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Robotiklösungen in allen Facetten

| Autor: Jan Vollmuth

Mensch-Roboter-Kollaboration, Service-Robotik, intelligente Greifer? konstruktionspraxis hat Robotik-Spezialisten gefragt, welche Trends sie für die Automatica erwarten.

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In seinen Bewegungsmustern ist der Bionic Cobot von Festo dem menschlichen Arm nachempfunden, von der Schulter über Oberarm, Ellbogen, Elle und Speiche bis zur Hand.
In seinen Bewegungsmustern ist der Bionic Cobot von Festo dem menschlichen Arm nachempfunden, von der Schulter über Oberarm, Ellbogen, Elle und Speiche bis zur Hand.
(Bild: Festo AG & Co. KG)

Menschen, die Hand in Hand mit Robotern arbeiten; riesige Drohnen, die Kartons fest in ihren Greifern halten; fahrerlose Transportsysteme, die ihren Weg selbst finden: Moderne Robotikkonzepte stellen Lösungen bereit für die Fabrik von heute und morgen, unterstützen Vollautomation ebenso wie manuelle Arbeit. Auch außerhalb von Fabriken finden sich immer häufiger Roboter im Einsatz, in der Landwirtschaft ebenso wie im Gesundheitswesen oder im Einzelhandel.

Wer sich einen Überblick über den aktuellen Stand der smarten Automatisierung und Robotik verschaffen möchte, dem bietet die Fachmesse Automatica vom 19.-22.06.2018 in München eine ideale Gelegenheit. Unter ihrem Dach treffen sich alle zwei Jahre Hersteller und Anbieter rund um Robotik, Montageanlagen, industrielle Bildverarbeitungssysteme und Komponenten sowie Service-Robotik. konstruktionspraxis hat einige der Aussteller im Vorfeld befragt, welche Trends und Highlights sie auf der diesjährigen Automatica erwarten. Hier die Antworten: (jv)

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Helmut Schmid, Geschäftsführer & General Manager Western Europe der Universal Robots GmbH
Helmut Schmid, Geschäftsführer & General Manager Western Europe der Universal Robots GmbH
(Bild: Universal Robots)

Helmut Schmid, Geschäftsführer & General Manager Western Europe Universal Robots: „Die Robotik steckt in Europa noch immer in den Kinderschuhen. Das bedeutet, dass uns der große Boom erst noch bevorsteht! Dabei sind der Fantasie keine Grenzen gesetzt: Gemeinsam mit unseren Kunden und Partnern entdecken wir stetig neue Prozesse und Anwendungsbereiche, die wir mithilfe von kollaborierenden Leichtbaurobotern automatisieren können. Selbst solche, die wir noch gar nicht bedacht hatten. Daraus ergeben sich auch immer neue Varianten von Sensoren und Greifern. Ein großer Trend ist außerdem die Mensch-Maschine-Kollaboration, die insbesondere im Mittelstand erhebliche Vorteile schaffen kann. Als Marktführer für kollaborierende Roboter bieten wir vielseitige Lösungen an, die die Produktivität in Unternehmen erhöhen und für hohe Flexibilität sorgen.“

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Enrico Krog Iversen, CEO OnRobot: „Angesichts der boomenden Nachfrage ist Mensch-Roboter-Kollaboration längst kein Nischenthema mehr, sondern wird zum Standard avancieren. Der allgemeine Fokus wird sich dann vom Angebot verfügbarer Roboterarme hin zu kollaborativen Applikationen als Ganzem verschieben: Letztendlich bestimmen Werkzeuge, Sensoren und Software, wie der Roboter tatsächlich eingesetzt wird und wie er Mehrwert für den Anwender generiert. Mit unseren innovativen Plug-and-Play Lösungen schöpfen wir das Potenzial kollaborativer Leichtbauroboter bereits heute optimal aus.“

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Thomas Visti, CEO von Mobile Industrial Robots
Thomas Visti, CEO von Mobile Industrial Robots
(Bild: Mobile Industrial Robots)

Thomas Visti, CEO von Mobile Industrial Robots: „Als Pionier mobiler Robotik verfolgen wir speziell die Trends im Bereich der automatisierten Intralogistik. Hier zeichnet sich eine Entwicklung hin zu immer stärker individualisierten Automatisierungslösungen ab, die unmittelbar mit den Menschen interagieren. Zunehmend vernetzte Produktionsumfelder erhöhen die Anforderungen an einen reibungslosen Materialfluss massiv. Das Stichwort lautet Flexibilität: Je schneller sich mobile Roboter in Produktionsabläufe einfügen, desto einfacher können sie diese optimieren. Wir bei MiR kommen dem entgegen, indem wir autonome, kollaborative Robotiklösungen anbieten, die die vielfältigen Bedarfe der Anwender passgenau unterstützen können.“

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Darius Wilke, Director European Business bei Rethink Robotics: „Der Bedarf an flexiblen Automatisierungslösungen wächst rasant, denn nur wenn Fertigungsbetriebe in der Lage sind, dynamisch auf neue Markt- und Kundenanforderungen zu reagieren, werden sie im Wettbewerb bestehen. Kollaborative Roboter schließen bestehende Automatisierungslücken: Wo Industrieroboter an ihre Grenzen stoßen, bieten Cobots wie Sawyer eine kostengünstige und leicht zu handhabende Alternative. Darin liegt ihr immenses Potenzial. Wenn der Markt mit der aktuellen Dynamik weiterwächst, wird es langfristig mehr Cobots als klassische Industrieroboter geben.“

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Henrik A. Schunk, Geschäftsführender Gesellschafter, CEO SCHUNK GmbH & Co. KG, Lauffen/Neckar
Henrik A. Schunk, Geschäftsführender Gesellschafter, CEO SCHUNK GmbH & Co. KG, Lauffen/Neckar
(Bild: SCHUNK)

Henrik A. Schunk, Geschäftsführender Gesellschafter, CEO Schunk: „Der Trend zur smarten Fabrik wird das industrielle Greifen grundlegend verändern: Intelligente Greifer erfassen mithilfe integrierter Messysteme permanent wichtige Prozessparameter clostest to the part, werten diese dezentral aus und geben die Inormationen an übergeordnete Systeme und Cloud-Lösungen weiter. Zudem wird die Zahl kollaborativer Anwendungen rasant steigen.“

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Dipl.-Ing. Gerald Vogt, Group Division Manager Stäubli Robotics: „Zu den Trends in der Robotik zählen die Themen Mensch-Roboter-Kollaboration, digitale Vernetzung / smart factory sowie mobile Robotersysteme. Zu allen drei Themenkreisen hat Stäubli zukuftsweisende Entwicklungen auf den Weg gebracht, die wir auf der Automatica in München zeigen. Anwender können damit so wirtschaftlich, flexibel und effizient produzieren wie nie zuvor.“

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Richard Tontsch, Manager Marketing Robotics Division, Yaskawa Europe GmbH
Richard Tontsch, Manager Marketing Robotics Division, Yaskawa Europe GmbH
(Bild: Yaskawa Europe GmbH)

Richard Tontsch, Manager Marketing Robotics Division, Yaskawa Europe: „Auch zur Automatica 2018 liegt das Thema MRK im Trend. Inzwischen gibt es neben kollaborativen Robotern, wie unserem Motoman HC10, auch schon zahlreiche Greifer, Schrauber und sonstiges Werkzeug, die in der Roboter-Montage zum Einsatz kommen. Der Motoman HC10 kann voll als industrietauglicher Roboter eingesetzt werden und erfüllt trotzdem die hohen Anforderungen an die Sicherheit gemäß Performance Level d Kategorie 3 gemäß DIN ISO 13849-1. Als zweiter Trend setzt sich die künstliche Intelligenz (KI) in der Automatisierung weiter durch: Wir werden den Roboter zunehmend als wirklichen ‚Helfer‘ verstehen. Er wird zukünftig einfach angelernt werden können und dann einfach loslegen und den Job erledigen. Bevor es jedoch soweit ist, kommt KI in der Form zum Einsatz, dass sie die Zuverlässigkeit und Langlebigkeit einer Anlage erhöht – Stichwort Predictive Maintenance.“

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Christian Tarragona, Senior Vice President der Forschung und Entwicklung bei Kuka: „Easy2Use und die einfache Bedienung ebnen auf lange Sicht den Weg für die Robotik im Alltag: schnell zu erlernen, einfach zu verstehen und sofort umzusetzen. Diesem Trend begegnen wir mit dem LBR iisy. Zudem müssen Technologien eingesetzt werden, die nicht nur hochflexibel, sondern auch vernetzt und intelligent sind.“

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Dr. Kurt Schmalz, Geschäftsführender Gesellschafter
Dr. Kurt Schmalz, Geschäftsführender Gesellschafter
(Bild: J. Schmalz GmbH)

Dr. Kurt Schmalz, geschäftsführender Gesellschafter J. Schmalz: „Die konventionelle, starre Automation wandelt sich zunehmend zu einer flexiblen Produktion mit ebenso flexiblen Logistikprozessen. Bei diesem Wandel spielen unsere Vakuum-Lösungen eine wichtige Rolle: Sie optimieren das Zusammenspiel von Handhabungstechnik und Robotik, weil sie „vorne“ im Greifprozess sind – dort, wo wichtige Daten entstehen. Sie sind mit intelligenten Funktionen ausgestattet, die Zustands- und Performancedaten erfassen, analysieren und bis in die Cloud zur Verfügung stellen. Der Trend zur kollaborativen und häufig auch mobilen Robotik erfordert ebenso intelligente und flexible Smart Field Devices – ein Beispiel dafür ist unsere CobotPump zur elektrischen Vakuum-Erzeugung.“

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Klaus Kluger, General Manager Central East Europe Omron Electronics: „Gut zwei Jahre nach der Akquisition von Adept durch die Firma Omron freuen wir uns, auf der bevorstehenden Automatica neue innovative Produkte im Bereich SCARA, kollaborative und mobile Robotik sowie integrierte Lösungen zur Anbindung an die Omron Sysmac-Steuerung präsentieren zu können. Diese Innovationen zeigen, dass die Robotik und damit die Akquisition von Adept in der Mitte des Produktportfolios von Omron angekommen und integraler Bestandteil des Lösungsansatzes ist.“

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Über den Autor

 Jan Vollmuth

Jan Vollmuth

, konstruktionspraxis – Alles, was der Konstrukteur braucht