Studierende haben im Rahmen der DLR Design Challenge Konzepte für ein Rettungsflugzeug der Zukunft entwickelt. Es soll Menschen schnell und sicher medizinisch versorgen und transportieren können.
Ziel der DLR Design Challenge 2025 war es, ein effizientes und zuverlässiges Notfallevakuierungs-Flugzeug zu entwerfen.
(Bild: FH Aachen/AETHER)
Die Jury des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR) hat den Studierenden-Teams Aether von der FH Aachen und Asclera von der RWTH Aachen den ersten Platz der neunten DLR Design Challenge verliehen. Auf der Abschlussveranstaltung am 26. August 2025 präsentierten die Teams ihre Entwürfe für ein innovatives Notfallevakuierungs-Flugzeug. Zwei weitere Studierendengruppen hatten sich im Verlauf des anspruchsvollen Wettbewerbs zurückgezogen.
Challenge: Entwurf eines Notfallevakuierungs-Flugzeugs
Obwohl Hubschrauber und Flugzeuge schon lange bei medizinischen Evakuierungen zum Einsatz kommen, sind sie oft hinsichtlich Reichweite, Manövrierfähigkeit und Zugang zu schwierigen Umgebungen eingeschränkt. Für abgelegene Regionen, Katastrophengebiete und dicht besiedelte Ballungszentren sind fortschrittliche Flugzeuge erforderlich, damit Rettungskräfte schneller und flexibler reagieren können. Aus diesen Gründen griff die DLR Design Challenge 2025 das Thema auf. Die Aufgabe war es, ein einziges, innovatives, effizientes und zuverlässiges Notfallevakuierungs-Flugzeug zu entwerfen.
„Das aktuelle Weltgeschehen sowie Extremwetterereignisse zeigen uns, wie wichtig es ist, auch in schwer zugänglichen Gebieten schnell und effizient Hilfe leisten zu können. Die Studierenden im Wettbewerb haben durch ihr Engagement beachtliche Impulse gesetzt, wie eine sichere Notfall-Evakuierung aussehen und damit Menschenleben retten könnte. Gewinner sind dabei alle, die sich im Team diesem herausfordernden Wettbewerb gestellt haben. Sie haben gemeinsam eine beeindruckende Leistung gezeigt“, sagt Dr. Markus Fischer, DLR-Bereichsvorstand Luftfahrt.
Know-how, Kreativität und Teamgeist als Schlüsselkompetenzen
Die beiden Studierenden-Teams präsentierten bei der Abschlussveranstaltung des Wettbewerbs ihre Entwürfe, für die sie rund vier Monate Zeit hatten. Dabei durchliefen die Studierenden Prozesse wie beim echten Entwurf von Flugzeugen: Von der ersten Konzeptidee über die detaillierte Ausarbeitung technischer Aspekte und deren Berechnung bis hin zur überzeugenden Darstellung vor der Fachjury. Sie sammelten wertvolle Erfahrung und verknüpften ihr erlangtes Wissen mit praktischen Fähigkeiten, indem sie unter realistischen Bedingungen arbeiteten und aktuelle Herausforderungen der Luftfahrtindustrie meisterten. Die Aufgabe erforderte nicht nur technisches Know-how, sondern auch Kreativität, und Teamarbeit.
Schnelle, effiziente und sichere Notfall-Evakuierung
Zur diesjährigen Aufgabe gehörte, ein effizientes Flugzeug, das eine medizinische Hilfeleistung innerhalb kürzester Zeit ermöglicht, konzeptionell zu entwerfen. Das Flugzeug soll bis zu 19 Personen transportieren können und eine Vielzahl von vordefinierten Einsatzszenarien abdecken. Dazu zählen die medizinische Versorgung während des Flugs und am Boden, der Start und die Landung auf verschiedenen Böden sowie die Ausführung einer Reihe von Missionsprofilen.
Für die Lösung ihrer Aufgabe mussten die Teilnehmer ein Gleichgewicht zwischen medizinischen Transportlösungen und optimaler Flugzeugleistung für verschiedene Einsätze finden. Dabei sollten sie fortschrittliche Luftfahrttechnologien, intelligente medizinische Systeme und optimierte Rettungsverfahren in ihre Entwürfe integrieren.
Die eingereichten Flugzeugentwürfe im Überblick
FH Aachen mit Aether:
Aether, entwickelt vom Team der FH Aachen.
(Bild: FH Aachen/AETHER)
Aether ist ein vielseitiges zweimotoriges Turboprop-Rettungsflugzeug für den Transport von bis zu 19 Patienten. Die Kabinenaufteilung ist äußerst flexibel und verfügt über ein umbaubares Design mit Schnellwechselschienen und Drop-Pin-Sitzschienenadaptern, die eine schnelle Umkonfiguration an unterschiedliche Einsatzanforderungen ermöglichen. Eine große Hecktür ermöglicht ein schnelles und effizientes Einladen der Patienten und verkürzt so die Wartezeit in Notfallsituationen erheblich. Mit seinem einfachen und zuverlässigen zweimotorigen Antrieb nutzt Aether nachhaltigen Flugkraftstoff als Energiequelle.
RWTH Aachen mit Asclera:
Asclera, entwickelt vom Team der RWTH Aachen.
(Bild: RWTH Aachen/ASCLERA)
Asclera ist ein medizinisches Evakuierungs- und Ambulanzflugzeug, das bis zu 15 Patienten über eine Reichweite von 2.500 Kilometern transportieren kann. Das Design basiert auf einem leistungsstarken zweimotorigen Turboprop-Flugzeug mit modernen Landeklappen und Flugsteuerungssystemen für einen reibungslosen und sicheren Betrieb, selbst auf kurzen, hochgelegenen Start- und Landebahnen. Die Kabine zeichnet sich durch Modularität, schnelle Umkonfiguration und erweiterten Platz durch einen elliptischen Rumpf aus. Doppeltüren und ein schienenbasiertes Ladesystem ermöglichen schnelles Einsteigen und den flexiblen Transport von Patienten mit unterschiedlichen medizinischen Bedürfnissen.
Stand: 08.12.2025
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