Sicherungselemente

Sprengring, Federstecker und Sicherungsklammer richtig wählen

| Redakteur: Bernhard Richter

Typischer Federstecker. Sie halten Muttern beziehungsweise Kronen zuverlässig in ihrer Position und verhindern ein Verdrehen der Elemente.
Typischer Federstecker. Sie halten Muttern beziehungsweise Kronen zuverlässig in ihrer Position und verhindern ein Verdrehen der Elemente. (Bild: Gutekunst)

Sicherungselemente sind unscheinbare Maschinenkomponenten, die in fast jeder Konstruktion zu finden sind. Die formschlüssigen Bauteile schützen und begrenzen als Führungselemente andere Maschinenteile gegen axiales Spiel. Welche passt für meine Anwendung?

Sicherungselemente sind in vielen Ausführungen erhältlich und eignen sich dadurch für unterschiedlichste Anwendungen.

Nachfolgend stellen wir eine Auswahl an Sicherungselementen vor.

Sprengringe

Sprengringe sind Sonderformen des Sicherungsrings. Im Maschinenbau hindern sie formschlüssig Bauteile wie Räder, Dichtelemente und Lager auf Achsen, Wellen oder innerhalb von Bohrungen daran, sich axial zu verschieben. Diese Sonderformen sind vielseitig anwendbar und bieten in vielen Fällen die kostengünstigste Lösung. Sprengringe gibt es in zweierlei Ausführungen:

• als Sprengring DIN 7993 für Wellen Ausführung A. Ihr Einsatz erfolgt in halbrunden Nuten auf einer Achse oder Welle.

• als Sprengring DIN 7993 für Bohrungen Ausführung B. Sie werden ebenfalls in halbrunden Nuten innerhalb einer Bohrung oder Hülse eingesetzt.

Sprengringe für Wellen und Bohrungen werden bei den bekannten Normalien- und Federnherstellern in Normalstahl EN 10270-1 und Edelstahl EN 10270-3-1.4310 und in verschiedenen Abmessungen angeboten.

Federstecker

Der Federstecker, auch als Federsplint bekannt, kommt als universelles Sicherungselement zur Lagebewahrung von verbundenen Bauteilen zum Einsatz. Federstecker halten Muttern beziehungsweise Kronen zuverlässig in ihrer Position und verhindern ein Verdrehen der Elemente. Darüber hinaus eignen sie sich im Maschinenbau zur Fixierung von Achsen und Bolzen gegen Verschieben. Federstecker gibt es in verschiedenen Baugrößen für unterschiedliche Einsätze. Sie sind vielseitig verwendbar – beispielsweise auch im KFZ-Bereich. In der Formgebung entspricht der Federstecker standardmäßig der Norm DIN 11024. Der Federstecker ist federnd konstruiert und rastet so selbstsichernd in das Material ein. Er lässt sich bei Bedarf lösen und wiederverwenden.

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Gutekunst Federn z.B. bietet Federstecker standardmäßig aus Federstahl nach EN 10270-1 mit verzinkter Oberfläche und aus rostfreiem Edelstahl nach EN 12070-3-1.4310 zum Kauf ab Lager an. Neben dem Federstecker einfach nach DIN 11024 gibt es mit dem Federstecker doppelt nach DIN 11024 auch eine Ausführung mit zweifacher Öse. Diese sorgt für ein besseres Handling und eine geringere Federwirkung. Die Auswahl von geeigneten Größen ergibt sich aus den Maßen des Lochdurchmessers, des Außendurchmessers der Welle und des Rohrs sowie der Gesamtlänge und der Länge des federnden Teils.

Federstecker sichern axiale Bolzen, Achsen und Verdrehsicherungen, wie etwa Kronenmuttern. Sie gehören zu den schnellen Sicherungselementen. Die Stecker sind in verschiedenen Größen und zwei verschiedenen Ausführungen erhältlich:

• als Federstecker einfach mit einer Windung

• als Federstecker doppelt nach DIN 11024 mit zwei Windungen; der Kraftschluss des Federsteckers ist durch die doppelte Windung geringer, somit kann der Anwender das Element leichter setzen und ziehen.

Fokkernadeln oder Sicherungsklammern

Die Fokkernadel, auch Sicherungsklammer genannt, wird hauptsächlich in der Luftfahrt zur Sicherung von Schraubenverbindungen verwendet, die sich unbeabsichtigt durch Vibrationen lösen können. Um dies zu verhindern, kommt eine Schraube mit einer Querbohrung am Gewindeende zum Einsatz. Auf das Gewindeende wird die Kronenmutter verschraubt. Im nächsten Schritt wird die Fokkernadel durch die Krone und das Gewindeloch geführt, was ein Lösen der Schraube verhindert. Der Vorteil gegenüber Federsteckern: Anwender können die Fokkernadel ohne Werkzeuge entfernen und einfach wiederverwenden.

Fokkernadeln gibt standardmäßig aus Federstahl EN 10270-1 mit verzinkter Oberfläche und aus rostfreiem Edelstahl EN 10270-3-1.4310.

Weitere Sicherungselemente

Folgende Produkte zählen ebenfalls zu den Sicherungselementen: Splinte und Klappsplinte, Stellringe, Sicherungsscheiben, Kronenmuttern, Setzsicherungen, Spannscheiben, Verlier- und Losdrehsicherungen.

Sonderformen von Federsteckern und Sicherungselementen

Neben standardisierten Federsteckern, Sicherungs-klammern, Sprengringen, Wellenringen und Splinten nach DIN fertigen einschlägige Federnhersteller auch Federstecker, Klammern und Splinte für Spezialanwendungen in jeder gewünschten Form.

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