maschinen und Anlagen eine höhere Akzeptanz bei den Prüfern“, erklärt Horst Messerer. „Der Prüfer hat die ständig wiederkehrenden Normen sogar meist im Kopf und kann so eine schnellere Entscheidung bei der Abnahme treffen.“ Für den Maschinen- und Anlagenbauer ergeben sich signifikante Zeiteinsparungen und erheblich geringere Prüf- und Abnahmekosten.

UL-Recognized:

  • Hinter UL-Recognized verbergen sich hunderte AWM (Appliance Wiring Material) Styles, die unter der sogenannten „Yellow Card“ (Ausweis von UL, der die vorhandenen AWM-Styles eines Herstellers ausweist) zu finden sind. Diese Zulassungsart ist vergleichbar mit der VDE-Registernummer. Die Vergabe der Zulassung erfolgt folgendermaßen: Ein Produkt für die Maschinen-/Geräteverdrahtung wird mit Angaben zur Applikation bezüglich Spannungsebene, Flammwidrigkeit, Temperaturbereich etc. bei UL eingereicht. Die Behörde prüft dieses Produkt hinsichtlich der Anforderungen und erteilt dann einen vorhandenen AWM Style, wenn die Paramater passen. Ist das nicht der Fall, wird ein neuer AWM Style erlassen.

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