Nanobeschichtung Selektives Beschichten mit Atmosphärendruck-Plasma

Redakteur: Dipl.-Ing. Dorothee Quitter

Steigende Anforderungen an die Korrosionsbeständigkeit von metallenen Bauteilen verlangen innovative Lösungen. Um einen höheren Korrosionsschutz für ein Aluminium-Druckguss-Gehäuse nachträglich in die Fertigungslinie zu integrieren, wurde die atmosphärische Plasmabeschichtung eingesetzt.

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Sei es zum Korrosionsschutz, als Haftvermittler oder zur leichteren Reinigung einer Oberfläche – die von Plasmatreat in Zusammenarbeit mit dem Fraunhofer IFAM entwickelte Plasmatechnik PlasmaPlus bietet eine Fülle unterschiedlich funktionalisierter Schichten zum selektiven Beschichten. Basis des neuen Verfahrens ist die vom Unternehmen bereits seit Jahren weltweit eingesetzte atmosphärische Plasmatechnologie „Openair“. Das System ist durch eine dreifache Wirkung gekennzeichnet: Es aktiviert Oberflächen durch gezielte Oxidationsprozesse, entlädt erstere gleichzeitig und bewirkt eine mikrofeine Reinigung und hohe Aktivierung der Oberflächen von Metallen, Kunststoffen und Glas. Der wirtschaftliche Aspekt: Die verwendeten Düsensysteme können vom Anwender immer inline, also direkt in die neue oder auch bereits bestehende Fertigungslinie, integriert werden. Über das Plasma trägt das Düsensystem den Korrosionsschutz berührungslos auf die Aluminiumoberfläche auf. Da das Openair-PlasmaPlus Verfahren unter normalen Luftbedingungen arbeitet, erfordert es kein Vakuum zur Schichtabscheidung.

Schichtstärke und Prozessgeschwindigkeit auf Korrosionschutzwirkung abstimmbar

Dr. Alfred Baalmann, Gruppenleiter der Abteilung Plasmatechnologie beim Fraunhofer IFAM, hat die Entwicklung des Verfahrens auf Institutsseite maßgeblich begleitet. Er kommentiert: „Ein besonderer Vorteil des Prozesses ist seine hohe Flexibilität. Insbesondere die Schichtstärke und die Prozessgeschwindigkeit können bedarfsgerecht auf die notwendige Korrosionschutzwirkung abgestimmt werden.“ Die typischen Prozessgeschwindigkeiten variieren von 5 m/min bis 30 m/min. Das Bauteil kann sofort nach der Applikation weiter verarbeitet werden. Die Beschichtung bietet für Kleb- und Dichtstoffe einen haftfesten, stabilen Untergrund, einen hohen Korrosionsschutz und ist zudem sehr umweltfreundlich, eine Entsorgung oder Aufbereitung von Chemikalien entfällt. (Mehr zur „Plasmabeschichtung im Automobilbereich“ lesen Sie auf der nächsten Seite)

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