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Dazu kommt, dass in der Regel am Ende der Saison mit einem Hochdruckreiniger die Einsatzspuren beseitigt werden. Durch die anschließend langen Stillstandszeiten bis zum nächsten Sommer ist trotz leichter Korrosion keinerlei Beschädigung zu verzeichnen. „Unsere Haspeln sind von Brasilien bis Sibirien im Einsatz und stehen in der erntefreien Zeit teilweise im Freien“, berichtet Höller. Trotz der Plus- und Minustemperaturen sind bei den Polymerlagern keinerlei Funktionseinbußen festzustellen.
Neben Schmutz, Staub und Feuchtigkeit können beim Schneiden auf die Lager durch Stöße kurzfristig dynamische Belastungen von bis zu 6 G einwirken. Dazu kommen statische Belastungen. Die Flächenpressung beträgt ca. 0,4 MPa. Der Standardwerkstoff Iglidur J ist prädestiniert für den Einsatz in widrigen Umgebungen. Dazu kommt seine Zähigkeit gegenüber Stößen und Schlägen, sodass es beim Verkanten keine Beschädigung gibt. Im Vergleich zu metallischen Lagern und in Verbindung mit den Kantenlasten wird die Welle nicht in Mitleidenschaft gezogen. Es ist zu keinem Zeitpunkt ein Festfressen zu befürchten.
„Fällt ein Lager in der Haspel aus, steht der Mähdrescher still“, betont Otto. „Außer den vielfältigen technischen Vorteilen wie der Wartungsfreiheit und Langlebigkeit hat uns auch der finanzielle Aspekt bei der Neukonstruktion des Kernbauteils überzeugt. Das Preis-/Leistungsverhältnis der Polymerlager ist unschlagbar.“ Weiter kann auf Schmiernippel sowie die zur Montage notwendige mechanische Bearbeitung der Bauteile verzichtet werden. Auch finden keine Investitionen in Schmierstoffe statt, die die Umwelt belasten.
Und die Entwicklung geht weiter
Die Erfahrungen mit dem Maschinenelement aus dem Standardprogramm sind so gut, dass der Einsatz weiterer Kunststoffprodukte in den Haspeln geplant ist. Neben den Polymerlagern, die sich seit Jahren bewähren, werden weitere Igus-Kunststoffprodukte einem Test unterzogen. Im Umfeld der modularen Haspelsterne laufen im Rahmen einer Bemusterung Versuche mit einem zurzeit noch mechanisch bearbeiteten Plattenmaterial, ebenfalls aus dem Werkstoff Iglidur J. Damit können verschleißfreie Wunschteile kundenspezifisch gestaltet werden. Die Vorgabe ist, dass nicht Metall auf Metall laufen soll. Dabei reibt sich die Pulverbeschichtung ab, was zum einen unschön aussieht und zum anderen zu Laufgeräuschen führt. Die ersten Ergebnisse sind vielversprechend. Darüber hinaus kommt in diesem Getreideschneidwerk eine Energiekette zum Führen von Antriebs-, Steuer- und Sensorleitungen sowie von einem Wasserschlauch zum Einsatz. Es ist geplant, erste Erfahrungen mit dem Versuchsschneidwerk noch in dieser Saison zu sammeln.
Umfassende Datenbank
Seit 30 Jahren werden Iglidur-Gleitlager entwickelt. Jährlich kommen mehr als 100 neue Kunststoffcompounds dazu. In mehr als 5000 Versuchen werden pro Jahr wartungsfreie Gleitlager getestet. Es steht mittlerweile eine umfassende Datenbank über die tribologischen Eigenschaften der Polymere zur Verfügung. Sie macht es möglich, die überwiegende Anzahl der Anwendungen im Vorfeld besser zu beurteilen, die erwartete Lebensdauer zu berechnen und damit dem Anwender Sicherheit bei der Verwendung zu geben. „Diese Zielsetzung können wir voll und ganz bestätigen“, sagt abschließend Otto. „Die Beratung hat gestimmt. Unsere Erwartungen an die Polymerlager sind sogar noch übertroffen worden. Für uns führt an dieser Technik kein Weg mehr vorbei!“ (ud)
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