Cobots Profis für die kollaborative Zusammenarbeit

Von Jan Vollmuth

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In den vergangenen Wochen haben verschiedene Hersteller auf der Hannover Messe und der Automatica in München neue kollaborative Roboter gezeigt. Wir stellen Ihnen hier einige der Neuheiten vor.

Mit neuartigen Sensoren und integrierter künstlicher Intelligenz soll Maira von Neura Robotics eine echte, intelligente Zusammenarbeit zwischen Mensch und Maschine ermöglichen.
Mit neuartigen Sensoren und integrierter künstlicher Intelligenz soll Maira von Neura Robotics eine echte, intelligente Zusammenarbeit zwischen Mensch und Maschine ermöglichen.
(Bild: NEURA Robotics )

Mit allen Sinnen bei der Sache

Das deutsche Robotikunternehmen Neura Robotics seine kognitive Roboterfamilie weiterentwickelt: Im Gegensatz zu klassischen Cobots nehmen laut Neura Robotics kognitive Roboter ihre Umwelt mit allen Sinnen war, agieren autonom auf Basis von KI, sie lernen aus Erfahrungen und können Menschen sicher von anderen Objekten unterscheiden.

Der neue Cobot Maira Junior von Neura Robotics soll Anwendungen mit einem kleineren Arbeitsbereich bedienen, etwa im medizinischen Umfeld.
Der neue Cobot Maira Junior von Neura Robotics soll Anwendungen mit einem kleineren Arbeitsbereich bedienen, etwa im medizinischen Umfeld.
(Bild: NEURA Robitics )

Sein Modell Maira bezeichnet das Unternehmen als den weltweit ersten kognitive Roboter in Serienfertigung für die Industrie. Der Roboter hat unter anderem den Deutschen Innovationspreis gewonnen. Mit neuartigen Sensoren und einer vollständig integrierten künstlicher Intelligenz in Steuerungssystemen und Anwendungen soll Maira eine echte, intelligente Zusammenarbeit zwischen Mensch und Maschine ermöglichen. Dank der Schutzklassen IP65 kann der Roboter auch in kritischen Umgebungen eingesetzt werden. Die neue kompakte Version Maira Junior eignet sich für alle Arten von Anwendungen mit einem kleineren Arbeitsbereich wie beispielsweise medizinische Umgebungen.

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Um Sicherheit zu gewährleisten, hat Neura Robotics den Touchless Safe Human Detection Sensor entwickelt. Die intelligente Sensortechnologie erkennt Menschen im Raum und passt die Geschwindigkeit bis hin zum Stillstand an.

Stemmt bis zu 20 Kilogramm

Mit seinem neuen Gelenkdesign erreicht der UR20 von Universal Robots kürzere Taktzeiten und handhabt Lasten bis zu 20 kg Gewicht.
Mit seinem neuen Gelenkdesign erreicht der UR20 von Universal Robots kürzere Taktzeiten und handhabt Lasten bis zu 20 kg Gewicht.
(Bild: Universal Robots )

Der dänische Hersteller Universal Robots (UR) hat mit dem UR20 einen kollaborierenden Roboter vorgestellt, der Lasten bis 20 kg handhaben kann. UR hat den Cobot grundlegend überarbeitet, darunter die Gelenke, die unter anderem den Kopf des Cobots beweglicher machen.

Dank des neuen Designs erreicht der UR20 um bis 65% kürzere Taktzeiten. Eine Reichweite von 1.750 mm ermöglicht es dem Cobot, Teile bis zur vollen Höhe einer Standard-Europalette von zwei Metern zu stapeln. Das erweitert die Möglichkeiten von Unternehmen, die Aufgaben wie Verpacken und Palettieren automatisieren wollen. Die kleine Stellfläche des UR20 von 245 mm Durchmesser ermöglicht den Einsatz des 64 kg schweren Cobots auch in Wo Anwendungen einen großen Arbeitsradius erfordern bei gleichzeitig wenig Platz, bietet der UR20 Nutzern eine Stellfläche von gerade einmal 245 mm Durchmesser.

Über die Palettierung hinaus sieht Universal Robots für den UR20 ein breites Spektrum weiterer Einsatzmöglichkeiten vom Schweißen bis hin zur Maschinenbeschickung. Der UR20 wird voraussichtlich Ende des vierten Quartals 2022 zur Vorbestellung verfügbar sein und ab dem zweiten Quartal 2023 ausgeliefert werden.

Der erste pneumatische Cobot

Der Festo Cobot ist der erste pneumatischer Roboter am Markt.
Der Festo Cobot ist der erste pneumatischer Roboter am Markt.
(Bild: FESTO SE & Co. KG )

Der Automatisierungsexperte Festo hat einen pneumatischen Cobot präsentiert. Als Einsatzgebiet sieht das Unternehmen vor allem das Kleinteilehandling bei Nutzlasten bis zu 3 kg. Mit seinem günstigen Preis soll der Cobot auch für kleine und mittlere Unternehmen (KMU) attraktiv sein. Der Cobot selbst wiegt dank moderner Leichtbau-Methoden nur 17 kg. Seine Reichweite beträgt 670 mm.

Sensitivität, Gewicht und den günstigen Preis verdankt der neue Cobot der Pneumatik, also der Druckluft als Arbeitsmedium in der Antriebstechnik. Die Direktantriebe in den Gelenken seien so kostengünstiger und leichter, weil im Gegensatz zu elektrischen Lösungen keine schweren Getriebe und teure Kraft-Moment-Sensorik nötig sei. Da die Steuerung komplett im Fußteil verstaut ist, braucht es keinen Schaltschrank, was Platz spart. Die Inbetriebnahme ist laut Festo intuitiv und einfach, es seien keine Schulungsmaßnahmen dafür notwendig.

Intelligente Robotikplattform

Franka Production 3 ist eine einfach bedienbare Roboterplattform. Das System soll die Produktivität für alle steigern, die effiziente Roboterautomation benötigen.
Franka Production 3 ist eine einfach bedienbare Roboterplattform. Das System soll die Produktivität für alle steigern, die effiziente Roboterautomation benötigen.
(Bild: Franka Emika GmbH )

Das jüngste Produkt des Münchner Unternehmens Franka Emika heißt Franka Production 3 (FP3), ein Roboterarm für den industriellen Einsatz. Kern der Lösung ist eine cloudbasierte, kollektive und ki-gestützte Learning-Plattform für Automatisierungsanwendungen. Mit Hilfe dieser intelligenten Robotersteuerung sollen Anwender ohne jegliche Programmierkenntnisse ihren Prozess binnen weniger Minuten in robotergestützte Automatisierungsanforderungen übersetzen können.

Durch seine schnelle und präzise sensorische Rückkopplung erhält der FP3 taktile Fähigkeiten wie Geschicklichkeit und Fingerspitzengefühl, so Franka Emika. Dank der selbst entwickelten Drehmomentsensoren in sieben Achsen und der dezentralen Regelung in den Franka eigenen Gelenkelektroniken, soll der FP3 mit der Geschicklichkeit eines menschlichen Arms vergleichbar sein, heißt es seitens des Unternehmens. Die Auslieferung des FP3 ist bereits gestartet.

Sensible Roboterarmhülle erkennt Hindernisse frühzeitig

Der neue Dobot CR10 hat eine Reichweite von über 1,5 m und eine Tragkraft von 10 kg.
Der neue Dobot CR10 hat eine Reichweite von über 1,5 m und eine Tragkraft von 10 kg.
(Bild: Dobot )

Dobot erweitert seine KI-gesteuerten Leichtbau-Roboterarme der CR Collaborative Robot Series um die Modelle CR10 und CR5. Der neue CR10 hat ein Reichweite von 1.525 mm und eine maximale Tragkraft von 10 kg, der CR5 eine Reichweite von 900 mm und eine Tragkraft von 5 kg. Laut Dobot verfügen die Cobots über einen hohen Sicherheitsstandard. Dafür sorge die Dobot Safe-Skin-Technologie: Die intelligente Roboterarmhülle erkennt Hindernisse frühzeitig und bringt den Cobot zum Stillstand oder lässt ihn ausweichen. Die Serie ist EN ISO 13849 sowie TS 15066 zertifiziert. Gerade für gefährliche Arbeiten wie Schweißen eignet sich die Serie besonders gut.

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Die CR Collaborative Robot Series arbeitet im 6-Achs-Modus und ist in insgesamt sieben verschiedenen Ausführungen erhältlich, womit die Roboterarme im industriellen Bereich vielseitig einsetzbar sind. Der CR3, die kleinste Ausführung, hat eine maximale Tragkraft von 3 kg und eine maximale Reichweite von 620 mm. Die stärkste Ausführung, der CR16, hebt bis zu 16 kg und hat eine Reichweite von bis zu 1.223 mm.

Kompakter Cobot mit hoher Performance

Der Cobotta Pro von Denso Robotics kombiniert die Vorteile eines kompakten Cobots mit der Roboterperformance für den industriellen Einsatz.
Der Cobotta Pro von Denso Robotics kombiniert die Vorteile eines kompakten Cobots mit der Roboterperformance für den industriellen Einsatz.
(Bild: DENSO Robotics )

Die neue kollaborative Roboterserie Cobotta Pro kombiniert alle Vorteile eines kompakten Cobots mit der Roboterperformance für den industriellen Einsatz, erklärt Hersteller Denso Robotics. Die Serie umfasst zwei Modellvarianten: Der Cobotta Pro 900 mit einer Traglastfähigkeit von bis zu 6 kg verfügt über eine Armreichweite von 908 mm, eine maximale TCP-Geschwindigkeit bis 2.100 mm/s sowie eine Wiederholgenauigkeit von ± 0,03 mm. Einen Tick leistungsstärker ist der für Traglasten bis 12 kg ausgelegte Cobotta Pro 1300, der eine Armlänge von 1303 mm, eine maximale TCP-Geschwindigkeit von bis zu 2.500 mm/sk sowie eine Wiederholgenauigkeit von ± 0,04 mm bietet. Cobotta Pro ist ab Juli 2022 erhältlich.

Größere Reichweiten und höhere Traglasten

Mehr Reichweite, höhere Traglasten: KUKA erweitert die Serie des LBR iisy.
Mehr Reichweite, höhere Traglasten: KUKA erweitert die Serie des LBR iisy.
(Bild: KUKA / sg )

Kuka hat erstmals weitere Modelle der sensitiven Leichtbauroboter aus der LBR iisy Serie gezeigt, die sich durch größere Reichweiten und Traglasten von 11 und 15 kg sowie eine höhere Schutzklasse auszeichnen. Ab Ende 2022 sollen der LBR iisy 11 R1300 und der LBR iisy 15 R930 erhältlich sein. Sie sind neben dem LBR iisy 3 die ersten Roboter von Kuka, die auf dem neuen Betriebssystem iiQKA.OS laufen, mit dem alle Kuka alle Roboter künftig ausstatten möchte.

Wendig und Platz sparend

Die Leichtbauroboter von Kassow Robots sind dank ihrer sieben Achsen sehr wendig und benötigen nicht viel Platz.
Die Leichtbauroboter von Kassow Robots sind dank ihrer sieben Achsen sehr wendig und benötigen nicht viel Platz.
(Bild: Kassow Robots )

Kassow Robots hat neben seinen bereits bekannten Leichtbaurobotern der KR-Reihe die neue KR Edge Serie gezeigt: Bei diesen Modellen befindet sich die komplette Steuerung im Fuß des 7-Achsen-Cobots; dies reduziert zum einen deren Platzbedarf deutlich und erhöht zum anderen die Flexibilität. So sieht der Hersteller besondere Vorteile dieser Modelle im mobilen Einsatz.

Erst Ende April hatte Bosch Rexroth die Mehrheit an Kassow Robots übernommen. Mit den kollaborativen Leichtbau-Robotern will das Automatisierungsunternehmen sein Angebot für die Fabrikautomation erweitern.

Die Leichtbauroboter von Kassow Robots sind dank ihrer sieben Achsen sehr wendig und benötigen nicht viel Platz. Sie können beispielsweise seitlich der Türöffnung zum Arbeitsraum einer Maschine platziert werden, so dass sie den Zugriff für das Bedienpersonal nicht einschränken. Durch die besondere Kombination von Traglast, Reichweite und Geschwindigkeit lassen sich die Cobots zur Automatisierung einer breiten Palette von industriellen Aufgaben einsetzen, erklärt Bosch Rexroth.

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