IAA Transportation Schaeffler mischt mit beim LKW-Antrieb der Zukunft

Quelle: Schaeffler

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Auf der IAA Transportation stellt Schaeffler in diesem Jahr erstmals sein Portfolio für Nutzfahrzeuge vor. Dabei betont das Unternehmen seine technologieoffene Herangehensweise und präsentiert Komponenten für alle Antriebsarten von leichten und schweren Nutzfahrzeugen.

Schaeffler will mit Technik für Nutzfahrzeuge wachsen. Dafür hält das Unternehmen Komponenten für alle Technologien bereit – vom Verbrenner über E-Antriebe bis hin zur Wasserstoffmobilität.
Schaeffler will mit Technik für Nutzfahrzeuge wachsen. Dafür hält das Unternehmen Komponenten für alle Technologien bereit – vom Verbrenner über E-Antriebe bis hin zur Wasserstoffmobilität.
(Bild: Schaeffler (Digitas Pixelpark))

„Den einen Antrieb der Zukunft gibt es nicht“, sagt Matthias Zink, Vorstand Automotive Technologies der Schaeffler AG, anlässlich der Schaeffler-Pressekonferenz auf der IAA Transportation. Erstmals ist Schaeffler in diesem Jahr auf der internationalen Leitmesse für die Transport- und Logistikbranche als Aussteller vertreten und setzt dabei Nutzfahrzeuge unter Strom, zeigt Transporter mit Brennstoffzellenantrieb und stellt Fahrwerkslösungen für das automatisierte Fahren vor.

Busse und Lkw machen nur vier Prozent des globalen Automobilbestandes aus, stehen jedoch für 40 Prozent der Emissionen. Zugleich nehmen die Anforderungen an Transport und Logistik ständig weiter zu. „Damit liegen die Herausforderungen für die OEM und die Zulieferer auf der Hand: Ausbau der Elektrifizierung, Reduzierung der Emissionen und Entwicklung von klugen Lösungen in Automatisierung und Digitalisierung. Mit unseren Produkten aus den Bereichen Antrieb und Fahrwerk unterstützen wir das Ziel einer nachhaltigen und effizienten Logistik“, sagt Klaus Rosenfeld, Vorsitzender des Vorstands der Schaeffler AG. Das Unternehmen ist seit mehr als 75 Jahren Partner der Branche und produziert jährlich mehr als 80 Millionen Lager für Nutzfahrzeugkunden auf der ganzen Welt.

Nun will es mit Technik für Nutzfahrzeuge weiter wachsen. Zwar erwartet Matthias Zink, dass im Jahr 2030 noch rund 60 Prozent der Nutzfahrzeuge mit einem Verbrennungsmotor angetrieben werden. Bereits fünf Jahre später – also 2035 – prognostiziert er allerdings, dass sich der Anteil der Verbrenner von 60 auf 30 Prozent halbiert.

Nutzfahrzeuge fahren künftig elektrisch

Und so sieht das Unternehmen das größte Zukunftsfeld bei Antrieben für Nutzfahrzeuge in der Elektrifizierung. „Dafür stellen wir uns besonders breit auf und damit wollen wir kräftig wachsen“, sagt Matthias Zink. Dazu gehören sowohl elektrische Antriebe für Cargo-Bikes und vollelektrische Beam-E-Achsen für Pick-up-Trucks bis 7,5 t als auch Systeme und Komponenten für die Elektrifizierung von großen Zugmaschinen. Bereits im kommenden Jahr will Schaeffler mit der Serienfertigung von Hochleistungs-E-Motoren für Nutzfahrzeuge beginnen. Parallel entwickelt der Zulieferer bereits eine weitere Generation von Elektromotoren mit einer neuartiger Ölkühlung und einem Wirkungsgrad von über 97 Prozent. Die Einzelkomponenten der E-Motoren werden überwiegend selbst gefertigt. Schaeffler beherrscht eigenen Angaben zufolge als eines der wenigen Unternehmen weltweit selbst besondere Wicklungstechnologien für Statoren, wie die Hairpin- und Wellenwicklung. Dadurch sollen die Motoren künftig immer leistungsfähiger werden.

Zukunftsantrieb Brennstoffzelle

Für den Antrieb von Nutzfahrzeugen setzt Schaeffler auch auf die Brennstoffzelle, die sich nach Einschätzung des Unternehmens zunächst auf der Langstrecke durchsetzen wird. Aber auch Transporter, die regelmäßig längere Strecken zurücklegen, profitieren von den Vorteilen des Antriebs. Auf der IAA zeigt Schaeffler einen Brennstoffzellen-Transporter: Elektrische Achse, Brennstoffzellen-Stack und das Energiemanagement des Fahrzeugs stammen aus eigener Entwicklung. Damit will der Zulieferer sein Systemverständnis für diese Antriebe erweitern.

Die Industrialisierung einer wichtigen Schlüsselkomponente für Brennstoffzellen treibt Schaeffler mit dem Joint Venture „Innoplate“ voran. Zusammen mit Symbio, einem Gemeinschaftsunternehmen von Forvia und Michelin, will Schaeffler ab 2024 Bipolarplatten in großen Stückzahlen herstellen. Die Gründung des Gemeinschaftsunternehmens hatten die Partner im Juni 2022 angekündigt. Nach einer erfolgreichen kartellrechtlichen Freigabe erwarten Schaeffler und Symbio in Kürze den Start der gemeinsamen Aktivitäten im französischen Haguenau.

Matthias Zink, Vorstand Automotive Technologies der Schaeffler AG, stellte auf der IAA Transportation u.a. eine neue Radlager-Einheit für Nutzfahrzeuge vor.
Matthias Zink, Vorstand Automotive Technologies der Schaeffler AG, stellte auf der IAA Transportation u.a. eine neue Radlager-Einheit für Nutzfahrzeuge vor.
(Bild: Schaeffler)

Schaeffler entwickelt Komponenten und Systeme für alle Antriebsarten von leichten und schweren Nutzfahrzeugen, um die Dekarbonisierung des Transports weiter voranzutreiben. Der Zulieferer steigert etwa die Effizienz von Einspritzsystemen mit einem variablen Ventiltriebsystem. Es soll sowohl Kraftstoffverbrauch und Emissionen als auch Wartungsaufwand und Kosten für den Betreiber reduzieren. Zudem arbeitet Schaeffler an neuartiger Motorentechnik für den Einsatz alternativer Kraftstoffe, insbesondere für die direkte Nutzung von Wasserstoff in entsprechend umgerüsteten Verbrennungsmotoren. Mit Schaefflers variablem Ventiltriebsystem kann dabei – unabhängig von der Form der Gemischbildung – der Luftpfad besonders exakt gesteuert werden, was für eine hohe Effizienz sorgen soll.

Lösungen für die Automatisierung von Nutzfahrzeugen

Mit seiner Angebotspalette für Nutzfahrzeuge deckt Schaeffler nicht nur den Antrieb, sondern auch Fahrwerkthemen wie das automatisierte Fahren ab. „Auch hier setzen wir auf einen Wachstumsmarkt, der in den nächsten Jahren weiter Fahrt aufnehmen wird“, sagt Matthias Zink. Im Joint Venture Schaeffler Paravan Technologies wird beispielsweise am Space-Drive-System gearbeitet, einem Lenksystem ohne mechanische Verbindung zwischen Lenkrad und Lenkgetriebe. Dadurch sollen Fahrzeugherstellern enorme Freiheiten in der Fahrzeuggestaltung entstehen. Das System wird konsequent für die automobile Großserie weiterentwickelt. Ziel ist es, Trucks, Busse, Transport- und Logistikfahrzeuge nicht nur zu automatisieren, sondern auch aus der Ferne zu steuern und hierdurch effizienter, ökonomischer und sicherer zu machen.

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