3D-Druck

Student bastelt Druckerpresse aus dem 3D-Drucker

| Redakteur: Katharina Juschkat

Ein Student entwickelt eine Druckerpresse aus dem 3D-Drucker, die für wenige Euro hergestellt werden kann.
Ein Student entwickelt eine Druckerpresse aus dem 3D-Drucker, die für wenige Euro hergestellt werden kann. (Bild: Sven Buchert / TH Köln)

Eine Druckerpresse für fünf Euro herstellen – ermöglicht hat das ein Student, der eine Druckerpresse entwickelte, die mit dem 3D-Drucker gedruckt werden kann. Die Dateien können für nicht-kommerzielle Zwecke kostenlos heruntergeladen werden.

Druckerpressen werden heute vor allem in der Verpackungsindustrie und für Druckerzeugnisse wie Zeitschriften eingesetzt. Aber auch Künstler nutzen Druckerpressen, um mit der einzigartigen Optik neue Werke zu schaffen. Eine echte Druckerpresse ist jedoch in der Regel viel zu teuer und unhandlich für eine Eigenanschaffung. Ein Student kam deshalb auf die Idee, eine Druckerpresse zu entwickeln, die jeder selbst herstellen und verwenden kann, auch ohne Budget.

Fünf Monate tüfteln für die Druckerpresse

Martin Schneider ist Student an der International School of Design der TH Köln und hat für sein Studium eine Druckerpresse entwickelt, die mit dem 3D-Drucker hergestellt werden kann. Er erklärt: „Mit meinem Projekt wollte ich möglichst vielen Menschen die Arbeit mit der Druckerpresse ermöglichen. Denn nur die wenigsten haben Zugang zu der Technologie und können Werke in dieser einzigartigen Optik erschaffen.“

Fünf Monate lang baute er Prototypen und entwickelte schließlich eine Druckerpresse, die mit Materialkosten von fünf Euro hergestellt werden kann. Damit die Kunst auch für jedermann möglich wird, hat Schneider die Dateien für den 3D-Drucker kostenfrei zur Verfügung gestellt – für nicht-kommerzielle Zwecke dürfen sie beliebig verwendet und modifiziert werden.

Kleines Gerät hält hohen Druck aus

Für einen Tiefdruck wird das gewünschte Motiv in eine Metallplatte geritzt und die so entstandenen Vertiefungen mit Tinte gefüllt. Ebenfalls möglich sind Hochdrucke auf Holz- oder Linoleumplatten. Zusammen mit einem Stück Papier wird die Platte durch die Presse geschoben. Der dabei entstehende Druck presst die Tinte auf das Papier. „Die größte Herausforderung war es, den hohen Druck, der für diese Technik nötig ist, mit einem so kleinen Gerät zu realisieren“, sagt Schneider.

Die Pläne für die Druckerpresse sind mehr als 11.000 Mal heruntergeladen worden und Menschen aus der ganzen Welt haben die damit geschaffenen Kunstwerke in den sozialen Medien geteilt. Schneider rief daraufhin dazu auf, ihm Drucke für eine Ausstellung zur Verfügung zu stellen. Mehr als 200 Exponate hat er bis heute erhalten, darunter viele Werke von Colleges aus den USA, aber auch aus Puerto Rico, Uruguay, dem Iran und Indonesien. Die Ausstellung in der Kölner Graphikwerkstatt ist ab dem 15. März 2019 zu sehen.

SEMINARTIPP Das Seminar „3D-Druck in der direkten digitalen Fertigung“ vermittelt die Technik, Eignung und Voraussetzung des 3D-Drucks und gibt den Teilnehmern einen Überblick über die Entwicklungen, Möglichkeiten und Grenzen.
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