Linearführung Teleskopschienen bewähren sich in Übungscontainern

Redakteur: Ute Drescher

Vor allem beim männlichen Nachwuchs steht „Feuerwehrmann“ traditionellerweise ganz oben auf der Liste der Wunschberufe. Wer sich tatsächlich für diese Tätigkeit entscheidet, den erwartet zunächst eine gründliche und anspruchsvolle Ausbildung. Dabei werden die zu löschenden Brände in speziellen, nur für diese Zwecke konzipierten Umgebungen simuliert. Die Stahlbau Janzer GmbH fertigt die dafür benötigten Brandcontainer und verwendet dabei besonders robuste Teleskopauszüge von Rollon.

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Den Türen des Brandcontainers sind ausziehbare Podeste vorgelagert, die auf Teleskopschienen von Rollon laufen.
Den Türen des Brandcontainers sind ausziehbare Podeste vorgelagert, die auf Teleskopschienen von Rollon laufen.
(Bild: Rollon)

Die Firma Janzer wurde 1948 als Schlossereibetrieb in Ramstein gegründet. Tätigkeitsschwerpunkte waren damals kleinere Stahlbauarbeiten und die Herstellung von Treppen und Geländern. Im Zuge des Ausbaus der Air-Base Ramstein fertigte das Familienunternehmen jedoch immer größere Stahlkonstruktionen und erweiterte kontinuierlich sowohl die Produktionskapazitäten als auch das Sortiment. Seit dem Jahr 1972 bietet Janzer Stahlcontainer in vielen Ausführungen an – darunter auch sogenannte Brandcontainer, die angehenden Feuerwehrleuten realistische Übungen ermöglichen. Beim Praxistraining werden sie mit echten Flammen, extremer Hitze, hoher Feuchtigkeit, stark eingeschränkter Sicht und dichtem Rauch konfrontiert. Auf diese Weise lässt sich der Ernstfall so realitätsnah wie möglich trainieren. „Für Brandcontainer gibt es weltweit eine große Nachfrage“, erläutert Michael Braun, der bei der Janzer GmbH für die Konstruktion und Technische Leitung verantwortlich ist. „Aufgrund des großen Erfolges fertigen wir inzwischen auch Flugzeugmodelle zur Brandsimulation, die wir unter anderem schon nach Spanien, Malaysia, Thailand, Frankreich und England geliefert haben.“

Einfacher Zugang zu mobilen Brandcontainern

Die Brandcontainer bieten eine Vielzahl von Übungsszenarien mit unterschiedlichen Lernschwerpunkten. Sie ermöglichen es, den Feuerwehrleuten in spe grundlegende Verhaltensmuster sowie Strategien zur Einsatz- und Löschtaktik zu vermitteln. „Um individuelle Ausbildungsziele zu berücksichtigen, werden alle Anlagen kundenspezifisch geplant“, schildert Braun. „Die Container lassen sich individuell aufteilen, außerdem können wir unterschiedliche Brandattrappen realisieren.“ Unter anderem lassen sich Küchen, Sofas, Gaszähler und Rohrleckagen als Brandstellen simulieren. Ein weiterer Vorteil der Container ist deren Mobilität – sie lassen sich einfach transportieren und somit für Schulungen an unterschiedlichen Orten einsetzen.

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Für die Firma Dräger Safety aus Lübeck – ein Stammkunde von Janzer – ist gerade diese Mobilität besonders relevant. Das Unternehmen unterhält eine Schulungsabteilung für Feuerwehren und organisiert international Praxisübungen. Für diese Zwecke beauftragte man Janzer im Jahr 2012 mit einem neuen Brandcontainer. Dabei sollten im Vergleich zu früheren Ausführungen einige Verbesserungen umgesetzt werden, vor allem was den Zugang betraf. „In der Vergangenheit wurden normale Stahltreppen eingesetzt, die aber direkt vor der Tür zum Container etwas zu eng waren“, erklärt Braun. Der Hintergrund: Die Feuerwehrleute greifen jeweils zu zweit an und benötigen dafür genug Platz.

Robuste Schienen für ausziehbare Podeste

Die Experten von Janzer ließen sich eine Alternativlösung einfallen: Den Türen selbst sind nun ausziehbare Podeste vorgelagert, deren großzügige Maße einen optimalen Zugang ermöglichen. Technisch ergaben sich durch die Tiefe und Breite der Podeste jedoch Herausforderungen. „Es galt, eine relativ große Spannweite zu überbrücken“, so Braun. Erschwerend kommt dazu, dass bei den Schulungen nicht zimperlich mit dem Equipment umgegangen wird. Entsprechend musste Janzer stabile Führungen mit hoher Tragzahl und geringer Durchbiegung verbauen. „Wir hatten früher normale Führungsrollen verwendet, die jedoch empfindlich auf Dreck reagierten und beim Ein- und Auszug leicht verkanteten.“

Der Kontakt zu Rollon, dem Düsseldorfer Experten für Lineartechnik und Linearführungen, kam eher zufällig zustande: Janzer hatte ein Chassis für einen Trailer geliefert bekommen, an dem ein langes Auszugspodest montiert war. Die dort verbauten Führungen machten einen sehr guten und soliden Eindruck – und stammten laut Aufschrift von Rollon. „Ich nahm Kontakt auf und vereinbarte einen Termin für eine Vor-Ort-Beratung“, erinnert sich Braun. Die Qualität der Beratung überzeugte den Konstruktionsleiter: „Die Konstruktion der Auszüge stand zwar prinzipiell schon fest, aber der Kollege von der Rollon-Anwendungstechnik hatte gute zusätzliche Praxistipps, die wir dann schließlich auch umgesetzt haben.“

Belastbar, wartungsfreundlich und flexibel einsetzbar

Insgesamt wurden im Brandcontainer für Dräger Safety zehn Rollon-Auszüge verbaut: Je zwei Auszüge tragen die drei Podeste für den Zugang zu den Brandräumen. Zusätzlich bieten zwei separate große Schubladen, die ebenfalls auf jeweils zwei Auszügen laufen, Stauraum für Zubehör. Zum Einsatz kommen überall Teleskopschienen der Baureihe Telescopic Rail DS. „Sie halten hohe Belastungen aus und sind sehr wartungsfreundlich“, so Rüdiger Knevels, Geschäftsführer der Rollon GmbH. „Damit sind die Grundanforderungen von Janzer erfüllt.“ Die Lösungen bestehen aus identischen festen und beweglichen Schienen, die über ein S-förmiges Zwischenelement miteinander verbunden sind. Dieses hat ein hohes Flächenträgheitsmoment und eine hohe Steifigkeit bei schlanker Bauweise. Hieraus resultiert eine hohe Belastbarkeit mit geringer Durchbiegung im ausgefahrenen Zustand.

„Insgesamt umfasst die Produktfamilie Telescopic Rail acht Baureihen, wobei die Voll- und Teilauszüge mit unterschiedlichen Querschnitten und Zwischenelementen erhältlich sind“, so Knevels. Die Teleskopschienen sind leichtgängig, zuverlässig und trotzen auch hohen Traglasten. Gerne eingesetzt werden sie zum Beispiel in Schienenfahrzeugen, wo sie unter anderem in Wartungs-und Batterie-Auszügen verbaut werden. Aber auch für die Logistik, die Konstruktions- und Maschinentechnik und Verpackungsmaschinen sind sie bestens geeignet. „Wir nutzen die Auszüge inzwischen auch für Strom- und Wasseraggregate“, ergänzt Braun. Aufgrund der guten Erfahrungen hat Janzer schon zwei weitere Projekte mit Rollon umgesetzt, ein drittes ist in Arbeit. (ud)

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