Handhabung

Technische Sauberkeit im Montageprozess

| Redakteur: Jan Vollmuth

Um bei der Schraubmontage die Technische Sauberkeit sicherzustellen, braucht es ein durchgängiges Konzept über den gesamten Prozess hinweg.
Bildergalerie: 5 Bilder
Um bei der Schraubmontage die Technische Sauberkeit sicherzustellen, braucht es ein durchgängiges Konzept über den gesamten Prozess hinweg. (Bild: Deprag Schulz)

Technische Sauberkeit wird zunehmend zu einer wichtigen Qualitätsanforderung auch in der Montage. Ein spezielles Konzept soll die Partikelkontaminierung sauberkeitssensibler Bauteile in der Schraubmontage verhindern.

Haben Sie schon mal beim Polieren Ihres Autos ein Sandkorn auf dem Lack übersehen? Das dürfte eine laute Schimpftirade nach sich gezogen haben. Ähnlich verhält es sich in der Produktion: Auch dort können unerwünschte Partikel sensible Bauteile schädigen – und damit zu Ärger führen. Deshalb ist technische Sauberkeit in der Montage eine zunehmend wichtige Qualitätsanforderung.

Vielfältige Techniken und Methoden

Die Techniken und Methoden, um den steigenden Anforderungen der Technischen Sauberkeit in Produktionsprozessen gerecht zu werden, sind vielfältig. So werden zum Beispiel Arbeitsschritte rund um sauberkeitssensible Bauteile in Rein- oder Sauberräume verlagert und Zutritt wird nur geschultem Personal mit entsprechender Schutzkleidung gewährt. Partikeleinschleusung von Außen soll damit vermieden werden. Zudem werden Bauteile aufwendigen Reinigungsprozessen unterzogen und die Partikelentstehung durch Abrieb beim Transport wird mittels lagefixierender und antistatischer Verpackungen verhindert.

Dieser Aufwand zur Verhinderung der Partikelkontamination sollte sich innerhalb der Montage konsequent fortsetzen, weil hier die gefährlichen Partikel durch Abrieb in unmittelbarer Nähe der Bauteile entstehen können. So ist das Risiko hoch, sauberkeitssensible Bauteile mit schädlichen Partikeln zu kontaminieren. Der Anteil solcher Bauteile ist zum Beispiel in der Automobil- und Zulieferindustrie groß, wodurch hier Technische Sauberkeit im Montageprozess immer mehr in den Fokus rückt.

Sauberkeit beginnt bei der Zuführung

Je nach Bauteil und dessen Sauberkeitsanforderungen muss der Montagearbeitsbereich gegebenenfalls als Rein- oder Sauberraum konzipiert sein. Eine wesentliche Rolle kommt dabei den Komponenten der Montageanlage zu. Denn gefährliche Schmutzpartikel entstehen bereits bei der Teilezuführung und im eigentlichen Schraubprozess. Um bei diesen Montageschritten die sauberkeitssensiblen Bauteile und Baugruppen nicht mit Partikeln zu kontaminieren, gilt es, diese zu vermeiden, zu beseitigen oder zu reduzieren.

Für diese Herausforderung hat der Amberger Spezialist für Schraubtechnik und Automation, Deprag Schulz GmbH, ein durchgängiges Konzept entwickelt: das Clean-Feed-Konzept. Es basiert auf spezifisch konstruierten Clean-Feed-Komponenten, die komplett im Hause Deprag entwickelt und gefertigt werden. Diese reichen von geeigneter Zuführtechnik über entsprechend konzipierte Schraubfunktionsmodule bis hin zu Einrichtungen zur Absaugung der im Montageprozess entstehenden Schmutzpartikel. Damit erfüllt das Konzept laut Deprag die Anforderungen der Technischen Sauberkeit – Partikel vermeiden, eliminieren, reduzieren -über den gesamten Schraubmontageprozess hinweg.

Den Anfängen wehren

Unerwünschte Partikel können bereits bei der Schraubenvereinzelung entstehen. So wird zum Beispiel beim Einsatz eines Vibrationswendelförderers das Förderelement, die Wendelbahn, mittels Schwingantrieb in Vibration versetzt. Das Sortiergut wird in kleinen Wurfbewegungen fortbewegt. Durch das stete Vibrieren kann vergleichsweise hoher Abrieb entstehen, der über die Zuführteile im gesamten Zuführsystem verschleppt wird. Deshalb ist eine bauteilschonende und abriebarme Zuführtechnik bei hohen Sauberkeitsanforderungen bereits eine wichtige Voraussetzung für die Technische Sauberkeit im Montageprozess.

Der Deprag Hubschienenförderer aus dem Clean-Feed-Konzept schöpft die Schrauben aus dem Vorratsbehälter durch eine Schwenkbewegung einer segmentförmigen Hubschiene, was nach Angaben des Unternehmens kaum Abrieb verursachen soll. Ein Sensor in der Bevorratungsschiene regelt dabei die Anzahl der notwendigen Hubbewegungen. Wird weniger Fördergut vom Bediener verarbeitet, stellt das Zuführgerät entsprechend weniger bereit. Auf der Hubschiene gleiten die Schrauben mittels Schwerkraft durch mechanische Schikanen und gelangen sortiert in die Schraubenvereinzelung. Über den Zuführschlauch wird das Fördergut anschließend dem Schraubfunktionsmodul zugeführt. Nicht lagerichtig geförderte Verbindungselemente landen wieder im Füllbehälter.

Inhalt des Artikels:

Kommentare werden geladen....

Kommentar zu diesem Artikel abgeben

Der Kommentar wird durch einen Redakteur geprüft und in Kürze freigeschaltet.

Anonym mitdiskutieren oder einloggen Anmelden

Avatar
Zur Wahrung unserer Interessen speichern wir zusätzlich zu den o.g. Informationen die IP-Adresse. Dies dient ausschließlich dem Zweck, dass Sie als Urheber des Kommentars identifiziert werden können. Rechtliche Grundlage ist die Wahrung berechtigter Interessen gem. Art 6 Abs 1 lit. f) DSGVO.
  1. Avatar
    Avatar
    Bearbeitet von am
    Bearbeitet von am
    1. Avatar
      Avatar
      Bearbeitet von am
      Bearbeitet von am

Kommentare werden geladen....

Kommentar melden

Melden Sie diesen Kommentar, wenn dieser nicht den Richtlinien entspricht.

Kommentar Freigeben

Der untenstehende Text wird an den Kommentator gesendet, falls dieser eine Email-hinterlegt hat.

Freigabe entfernen

Der untenstehende Text wird an den Kommentator gesendet, falls dieser eine Email-hinterlegt hat.

copyright

Dieser Beitrag ist urheberrechtlich geschützt. Sie wollen ihn für Ihre Zwecke verwenden? Infos finden Sie unter www.mycontentfactory.de (ID: 44832880 / Automatisierung)