Magnesiumlegierung

Umweltbewusster Leichtbau

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Verschnitt ist „kein“ Kostenfaktor mehr

Die durch Plastizität ersetzte Abstreckung der Bauteile im Ziehprozess macht breite Zieh- bzw. Niederhalterränder z.B. speziell bei Al-Blechteilen überflüssig und reduziert so automatisch den Verschnitt in der Produktion. Durch den weitgehenden Entfall von Schmiermitteln auf den MnE21-Bauteilen in Verbindung mit der sehr umweltverträglichen, einfachen Reinigung der Bauteile mit Zitronen- bzw. Essig-Säure und der direkt im Herstellwerk vorhandenen „Inline“ Blechherstellung aus eigener Schmelze, ergibt sich ein ganz besonderer Prozessvorteil: Die über 90 %, direkte „Inline“ Verschnitt-Recyclierung ohne jede Materialdegradation. Alle in der Produktion anfallenden MnE21 Abfälle (Freischnitte, Ränder etc.) werden direkt in der Produktionshalle gesammelt, eingeschmolzen und wiederverwendet. Damit verliert man in der Produktion durch Verschnitt kein Geld durch „Schrottpreisabgabe“ und spart CO₂-Emission durch eine sehr kurze Wiederverwendungskette. Somit sinken die Stückkosten insbesondere für Gerippe-Leichtbauteile mit sehr hohem Freischnittanteil.

Umfängliche Fügeprozesse sind gewünscht

Durch die besonderen Eigenschaften von MnE21 kann praktisch jede Art von Blech und Profil direkt „inline“ mit Wandstärken bis auf minimal 0.5 mm extrudiert werden, selbst der für den Herstellprozess notwendige Schweißdraht kann in jeder benötigten Stärke direkt vor Ort hergestellt und z.B. in jeder handelsüblichen Schutzgasanlage verarbeitet werden. Auch die Gießbarkeit in Sand- und Kokillenguss ist aufgrund der geringen Viskosität der Schmelze sehr gut. Die entstehenden Gussteile sind porenfrei und bilden daher beim Schweißen keine Blasen, die die Festigkeit der Fügestelle negativ beeinflussen. Im Gegensatz zu Aluminium bildet MnE21 keine geschlossene Oxidschicht (Pilling-Bedworth-Verhältnis PBV<1) und lässt sich daher hervorragend schweißen und kleben. So lassen sich Lasernähte mit 20m/min, MIG-Schweißungen unter 8l Argon/min mit bis zu 3m/min und Punkt-Schweißungen mit hoher Qualität ausführen. Da MnE21 ein rein hexagonales Gefüge ohne Mischphasen aufweist und zusätzlich im Herstellprozess „warm“ verarbeitet wird, sind der aus dem Schweißen resultierende Verzug und die Eigenspannung in den Bauteilen viel geringer als z.B. in Stahl- bzw. Aluminium-Konstruktionen. Unter Ausnutzung dieser hervorragenden Schweißbarkeit und der bedarfsangepassten, voll flexiblen Halbzeuge sowie der Möglichkeit zur Verwendung von exakt demselben Material auch für den Schweißdraht, lassen sich gewichts- und gleichzeitig funktionsoptimale Strukturen kostengünstig und einfach herstellen.

Zu erwähnen ist auch, dass in aktuellen MnE21-Serienbauteilen verzinkte Blechverstärkungen mit Punktschweißen prozesssicher gefügt werden und auch alle weiteren üblichen Fügetechniken wie Clinchen, Nieten, Stanznieten, Bolzenschweißen, Nietmuttern etc. erprobt sind.

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