Safety

Sichere Automation mit Safety over IO-Link

| Redakteur: Jan Vollmuth

Das integrierte Sicherheitskonzept Safety over IO-Link baut auf die Standards IO-Link und Profisafe auf: Sicherheitsgerichtete Daten gelangen per Tunneling von Profisafe über einen Standard IO-Link-Master zur Steuerung.
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Das integrierte Sicherheitskonzept Safety over IO-Link baut auf die Standards IO-Link und Profisafe auf: Sicherheitsgerichtete Daten gelangen per Tunneling von Profisafe über einen Standard IO-Link-Master zur Steuerung. (Bild: Balluff)

Mit Safety over IO-Link bietet der Automatisierungsspezialist Balluff Maschinen- und Anlagenhersteller eine Automatisierungs- und Sicherheitslösung in einem System. Das integrierte Sicherheitskonzept baut auf die Standards IO-Link und Profisafe auf.

Die digitale Kommunikationsschnittstelle IO-Link hat sich in weiten Teilen der Automatisierungsbranche etabliert, lange bevor von Industrie 4.0 die Rede war. Der Grund: Die Nutzer profitieren von Vereinfachung, Übersicht und Leistungssteigerung, die sie mit der vielseitigen Schnittstelle IO-Link realisieren können.

Balluff setzt seit 2005 auf den digitalen Kommunikationsstandard IO-Link: Wer sich mit vergleichsweise einfachen Mitteln ein umfassendes Bild von der Prozessebene machen will, kommt nach Meinung des Unternehmens an der vielseitigen Punkt-zu-Punkt Verbindung nicht vorbei. IO-Link ist nach IEC 61131-9 zertifiziert und steht für ungehinderten Datenaustausch und hohe Funktionalität. IO-Link-Prozessgeräte senden und empfangen Signale und Daten jedweder Art über standardisierte M12-Verbindungskabel. Analog- wie Binärsignale gelangen über den IO Link-Master zum Bus- oder Steuerungssystem.

Nur eine Frage der Zeit

„Ich habe die letzten Jahre eigentlich nur darauf gewartet, dass Kunden fragen, ob man denn mit IO-Link nicht auch sichere Signale handhaben könne“, sagt Andreas Glasenapp, Produktmanager Safety bei Balluff. Eine erste Anfrage, die nach EN ISO 13849 an die funktionale Sicherheit gestellten Anforderungen gegebenenfalls mit IO-Link umzusetzen, wurde im Jahre 2008 von einem Kunden aus der Werkzeugmaschinenindustrie an Balluff gerichtet.

Die Lösung von Balluff heißt Safety over IO-Link. Sie nutzt die grundlegenden IO-Link-Vorzüge nun auch für sicherheitsgerichtete Signale und ist für das Unternehmen die konsequente Weiterentwicklung der IO-Link-Philosophie: Wie IO-Link im Allgemeinen steht auch Safety over IO-Link für einfachen Systemaufbau, Zeit und Kosten sparende Verkabelung, geringeres Schaltschrankvolumen und schlankere Anlagenkonzepte, verspricht Balluff. Nahezu jede vorhandene Netzwerktopologie sei mit Safety over IO-Link von Balluff einfach skalierbar. Die Funktionalität des Gesamtsystems bleibe erhalten, Sicherheit komme quasi als add-on hinzu. Balluff verspricht: Mit Safety over IO-Link sollen sich Applikationen jederzeit und schnell an geänderte Anforderungen anpassen lassen. Die finale Programmierung erfolge nach Drag-and-drop-Manier zentral über die Programmieroberfläche der Steuerung.

Eigene und Komponenten anderer Anbieter

Das ganzheitliche Automatisierungs- und Sicherheitskonzept von Balluff umfasst Sicherheitskomponenten aus dem eigenen Haus wie Sicherheitslichtvorhänge, Sicherheitsschalter, Not-Halt-Taster und ein neues sicheres E/A-Modul (Balluff Safety-Hub). Das E/A-Modul verfügt über 12 sichere Ein- und zwei sichere Ausgänge. Es nimmt sowohl die eigenen Sicherheitskomponenten als auch Safety-Devices anderer Hersteller auf. Selbst simple Standard-Sensorik und -Aktorik kann nach Angaben des Unternehmens angebunden werden, was einen separaten Hub in vielen Fällen überflüssigen machen soll. Der Balluff Safety-Hub wird einfach auf einen Port eines IO-Link Master gesteckt.

„Praxishandbuch OPC UA“ Mit diesem Fachbuch gibt das Autorenteam rund um Dr. Miriam Schleipen neben einem grundlegenden Überblick über den Kommunikationsstandard OPC UA auch eine Übersicht, welche Tools bei der Umsetzung helfen. Das "Praxishandbuch OPC UA. Grundlagen – Implementierung – Nachrüstung – Praxisbeispiele" bereitet Sie auf die zukunftsträchtige Technologie mit Uses Cases, Lessons leraned und Best Practises vor. Das Fachbuch „OPC UA“ kann hier versandkostenfrei oder als eBook bestellt werden.

Ebenso einfach, zuverlässig und sicher erfolge das Handling sicherer Daten, erklärt Balluf. „Safety over IO-Link nutzt Elemente von Profisafe und ist direkt verfügbar. Der IO-Link-Master bleibt dabei ein nicht sicherheitsgerichtetes Standardgerät“, betont Andreas Glasenapp. Der IO-Link-Master zählt demnach zum sogenannten Black Channel: Die transportierten Daten werden unangetastet durch den Master hindurch zur Steuerungsebene getunnelt. Dass der IO-Link-Master unmittelbar verfügbar und eben kein Safety-Gerät ist, erweise sich als Kostenvorteil, erklärt der Spezialist

Wirtschaftliche Gesamtlösung

Safety over IO-Link von Balluff realisiert Sicherheitsanforderungen bis PLe / SIL3 und reduziert die Anzahl der benötigten IP-Adressen. Durchgängige Diagnosen und einfacher Gerätetausch sollen ein weiteres leisten, um in der Betriebsphase sowie im Servicefall die Instandhaltungskosten niedrig zu halten, erklärt das Unternehmen. Davon würden Anlagenhersteller wie Nutzer gleichermaßen profitieren. Der hohe Grad an Standardisierung wiederum verspricht Einsparungen über den gesamten Lebenszyklus der Maschine hinweg.

Mit Safety over IO-Link verbindet Balluff Sicherheit und Automation zu einem leistungsfähigen Gesamtsystem, das höchste Funktionalität, Sicherheit und Zuverlässigkeit gewährleisten soll. „Unsere Kunden erwarten immer mehr, dass wir mit einem breiten Komponenten- und Dienstleistungsangebot sowie mit umfassender Automatisierungskompetenz über den gesamten Lebenszyklus einer Anlage hinweg zur Verfügung stehen“, fasst Andreas Glasenapp zusammen. (jv)

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