Additive Fertigung Sechs Neuheiten aus der Additiven Fertigung

Von Juliana Pfeiffer 5 min Lesedauer

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Von einer Workflow-Management-Software für 3D-Drucker, mit der sich Gitterstrukturen für 3D-gedruckte erstellen lassen, über ein Keramik‑3D‑Drucksystem für die Fertigung geometrisch komplexer Keramikkomponenten, bis hin zum ersten PTFE-freien Resin – die Neuheiten in der Additiven Fertigung.

Mit Iglidur i190PF hat Igus ein hochstabiles Filament für den 3D-Druck von verschleißfesten und PTFE-freien Sonderteilen entwickelt.(Bild:  Igus)
Mit Iglidur i190PF hat Igus ein hochstabiles Filament für den 3D-Druck von verschleißfesten und PTFE-freien Sonderteilen entwickelt.
(Bild: Igus)

Gitterstrukturen einfach erstellen

Mit der neuen Gitterstrukturfunktion können Anwender 3D-Drucke mit einem weichen bzw. gepolsterten Effekt erstellen – ideal für realistische Modelle von Schuhen und anderen weichen Gegenständen.(Bild:  Mimaki)
Mit der neuen Gitterstrukturfunktion können Anwender 3D-Drucke mit einem weichen bzw. gepolsterten Effekt erstellen – ideal für realistische Modelle von Schuhen und anderen weichen Gegenständen.
(Bild: Mimaki)

Mimaki hat eine neue Version seiner Workflow-Management-Software für 3D-Drucker, Mimaki 3D Print Prep Pro v2.0 (3DP3v2), eingeführt. Die aktualisierte Software-Version optimiert die 3D-Daten automatisch für den 3D-Druck. 3DP3v2 ist mit einer Konvertierungsfunktion ausgestattet, mit der sich Gitterstrukturen für 3D-gedruckte erstellen lassen. Mit vier Gittermustern und einstellbaren Dichtewerten reduziert sich das Gewicht des gedruckten Objekts bereits deutlich. Je nach dem verwendeten Material kann zudem ein gepolsterter bzw. weicher Effekt erzielt werden. Diese Funktion ist besonders beim Drucken realistischer 3D-Modelle von weichen Gegenständen wie Schuhen, Sofas oder Betten nützlich, die multidirektionale Flexibilität erfordern. Während 3DP3 ursprünglich eine reine Cloud-Software war, kann 3DP3v2 nun auch offline mit den 3D-Druckern von Mimaki betrieben werden. Die Software wird ab Juni 2026 verfügbar sein.

Geometrisch komplexe Keramikkomponenten fertigen

Die XJet‑Nano-Particle‑Jetting‑Lösung bietet eine breite Auswahl an keramischen Werkstoffen(Bild:  XJet)
Die XJet‑Nano-Particle‑Jetting‑Lösung bietet eine breite Auswahl an keramischen Werkstoffen
(Bild: XJet)

Ter Hoek hat das Keramik‑3D‑Drucksystem XJet Carmel 1400C von XJet eingeführt. Ter Hoek, seit den 1990er‑Jahren für Exzellenz in der präzisen Metallfertigung mittels fortschrittlicher EDM‑, PECM‑ und ultrapräziser CNC‑Frästechnologien bekannt, erweitert nun seine Expertise auf technische Keramiken. Das Keramik‑3D‑Drucksystem ermöglicht dem niederländischer Präzisionsfertigungsspezialist die Fertigung geometrisch komplexer Keramikkomponenten mit außergewöhnlicher Genauigkeit und überragender Oberflächenqualität. Damit eröffnen sich neue Möglichkeiten für regionale Kunden aus Luft‑ und Raumfahrt, Halbleiterindustrie, Medizintechnik und anderen innovativen Branchen, in denen geometrische Innovation und Materialleistung von zentraler Bedeutung sind. Ein wesentlicher Vorteil der Zusammenarbeit zwischen XJet und Ter Hoek ist die umfassende Unterstützung über den gesamten Produktlebenszyklus hinweg. XJets Carmel‑1400C‑System ist dafür ausgelegt, sowohl Rapid Prototyping als auch die Fertigung im Produktionsmaßstab zu bewältigen und passt damit zu Ter Hoeks bewährtem Servicemodell vom Engineering‑Consulting bis zur Produktionsbefähigung.

KI-gestützte Fertigungsplattform beschleunigt den 3D-Druck-Prozess

ProDesk vereint alle Funktionen in einem interaktiven Dashboard mit Echtzeit-Updates zu aktuellen Bestellungen und liefert so direkt nach dem Login die wichtigsten Informationen auf einen Blick.(Bild:  Protolabs)
ProDesk vereint alle Funktionen in einem interaktiven Dashboard mit Echtzeit-Updates zu aktuellen Bestellungen und liefert so direkt nach dem Login die wichtigsten Informationen auf einen Blick.
(Bild: Protolabs)

Mit ProDesk hat Protolabs eine All-in-one-Plattform entwickelt. Die neu eingeführte Online-Umgebung ermöglicht KI-gestützte Echtzeit-Angebote inklusive Machbarkeitsanalyse (DfM, engl.: Design for Manufacturability), nahtlose teamübergreifende Zusammenarbeit und eine Reihe weiterer Werkzeuge, die Prototyping- und Produktionsprojekte unterstützen und damit die Innovationsgeschwindigkeit von Produktentwicklungs- und Beschaffungsteams steigern. ProDesk bietet eine KI-gestützte DFM-Analyse für Spritzguss-, CNC-Bearbeitungs- und 3D-Druck-Dienstleistungen, um sofortiges Feedback zum Teilen zu erhalten, noch bevor diese in die Produktion gehen. Dabei umfasst die konfigurierbare Plattform auch die Möglichkeit zur Echtzeit-Angebotserstellung für Services und Dienstleistungen wie Materialoptionen, Nachbearbeitungen und Oberflächenbehandlungen. Darüber hinaus können auch Vorlaufzeiten eingestellt werden, sodass Benutzer die Angebote je nach benötigten Durchlaufzeit und Budget anpassen können. ProDesk unterstützt den gesamten Produktentwicklungsprozess und bietet darüber hinaus weitere Vorteile: In der Plattform können Nutzer im Produktionskatalog Bauteile auswählen, die bereits für die Fertigung freigegeben sind. Das erleichtert die Verwaltung, Organisation und spätere Nachbestellung der Teile erheblich.

3D-Druckteile mit Spritzgussqualität

Mit Iglidur i190PF hat Igus ein hochstabiles Filament für den 3D-Druck von verschleißfesten und PTFE-freien Sonderteilen entwickelt.
(Bild: Igus)

Igus hat sein Filament-Portfolio mit Iglidur i190PF weiter ausgebaut. Neben einem PTFE-freien Resin und SLS-Material ist Iglidur i190PF nun das erste PTFE-freie Filament von Igus. Es basiert auf dem Tribofilament Iglidur i190 und besitzt die gleichen tribologischen Eigenschaften wie der Spritzguss-Werkstoff Iglidur W300PF. Zudem zeichnet es sich durch seine hohe Biegefestigkeit von 80 MPa und den schmier- sowie wartungsfreien Betrieb aus. Das neue Filament punktet außerdem mit seiner hohen mechanischen Festigkeit und einer außergewöhnlichen Abriebfestigkeit, die Standardkunststoffe wie ABS oder Nylon deutlich übertrifft. Die gedruckten Bauteile sind bei bis zu 90 °C einsetzbar und bieten eine lange Lebensdauer im schmierfreien Betrieb. Iglidur i190PF eignet sich auch für die Konstruktion von Gleit-Komponenten für Multi-Material-Bauteile, da es sich sehr gut mit hochsteifen Materialien verbindet. Das Filament ist auf allen handelsüblichen geschlossenen 3D-Druckern mit einer beheizbaren Druckplatte ganz einfach verarbeitbar. Mit Iglidur i190PF können Konstrukteure nun PTFE-freie Verschleißteile im 3D-Druck fertigen, ohne Unterschiede in der Materialperformance gegenüber dem bekannten und bewährten Filament Iglidur i190 in Kauf nehmen zu müssen. 

Funktional, robust, tiefschwarz: Das SLA-Material Accura Xtreme Black

Accura Xtreme Black und Xtreme Grey im Vergleich.
(Bild: Speedpart)

Die Anforderungen an 3D-gedruckte Bauteile entwickeln sich rasant: Form, Detailtreue und Materialeigenschaften müssen heute Produktionsbauteilen möglichst nahekommen, um realistische Tests und funktionsnahe Prototypen zu ermöglichen. Mit Accura Xtreme Black hat Speedpart ein neues SLA-Harz in sein Portfolio aufgenommen, das genau diese Anforderungen erfüllt: robust, detailgetreu und tiefschwarz.Speziell für Form-, Passform- und Funktionsanwendungen geeignet, überzeugt es durch hohe Haltbarkeit anspruchsvoller Baugruppen wie beispielsweise robuster Gehäuse. In Kombination mit der präzisen SLA-Technologie lassen sich funktionale Prototypen realisieren, die selbst hohen Anforderungen standhalten. Accura Xtreme Black, von 3D Systems entwickelt, überzeugt durch seine präzise Form- und Detailwiedergabe sowie robuste mechanische Eigenschaften. Mit Schichtdicken ab 0,05 mm lassen sich feine Details abbilden, während Wandstärken ab 0,25 mm und Toleranzen von ±0,03 mm eine zuverlässige Umsetzung komplexer Geometrien gewährleisten. Bereits im Basic-Finish entsteht eine glatte und optisch ansprechende Oberfläche. Durch Strahlen lässt sich die Bauteiloberfläche zu einem gleichmäßig matten, anthrazitfarbenen Finish veredeln. Für Anwendungen mit besonders hohen optischen Anforderungen steht zudem ein Fine-Finish-Prozess zur Verfügung, der die sichtbaren Bereiche gezielt glättet und eine hochwertige Anmutung erzielt. 

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Flexible Teilprothesen additiv fertigen

Das von der FDA zugelassene FP3D-Harz ermöglicht Dentallaboren eine zuverlässige, wirtschaftliche und schnelle Herstellung flexibler Teilprothesen.(Bild:  Carbon)
Das von der FDA zugelassene FP3D-Harz ermöglicht Dentallaboren eine zuverlässige, wirtschaftliche und schnelle Herstellung flexibler Teilprothesen.
(Bild: Carbon)

Mit FP3D hat Carbon zusammen mit Keystone Industries ein Harz für flexible, herausnehmbare Teilprothesen entwickelt. Es ist das erste Dentalharz, das Carbons bewährte Doppelhärtungs-Chemie integriert. FP3D überzeugt durch außergewöhnliche Haltbarkeit, Transluzenz, Maßgenauigkeit und Flexibilität – und bietet zugleich eine natürliche Ästhetik, eine verbesserte Passform für Patienten sowie deutliche Kostenvorteile gegenüber traditionellen Fertigungsmethoden. Die Entwicklung basiert auf direktem Feedback von Dentallaboren, welche nach einer druckbaren Alternative zu zeitintensiven traditionellen Methoden gesucht haben. Das Resultat ist ein von der FDA zugelassenes Medizinprodukt der Klasse II. Im Vergleich zu herkömmlichen Herstellungsverfahren bietet FP3D einen vereinfachten Workflow, der dazu beitragen kann, Zeit und Aufwand zu reduzieren. Mit einem Biege-Modul von 800 MPa bietet FP3D eine komfortable Passform ohne Kompromisse bei der strukturellen Integrität. Die hohe Transluzenz und verbesserte Polierbarkeit ermöglichen eine lebensechte Optik und einfache Nachbearbeitung. Erhältlich in mehreren Farbvarianten, darunter Original Rosa, Hellrot Rosa und Dunkel-adrig, um vielfältige ästhetische Anforderungen zu erfüllen.