Servokonfektion

Schluss mit der Handarbeit bei der Konfektionierung

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Innenmantel schützt Adern

Damit dieses neue Produktionsverfahren überhaupt möglich wurde, mussten die Ingenieure von Lapp ganz neue Kabel mit einem völlig neuen Innenaufbau, ohne die üblichen Füllmaterialien, entwickeln. Die Lösung waren schließlich Kabel mit Innenmantel. Dieser liegt unter dem Außenmantel und der Schirmung und dient zwei Zwecken: Zum einen sorgt er dafür, dass das Kabel beim Biegen oder Verdrillen immer seinen runden Querschnitt beibehält. Zum anderen dient der Innenmantel als Schutz der innen liegenden Adern gegen die rotierenden Messer, die den Mantel und die Schirmung kürzen. Die Rezeptur für den Kunststoff-Innenmantel wurde in aufwändigen Testverfahren ermittelt. In der Produktion wird das Aderbündel von großen Trommeln abgespult und verdrillt und dann mit diesem heißen Kunststoff umspritzt. Nach der Abkühlung werden die Schirmung und dann der äußere Mantel – ebenfalls durch Aufspritzen des heißen Kunststoffs – aufgebracht.

Hoher Nutzen durch Qualitätsabstufungen

Um den Nutzen für die Kunden so groß wie möglich zu gestalten hat man sich bei Lapp etwas einfallen lassen, was laut Stawowy sowohl für das Unternehmen als auch für den Markt neu ist: „Wir haben drei Qualitätsstufen bei den Leitungen differenziert. Denn nicht für jede Anwendung ist zwangsläufig eine High-End-Servoleitung nötig. Es gibt die Servoleitungen also in den Abstufungen Extended, Core und Basic. Die Extended Line baut auf unserer etablierten Leitung Servo 796CP für extrem dynamische Anforderungen auf. Es gibt aber auch Anwendungen, bei denen das Kabel nicht so großen Belastungen ausgesetzt ist, ich denke da etwa an Anlagen für die Holzbearbeitung. Für diese Anwendungen bieten wir unseren Kunden die Basic Line als PVC-Leitung, die günstiger ist als eine Leitungen mit PUR-Mantel. Dieses Segment haben wir bisher so nicht angesprochen. Die Core Line als dritte Ausführung ist die Leitung für mittlere Ansprüche.“

Die Core Line und die Extended Line werden als PUR-Varianten angeboten. PUR ist resistent gegen Wasser, Öl und viele chemische Stoffe, auch die mechanische Belastbarkeit ist vorbildlich. Leitungen mit PUR-Mantel kommen deshalb in Maschinen zum Einsatz, wo die Kabel schnelle Bewegungen und hohe Beschleunigungen über meterlange Verfahrwege aushalten müssen. Für den Kunden hat das den Vorteil, dass er für jede Anwendung die richtige Leitung erhält und nicht mehr Leistung bezahlen muss, als er braucht. Andere Hersteller sind bei der Fertigung nicht so flexibel und bieten ausschließlich Kabel mit PUR-Mantel an, was teurer und nicht immer notwendig ist.

Varianten für die gebräuchlichen Standards

Lapp führt sukzessive Varianten für alle gebräuchlichen Antriebs-Standards ein. Zunächst kommt die Ölflex Connect Servo mit Stecker nach Siemens-Standard auf den Markt. Für sieben weitere Antriebsanbieter werden Servoleitungen folgen. Alle Varianten sind in einer breiten Auswahl an Steckergrößen von M15 bis M58 und Kabelquerschnitten von 1,5 bis 10 mm² verfügbar.

Lapp vereint mit der Ölflex Connect Servo drei Stärken: Das Konfektions-Know-how, die große Fertigungstiefe und die weltweite Aufstellung. Ein bisher eher handwerklicher Herstellungsprozess wird nun industrialisiert, sodass Lapp seine Servokonfektionen weltweit in gleicher Qualität anbieten kann. Nach dem Produktionsstart am Haupt-standort in Stuttgart werden in weiteren Schritten spezialisierte Produktionsstätten in Asien und Nordamerika aufgebaut, in denen die Lösungen in gleicher Qualität gefertigt werden. (mz)

SPS IPC Drives 2015: Halle 6, Stand 258

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