Ressourcenschutz Sicherer Radschnellweg in luftiger Höhe

Mit einer Fahrrad-Hochbahn möchte das Basler Start-up Urb-X die 15-Minuten-Stadt voran treiben, Radfahren sicherer machen und Ressourcen schonen. Die Ingenieure haben dafür einen Baukasten entwickelt, mit dem der Radverkehr klimapositiv in die Höhe verlagert wird.

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Dank Entflechtung zu mehr Sicherheit, Akzeptanz und Ressourcenschutz: Ein Schweizer Start-up arbeitet an einem Highway für Fahrradfahrer.
Dank Entflechtung zu mehr Sicherheit, Akzeptanz und Ressourcenschutz: Ein Schweizer Start-up arbeitet an einem Highway für Fahrradfahrer.
(Bild: Urb-X)

Fahrradfahren wird immer beliebter – spätestens seit der Corona-Pandemie. Doch unsere Städte sind in Punkto Verkehr am Limit und der Ausbau der Fahrradinfrastruktur ist aufgrund von Raumkonflikten schwierig. Eine Lösung könnte sein, den Fahrradverkehr in die Höhe zu verlegen. Genau daran arbeitet das Schweizer Start-up Urb-X: an einem Fahrrad-Highway, der stressfreies Gleiten über dem Verkehr ermöglichen soll. Zudem sei er mit zwei Spuren pro Richtung und ohne Kreuzung sicherer und schneller als andere Radwege – für bis zu 4.000 Fahrräder pro Richtung und Stunde.

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Wie das System Urb-X aufgebaut ist

Um Bike-Highways in Hochlage kostengünstig und nachhaltig erstellen zu können, baut Urb-X auf ein modulares Leichtbausystem aus Holz.

Das Fahrbahn-Element:

  • Die Basis eines Fahrbahn-Elements bildet ein Holzrahmen, auf den eine 3-Schicht-Holzplatte montiert ist. In die Holzplatte eingearbeitet ist der Heizdraht der Fahrbahnheizung. Auf die Fahrbahnplatte wird ein 5-schichtiger Spezialbelag aufgebracht.
  • Seitlich an der Fahrbahnplatte sind die Steckösen zur Aufnahme der Geländer-Elemente aus Stahl bzw. Aluminium befestigt. In die Geländer-Elemente werden die Glas-auf-Glas-Photovoltaikmodule eingestellt und befestigt.
  • Vorgefertigte Module werden von einem Startpunkt aus fortlaufend auf die Stützen montiert.
  • Fahrbahnelemente haben einen standardisierten Kupplungsmechanismus zu den benachbarten Fahrbahnelementen und zu ihren Tragelementen.
  • Fahrbahn-Elemente gibt es als Gerade oder als trapez-förmige Kurvenelemente mit 8 verschiedenen Kurvenradien.
  • Die Spurbreite beträgt 1,1 m, die Fahrbahnbreite entsprechend 4,4 m.
  • Optional kann ein Leuchtmast mit Sensorik und Leitsignalen integriert werden.

Das Tragelement:

  • Das Tragelement in Hohlkasten-Form ist die zentrale Tragstruktur des Systems.
  • In das Tragelement sind die wesentlichen Infrastrukturen integriert.
  • Ein gerades Tragelement hat eine Länge von 20 m, eine Breite von 2 m und wiegt rund 5.400 kg.
  • Zur Realisierung von Kurven gibt es angepasst an die entsprechenden Fahrbahnelemente trapezförmige Tragelemente mit unterschiedlichen Längen.
  • Alle Tragelemente sind an ihren Enden mit einer standardisierten Kupplung ausgestattet, welche die Verbindung zum nächsten Tragelement und die Verbindung zur Stütze ermöglicht.
  • Jedes Tragelement ist auch mit standardisierten Kupplungs-Mechanismen für die Fahrbahnelemente versehen.

Das Leitsystem:

  • Sensoren erfassen den Zustand der Module, der Umwelt und der Strecke. Machine-Learning-Algorithmen erzeugen Instandhaltungs-Anweisungen.
  • Zwei vernetzte, leistungsfähige Steuercomputer pro Tragelement verarbeiten alle Informationen und kommunizieren mit der Cloud und der Leitstelle.
  • Im Hohlkasten des Tragelements verlaufen alle wichtigen Leitungen (Strom, Kommunikation, etc.). Alle Verbindungen sind modular.
  • In den Leuchten integrierte Leitsignale erlauben eine situationsgerechte Steuerung des Verkehrs.
  • Die Leittechnik erkennt unter anderem die Auffahrt eines Fahrrads und gibt die Spur frei. Bei Zwischenfällen wird ein Alarm ausgelöst und wenn nötig die Spur gesperrt.
  • Je nach Verkehrsaufkommen oder bei Wartung/ Reinigung kann das Spursystem auch manuell umgestellt werden.

Wie der Bike-Highway klimapositiv wird

Den Angaben von Urb-X zufolge schützt das System die Umwelt aufgrund mehrerer Faktoren. So bestehen 95 Prozent des Volumens und 70 Prozent des Gesamtgewichts der Strecke aus nachwachsenden Rohstoffen (primär Holz). Gegenüber einer konventionellen Bauweise in Beton bzw. Stahl kann mit einer CO2-Einsparung von 3.000 Tonnen gerechnet werden. Mehr als 95 Prozent der Rohstoffe sind rezyklierbar.

Die aufgeständerte Bauweise verbraucht 80 bis 85 Prozent weniger Land als eine ebenerdige Realisierung.

Durch die in die Geländer integrierte Photovoltaik-Anlage produziert die Strecke zwischen 5- und 8-Mal mehr Strom, als sie selbst verbraucht, pro Kilometer Strecke könne mit Strom für 100 bis 200 Haushalte pro Jahr gerechnet werden.

Wie es weitergeht

Aktuell baut Urb-X eine Teststrecke in Basel, um das System weiter zu optimieren. Planmäßig wird die Teststrecke im Juni fertig sein wird.

Zudem befinden sich verschiedene Projekte in Deutschland, der Schweiz und im restlichen Europa in der Erarbeitung, auch in Stuttgart.

Quelle: www.urb-x.ch

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