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Interview Realistische Modelle in sechs Materialien und bis zu 360.000 Farbtönen

| Redakteur: Dipl.-Ing. Dorothee Quitter

konstruktionspraxis sprach mit Wolfgang Kochan von Stratasys über den neuen 3D-Drucker J750. Dieser verarbeitet in einem einzigen Druckvorgang bis zu sechs unterschiedliche Materialien und kombiniert diese mit einem Farbspektrum aus 360.000 Tönen.

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Die 3D-Drucker J750 von Stratasys besitzen die einzigartige Fähigkeit, den Vollfarb-3D-Druck mit mehreren Materialien zu kombinieren. Dies ist ein Durchbruch für die Industrie, da komplexe, zeitaufwändige Prozesse entfallen und Ideenfindung, Produktdesign, Bewertung, Entscheidungen und Auslieferung enorm beschleunigt werden.
Die 3D-Drucker J750 von Stratasys besitzen die einzigartige Fähigkeit, den Vollfarb-3D-Druck mit mehreren Materialien zu kombinieren. Dies ist ein Durchbruch für die Industrie, da komplexe, zeitaufwändige Prozesse entfallen und Ideenfindung, Produktdesign, Bewertung, Entscheidungen und Auslieferung enorm beschleunigt werden.
( Bild: Stratasys)

Wodurch unterscheidet sich der J750 von den bisherigen Objet Connex 3D-Druckern?

Bei dem J750, unserem neuen Flaggschiff, reden wir über ein System, das den 3D-Druck neu definiert, indem es Nutzern ermöglicht, fotorealistische Prototypen in einem einzigen Arbeitsgang auszudrucken – und mit den Vollfarben-Multimaterial-Fähigkeiten sind unmittelbare Entscheidungen über das geplante Endprodukt möglich. Auch Nachbearbeitungen bezüglich der Farben und des Zusammenbaus entfallen. Damit wird der Produktentwicklungsprozess verändert – Entwicklungs- und Markteinführungszeiten werden deutlich verkürzt. Der J750 ist zudem der vielseitigste 3D-Drucker, weil mit ihm sowohl dem Endprodukt entsprechende Prototypen als auch Werkzeuge, Betriebsmittel, Vorrichtungen und Spritzgussformen 3D-gedruckt werden können. Für den fotorealistischen Eindruck können die Anwender verschiedene Materialien – von steif bis flexibel, von transparent bis undurchsichtig – mit einem bisher unerreichten Farbspektrum aus 360.000 verschiedenen Tönen kombinieren. Mit dieser Vielseitigkeit, Schnelligkeit und Anwenderfreundlichkeit ist der J750 einzigartig auf dem Markt.

Warum wurde die Bezeichnung J750 gewählt?

Dies ist Teil des neuen Stratasys Branding. In Zukunft werden unsere 3D-Drucker-Bezeichnungen aus Stratasys und einem alphanumerische Modellkonfiguration bestehen. Der J750 ist der erste 3D-Drucker, der unter dem neuen Branding eingeführt wurde. Speziell J750 ist eine sprechende Benennung: ‚J‘ steht für Jet – das bezeichnet die Technologie (PolyJet). Die Ziffer 7 zeigt die Anzahl der eingesetzten Materialien an, also die sechs Grundmaterialien plus einem Supportmaterial. 50 verweist schließlich auf die Baugröße von etwa 500 Millimetern – um genau zu sein: 490 x 390 x 200 Millimeter.

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Welche Vorteile bringt der neue 3D-Drucker für Produktentwickler?

Ganz klar: Der Stratasys J750 verändert die Art und Weise, wie Produkte entwickelt und gelauncht werden. Durch die schnellere Verfügbarkeit von Prototypen vereinfacht und verkürzt er die Entwicklungsphase und erhöht die Kosten- und Ressourceneffizienz. Mit 192 und damit doppelt so vielen Düsen wie die vorige Generation von Druckköpfen bietet er eine noch höhere Geschwindigkeit und eine noch bessere Druckqualität. Bereits wenige Stunden nach dem ersten Konzeptentwurf gewinnen Entwicklungsteams einen realistischen Eindruck vom Aussehen und der Funktionalität der Prototypen – das führt zu einer schnelleren Entscheidungsfindung. Optimierungen hinsichtlich Optik, Haptik und Funktion können bei Bedarf unmittelbar umgesetzt werden. Dank der durchdachten Konstruktion mit sechs gleichzeitig geladenen Materialiebehältern reduzieren sich auch die durch Materialwechsel bedingten Ausfallzeiten.

Vor allem aber überzeugt der J750 durch die fotorealistische Qualität seiner Ergebnisse. Die äußerst glatte Oberfläche und die feinsten Details sind das Resultat der Schichtauflösung von 14 µm – das entspricht etwa der halben Größe einer menschlichen Hautzelle. Mit seiner Geschwindigkeit und der Qualität der Ergebnisse trägt der J750 dazu bei, die Time-to-Market erheblich zu verkürzen und verhilft den Anwendern zu echten Wettbewerbsvorteilen.

Was kann neben realistischen Modellen noch hergestellt werden?

Abgesehen von der Vielzahl an Materialien, die der J750 zu dem Endprodukt entsprechenden, fotorealistischen Prototypen mit Textur-Mapping und Farbverläufen verarbeitet, ermöglicht er auch die Fertigung von Mehrkomponentenmodellen, die gleichzeitig aus festen, gummiartigen und transparenten Elementen bestehen.

Welchen Stellenwert kommt der neu entwickelten Software PolyJet Studio zu?

Die Software macht den 3D-Druck effektiver. Die innovative Benutzeroberfläche der Software ermöglicht Nutzern die unkomplizierte Auswahl der Materialien. Auch die Druckvorbereitung und -erstellung sowie die Verwaltung laufender Druckaufträge gelingen schneller. Durch einfach zu bedienende Steuerungswerkzeuge werden Farbzuweisungen, Transparenzen, Verläufe, Texturen und Härtegrade exakt kontrolliert; Farbtexturen können verlustfrei durch aus CAD-Werkzeugen importierte STL- und VRML-Dateien geladen werden.

In welchen Branchen sehen Sie die Einsatzgebiete des J750?

Dank seiner enormen Vielseitigkeit kann der J750 in zahlreichen Branchen und für verschiedenste Produkte und Anwendungen eingesetzt werden: zum Beispiel in der Konsumgüterindustrie, bei Designunternehmen, Anbietern von Special Effects oder Animationen, bei Unternehmen im Bereich der Medizintechnik sowie in Universitäten und Ausbildungsstätten, Krankenhäusern und medizinischen Forschungseinrichtungen oder bei 3D-Druck-Dienstleistern. Überall dort ermöglicht der J750 – mit bislang nicht verfügbaren funktionellen Prototypen auf Knopfdruck – eine schnellere Produktentwicklung, eine produktivere Fertigung und effizientere Forschung. Mit schnellerem 3D-Druck, weniger Materialwechseln und automatischer Farbzuordnung maximiert er die Produktivität und minimiert die Stückkosten. Und das ist letztlich für nahezu alle Branchen – für fertigende Betriebe wie für Dienstleister – ein starkes Argument. Dem Wettbewerb immer einen Schritt voraus zu sein.

Vielen Dank, Herr Kochan.

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