Elektromobilität Studenten entwickeln innovatives Fahrzeug-Konzept für die Stadt

Redakteur: Dipl.-Ing. (FH) Monika Zwettler

48 Studierende des Bachelor-Studiengangs Material und Produktentwicklung (MAP) der Fachhochschule Frankfurt am Main haben Kleinstfahrzeuge für den Stadtverkehr der Zukunft entworfen. Vorgaben waren ein schadstoffemissionsfreier Antrieb und eine maximale Geschwindigkeit von 25 km/h bei einer Reichweite der Batterie von 80 km.

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(Bild: Patrice Gilles/Simon Grübel)

Mit ihrem Entwurf „Twist“ erreichten vier Studierende der FH Frankfurt das Finale des in Deutschland, Österreich und der Schweiz ausgeschriebenen Studierenden-Wettbewerbs „Zukunftspreis Kommunikation“. Im Rahmen des Industriedesign-Projekts konzipierten die angehenden Produktentwickler Patrice Gilles, Simon Grübel, Nicklas Scherer und Michael Schäfer das Kleinstfahrzeug „Twist“. Besonderes Merkmal: Die zwei auffallend großen Räder befinden sich nicht unter der Fahrgastzelle für zwei Personen, sondern sind darin integriert. Das unterscheidet den Entwurfswagen optisch von herkömmlichen PKW.

Ein Elektromotor pro Rad

Ähnlich einem Rollstuhl kann der Twist auf der Stelle wenden; jedes der zwei Räder ist dazu mit einem Elektromotor ausgestattet. Ein Gyroskop-System balanciert das Fahrzeug aus und verhindert ein Umkippen. Die Mittelkonsole in der Fahrgastzelle beinhaltet die komplette Bedieneinheit, die von beiden Sitzen aus bedient werden kann. Steuerung, Beschleunigung und Rückwärtsfahren erfolgen über einen Joystick. Stauraum wird neben dem Fußraum in der Kabine auch im Laderaum oberhalb der Motoren geboten. Eine Induktionsschnittstelle ermöglicht das Aufladen der Batterie.

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Funktionalität per Simulation getestet

„Der Twist bietet eine vollkommen neue Art und Form der Fortbewegung und unterscheidet sich so von den Konkurrenzprodukten auf dem Markt“, ordnet Simon Grübel das Konzept ein. „Wir würden uns freuen, wenn Konzepte wie Twist die Zukunft der Mobilität in den Stadtbildern prägen und Mut für Innovationen in Bezug auf Formgebung und Bewegung machen. Es ist an der Zeit, die Ideen und Visionen von emissionsfreien Fahrzeugen für das urbane Umfeld umzusetzen“, fasst Patrice Gilles die Intention der Studierenden zusammen. Über ein CAD-Programm konstruierten und modellierten sie das Kleinstfahrzeug am Computer und testeten mittels einer Simulation dessen Funktionalität. Zudem bauten sie ein Modell im Maßstab 1:5.

Alleinstellungsmerkmal: Kompakter Aufbau

„Der Bereich Mobilität in der urbanen Umgebung ist geprägt von Enge und Hektik. Schwindende Ressourcen und das Streben nach erhöhter Lebensqualität machen deutlich, dass innovative Fahrkonzepte fehlen. Ein Alleinstellungsmerkmal am Entwurf Twist ist das kompakte Aufbaukonzept des Fahrzeugs durch die Zusammenführung der Fahrgastzelle, in der die Insassen sitzen, mit dem Fahrwerk, den Rädern“, hebt der betreuende Professor Hector Solis-Muñiz vom Fachbereich 2: Informatik und Ingenieurwissenschaften hervor. „Diese Idee unterscheidet sich von der bereits existierenden Vielzahl an Kleinstfahrzeugen mit emissionsfreien Antrieben.“

Die Studierenden Patrice Gilles und Simon Grübel präsentierten ihren Entwurf „Twist“ beim Wettbewerbsfinale des „Zukunftspreis Kommunikation“ am 28. Oktober 2013 im Rahmen der „Future Convention – Next Level Communication“ im Museum für Kommunikation, Frankfurt. (mz)

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