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Lineartechnik Transportsystem aus dem Baukasten

| Redakteur: Ute Drescher

Fahrerlos, omnidirektional und höhenverstellbar – diese Eigenschaften zeichnen das Transportsystem Mecanum FTS aus. Es basiert auf zwei Baukastensystemen.

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Das konfigurierbare Chassis des fahrerlosen Transportsystems (FTS)
Das konfigurierbare Chassis des fahrerlosen Transportsystems (FTS)
(Bild: Donkeymotion/Imetron)

Einer unserer Kunden suchte ein allgemein anwendbares Transportsystem für standardisierte Kleinladungsträger, um damit die letzte nicht automatisierte Lücke in seiner Wertschöpfungskette zu schließen“, erklärt Markus Mayr, Projektleiter bei Imetron, den Anstoß für die Entwicklung eines besonderen Transportfahrzeugs. Das System sollte für eine Maximallast von 150 kg ausgelegt und in der Lage sein, einem Montageautomaten 40 Kleinteile pro Stunde an 24 Stunden pro Tag und sieben Tagen in der Woche zuzuführen. Da die Entnahme und Abgabe der Kleinteile in unterschiedlichen Höhen erfolgen soll, musste das System in der Höhe automatisch verstellbar sein.

Weitere Herausforderungen waren der gewünschte Batteriebetrieb und ein sehr begrenzter Raum für die Bewegung des Transportwagens. Das System musste also ausgesprochen wendig sein und aufgrund der aufzunehmenden Maximallast über momentsteife, gleichzeitig wegen des Batteriebetriebs jedoch sehr leichte Linearführungen für die Höhenverstellung verfügen.

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Zwei Baukästen, ein Transportsystem

Für das Fahrzeug konnte Imetron auf seinen eigenen Donkeymotion-Baukasten für flächenbewegliche Flurförderfahrzeuge unterschiedlicher Größe zurückgreifen. Herzstück dieses Baukastens für omnidirektionale, fahrerlose Transportsysteme sind die von Imetron entwickelten Mecanum-Räder. Auf ihnen bewegt sich der Transportwagen wie ein Luftkissenfahrzeug und ist damit extrem agil – ideal für die engen Flure in Distributionszentren und Produktionshallen.

Das Mecanum-Rad fährt auf beweglichen tonnenförmigen Rollen, die im Winkel von 45° zur Achse montiert sind. Richtung und Geschwindigkeit der Raddrehung werden von der Steuerung einzeln vorgegeben. Je nach Kombination der Radbewegungen kann das Flurförderfahrzeug auf der Stelle drehen, vorwärts, rückwärts, schräg oder seitlich fahren – flächenbeweglich ohne Einschränkung.

Neben den Spezialrädern umfasst der Donkeymotion-Baukasten auch Antriebseinheiten, Steuerungen, Batterien, Sicherheitssensorik und mehr. Damit kann ein Mecanum-Fahrzeug ganz an den Bedarf des Anwenders angepasst und mit Hebe- oder Rollbühnen, Greifarmen oder höhenverstellbaren Kleinladungsträgern ausgerüstet werden. „Unser Vorbild war Lego“, erläutert Markus Mayr, „auspacken, anschrauben, Kabelsätze einstecken, Steuerung konfigurieren – ­fertig!“

Für den Aufbau des Mecanum FTS suchte Imetron nach einem geeigneten Kooperationspartner für eine längerfristige Zusammenarbeit und fand ihn in der RK Rose+Krieger GmbH aus Minden. Der Spezialist für Linear-, Profil-Montage-, Verbindungs- und Modultechnik konfektionierte aus seinem Blocan-Profilbaukasten die erforderlichen Aufbauten und lieferte darüber hinaus die Lineartechnik für die Höhenverstellung der einzelnen Kleinladungsträger.

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