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Verbindungstechnik Sechs Neuheiten aus der Füge- und Verbindungstechnik

| Redakteur: Lilli Bähr

Vom Klebstoff für hitzeempfindliche Bauteile über neue Mundstücke für schmalere Flansche im Karosserieleichtbau bis zum Schweißgerät mit einem Aktionsradius von bis zu 50 Meter – Wir zeigen Ihnen sechs Neuheiten aus der Füge- und Verbindungstechnik.

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Der neue Klebstoff Elecolit 6607 von Panacol ist wärmeleitfähig und kann schon bei Temperaturen ab 80°C im Ofen ausgehärtet werden.
Der neue Klebstoff Elecolit 6607 von Panacol ist wärmeleitfähig und kann schon bei Temperaturen ab 80°C im Ofen ausgehärtet werden.
(Bild: Panacol )

1. Hitzeempfindliche Bauteile miteinander verbinden

Panacol hat mit Elecolit 6607 einen wärmeleitfähigen Klebstoff entwickelt, welcher bauteilschonend schon bei Temperaturen ab 80 °C ausgehärtet werden kann. Elecolit 6607 ist ein auf Epoxidharz basierender Klebstoff, der mit Aluminiumoxid gefüllt ist. Er ist einkomponentig und kann aufgrund seiner Fließeigenschaften mittels Dispenser, Siebdruck oder Spachtel verarbeitet werden.

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Da der Klebstoff schon bei Temperaturen ab 80 °C aushärtet, können auch hitzeempfindliche Bauteile miteinander verbunden werden. Höhere Aushärtetemperaturen verkürzen die Aushärtezeit. Nach der Aushärtung isoliert der hellgraue Klebstoff elektrisch und leitet gleichzeitig Wärme ab.

Aufgrund seiner Eigenschaften eignet er sich insbesondere zum Verkleben von Metallbauteilen und Kühlkörpern auf elektronischen Leiterplatten. Die Panacol-Elosol GmbH ist ein international agierender Anbieter für industrielle Klebstoffe mit einem breiten Produktspektrum von UV-Klebstoffen über Strukturklebstoffe bis hin zu Leitklebstoffen.

2. Mehr Sicherheit und Leistung beim Auftragschweißen

Nach zweijähriger Forschung sowie Labor- und Feldtests bringt Castolin Eutectic nun den neuen Fülldraht Endotec-Safe-Hard-600 auf den Markt.

Die Legierung zum Auftragschweißen ist dem Unternehmen zufolge frei von Chrom und Nickel, weist eine geringere Rauchentwicklung auf und erfüllt die strengsten EU-Anforderungen im Hinblick auf Grenzwerte berufsbedingter Exposition (SCOEL).

Die am häufigsten eingesetzten Schweißzusatzstoffe zum Auftragsschweißen am Markt sind Drähte des Typs 600-HB-Brinellhärte, deren Verschleißeigenschaften auf einer chemischen Zusammensetzung mit 9 % Chrom und 0,6 % Kohlenstoff beruhen. Die wichtigsten Merkmale dieser Art von Drähten ist die richtige Balance zwischen Abrieb- und Stoßfestigkeit und ein gutes Kosten-Nutzen-Verhältnis.

Der neue Fülldraht soll gut zu verarbeiten sein, sowohl in Bezug auf Förder- als auch Schweißeigenschaften. Die neu entwickelte chemische Zusammensetzung soll die Abrieb- und Stoßfestigkeit im Vergleich zu konventionellen Schweißdrähten mit 600-HB-Härte verbessern und rissfreie Auftragungen gewährleisten.

3. Mundstück für schmalere Flansche im Karosserieleichtbau

Die Mundstücke herkömmlicher Stanznietwerkzeuge enthalten abgefederte Kugeln, welche die Stanzniete beim Setzen zentrieren und stützen. Der Durchmesser des Mundstückes muss daher ausreichend groß sein, um diese Komponenten aufnehmen zu können. Atlas Copco hat ein neues Mundstückdesign für schmale Flansche entwickelt. Es kann mit Standard-Niete robuste Verbindungen auf bis zu 14 mm schmale Flansche setzen. Mit herkömmlichen Mundstücken lag die bisherige Mindestbreite bei 18 mm.

Das neue Mundstück ist in kurzer, mittlerer und langer Ausführung sowie als Variante für die Bandzuführung oder die lose Zuführung erhältlich. Darüber hinaus sind durchmessergleiche Matrizen und Matrizenhalter verfügbar, um auch die Gegenseite der Fügestelle zugänglicher zu machen.

Generell bietet Stanznieten flexible, zuverlässige Verbindungen mit hoher Wiederholgenauigkeit und kurzen Zykluszeiten. Das Verfahren erzeugt eine ermüdungsbeständige Verbindung von Materialien wie Aluminium oder Stahl ohne Vorbohren und wird insbesondere in der Automobilindustrie genutzt. Dort werden mechanische Fügetechnologien häufig bereits beim Karosserierohbau eingesetzt.

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4. Für unterschiedliche Witterungsverhältnisse geeignet

Weicon erweitert sein Angebot an Cyanacrylatklebstoffen um einen Typ für extreme Anforderungen. Der einkomponentige Klebstoff VA-200-HR hat eine sehr hohe Feuchtigkeitsbeständigkeit und soll auch nach mehreren Tagen konstanter Einwirkung von Feuchtigkeit und Wärme eine gleichbleibende Leistungsfähigkeit zeigen.

Der Klebstoff ist transparent und niedrigviskos und verfügt laut Unternehmen über eine hohe Alterungsbeständigkeit. Aufgrund seiner hohen Feuchtigkeitsbeständigkeit eignet sich VA-200-HR besonders für Anwendungen, die unterschiedlichen Witterungsverhältnissen ausgesetzt sind. Beispielsweise kann der Klebstoff im Rohr- und Leitungsbau, in der Konstruktion von Küchen- und Elektrogeräten, im Behälter- und Apparatebau, in der Lüftungs- und Klimatechnik, im Garten- und Landschaftsbau oder im Sanitärbereich zum Einsatz kommen.

Cyanacrylate sind lösungsmittelfreie und kalthärtende einkomponentige Klebstoffe, die sehr schnell unter dem Einfluss von Luftfeuchtigkeit und Druck aushärten. Sie sollen selbst auf glatten Oberflächen gut haften und innerhalb von Sekunden verschiedene Materialien mit- und untereinander verbinden.

Buchtipp

Die Klebtechnik stellt für viele Anwendungen eine zuverlässige Alternative zu anderen Fügeverfahren dar. Das Fachbuch Klebtechnik gibt Konstrukteuren und Klebstoffanwendern Hilfestellungen für die Konzeption, Konstruktion und Realisierung von Klebungen.

5. Vielseitig mit einem Aktionsradius von bis zu 50 Meter

Mit ihrem kompakten MIG/MAG-Multiprozess-Schweißgerät erweitert die EWM AG ihre Titan-XQ-Puls-Baureihe. Die Titan-XQ-Puls-C mit integriertem Drahtvorschubantrieb ist wahlweise 350 A oder 400 A stark und eignet sich für Schweißkabinen in Industrie, Handwerk und Ausbildung.

Mit dem bis zu 6,5 m langen Brennerschlauchpaket eignet sich das Gerät besonders für stationäre Einsätze, etwa in Schweißkabinen. Mit den EWM-Push/Pull-MT-Brennern kann in bis zu 10 m Entfernung geschweißt werden. Der Zwischenantrieb Minidrive steigert in Kombination mit einem Standard- oder Funktionsbrenner den Schweißradius auf bis zu 50 m.

Ein Standardbrenner und drei Funktionsbrenner stehen für das Schweißgerät zur Verfügung. Der neue PM-Schweißbrenner ist mit einer praktischen LED-Beleuchtung ausgestattet. Die LED aktiviert sich bei Brennerbewegung automatisch und leuchtet dunkle Stellen am Werkstück aus. Das erleichtert die Schweißarbeiten in ansonsten unbeleuchteten Bereichen.

6. Schwemmzinn-Ersatz-Lösung für die Karosseriereparatur

Henkel stellt Teroson EP 5020 TR vor – ein kalt verarbeitbares, zweikomponentiges Material auf Epoxidharzbasis als Ersatz für herkömmlichen Schwemmzinn bei Aftermarket-Reparaturen von Karosserieschäden. Das Material härtet laut Hersteller schnell aus, lässt sich einfacher schleifen und gleichmäßiger auftragen als bisherige Lösungen. Darüber hinaus sollen die beim herkömmlichen Verzinnen erforderlichen Prozesse mit Hitze und offener Flamme entfallen.

Die kontinuierliche Weiterentwicklung von Karosserie-Materialien in der Automobilbranche erfordert kompatible Aftermarket-Reparaturtechnologien zum Schutz von angrenzenden Kunststoffteilen, Lack und rückseitigem Korrosionsschutz. Angesichts dieser Herausforderung hat das Unternehmen Teroson EP 5020 TR entwickelt. Diese neue Epoxidharzformulierung kann bei Raumtemperatur ohne offene Flamme aufgetragen werden.

Das Epoxid-Material wird in Kartuschen für Handpistolen mit einem speziellen Mischer für ein einfaches Auftragen geliefert. Es eignet sich für die Anwendung auf allen modernen Stahllegierungen und Aluminium sowie für die Karosseriereparatur jeglicher Fahrzeuge.

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