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Steuerblock Steuerblock bildet Brücke zwischen Mobilhydraulik und Internet

| Autor/ Redakteur: Dipl.-Ing. Nikolaus Fecht* / Jan Vollmuth

Ein smarter Steuerblock verbindet Mobilhydraulik via CAN-Bus und Telekommunikation mit einer IoT-Cloud. So lassen sich etwa Bewegungsprofile von Fahrzeugen erstellen.

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(Bild: Fluitronics)

Konzentrierte Kräfte: Die Fluitronics GmbH aus Krefeld hat sich auf die Systemintegration bei Mobilmaschinen und stationären Anlagen spezialisiert. Das Unternehmen entwickelt und baut einbaufertige Baugruppen wie Steuerblöcke, Hydraulikaggregate und elektrohydraulische Antriebe, Hydraulikzylinder und -pumpen sowie komplette Vormontagen inkl. elektronischer Steuerungen.

Fluitronics stellt 2019 erstmals auf der Sonderschau „Smart Power Transmission and Fluid Power Solutions“ der Hannover Messe und des VDMA-Fachverbandes Fluidtechnik aus: Ein smarter Hydraulikblock dient bei der Sonderschau-Premiere als Demonstrator, mit dem die Krefelder zwei Welten verbinden – mobile Antriebstechnik und das Internet of Things (IoT). „Wir haben einen intelligenten Steuerblock für die Mobilhydraulik entwickelt, auf dessen Daten sich auch über das Internet leicht zugreifen lässt“, erklärt der technische Direktor Dr. Thomas Meindorf. Der Steuerblock inklusive Elektronik und Internet-Gateway entstand in Eigenregie, die Verbindung zur IoT-Cloud erfolgt mithilfe eines externen Servicepartners.

Zum smarten Hydraulikblock weiterentwickelt

Das Gerät entstand aus einer konkreten Anfrage eines OEM, der das Wiegen von Müllfahrzeugen digitalisieren wollte. „Weil der Steuerblock sowieso alle Hebeprozesse steuert, bot es sich an, das Wiegen auch über ihn laufen zu lassen“, so Meindorf. „Wir haben das System zum smarten Hydraulikblock weiterentwickelt, der das Gewicht mit Hilfe von Sensorik detektiert und diese digitalen Daten für die Maschinensteuerung des Fahrzeugs auf den CAN-Bus legt.“

Statt eines Drucksensors hat Fluitronics in den Hydraulikblock eine Druckmesszelle eingebaut, die auch bei solchen mobilen Anwendungen die funktionelle Sicherheit abdeckt. Bei dem smarten Steuerblock handelt es sich um eine Art mechatronischen Tausendsassa, der Funktionen wie Rechnen, Sensorik und notfalls auch das Ansteuern von Hydraulikventilen übernimmt. Meindorf: „Das mühsame Einschrauben von Sensoren entfällt, die dann Anforderungen der Schutzklasse IP 67 erfüllen müssten. Bei uns befindet sich alles im Steuerblock, der nur noch zwei Kabelanschlüsse besitzt – einen für die Stromversorgung und ein CAN-Bus-Schnittstelle zum Übertragen aller digitalen Daten.“

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Gateway mit Webserver

Ins Internet geht's über ein CAN-Gateway, das alle Daten auf dem CAN-Bus erfasst und speichert. Die Daten lassen sich lokal auf dem Gateway oder einer SD-Karte speichern. Das Gateway besitzt einen Webserver, mit dem sich die Daten zum Beispiel via Tablet auswerten lassen. Zudem können ausgewählte Daten an eine Cloud geschickt werden.

„Bei der Cloud-Lösung arbeiten wir mit der amerikanischen Firma HED Hydro Electronic Devices zusammen. Mit ihr lässt sich ein kundenspezifisches Portal bauen“, erläutert Meindorf. „Mithilfe der Cloud kann z.B. die Position eines mobilen Fahrzeuges im Feldtest oder im Serieneinsatz überwacht werden.“ Das CAN-Gateway erfasst mit GPS-Ortungsmodulen und Beschleunigungssensoren das Bewegungsprofil des Fahrzeuges und überträgt sie – zusammen mit den Daten des smarten Hydraulikblocks – an die Cloud. Dort werden sie aufbereitet und grafisch dargestellt.

Auf der Sonderschau wollen die Krefelder beispielsweise Anwender ansprechen, die mit Hilfe des Steuerblocks ihre hydraulische Anwendung intelligenter machen wollen. Abfall-Presscontainer signalisieren bereits per LED-Anzeige, das sie voll sind. Bisher muss dann jemand anrufen, damit der Container abgeholt wird. Dank des Steuerblocks könnte das künftig automatisch geschehen. (jv)

Hannover Messe 2019: Halle 23, Stand B19

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* Dipl.-Ing. Nikolaus Fecht ist freier Journalist aus Gelsenkirchen

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