Elektro-hydraulischer Roboter Problemlösung im Crossrail-Tunnel in London bringt einzigartigen Roboter hervor.

Redakteur: M.A. Bernhard Richter

42 km Tunnel und 250.000 Löcher in der Tunnelwand sind zu bohren – dazu müssen unzählige Leitungen und Kabel an den Wänden angebracht werden. Nur mithilfe eines neu entwickelten Bohrautomaten kann das in der geforderten Zeit geschafft werden...

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Der Crossrail-Bohrautomat, bestehend aus zwei Maschinenteilen, bewegt sich durch die Tunnel und bohrt mehr als 250.000 Löcher ins Tunnelfutter.
Der Crossrail-Bohrautomat, bestehend aus zwei Maschinenteilen, bewegt sich durch die Tunnel und bohrt mehr als 250.000 Löcher ins Tunnelfutter.
(Bild: Eaton)

Die ATP Hydraulik AG (auch als ATP bekannt) entwickelt und produziert Hydrauliksysteme und mecha-tronische Lösungen in Kombination mit Automatisierung. Das Unternehmen erhielt einen Auftrag zur Gestaltung und Bereitstellung aller Zylinder, Hydraulikaggregate, kompletten Rohrleitungen, Elektro- und Hydrauliktechnik und Software auf zwei maßgeschneiderten Bohrinseln für das London Crossrail Programm. Neben der kompletten Rohrleitungen und Verkabelung lieferte ATP die Schmierkreise zusammen mit den Brandmelde- und Löschanlagen. Bei dem mechatronischen System, das elektrische und hy-draulische Komponenten integriert, entschied sich ATP für die Zusammenarbeit mit Eaton.

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Mithilfe des Unternehmens konnte ATP die Entwicklungszeit signifikant verkürzen. Crossrail, Europas größtes Bauprojekt, soll den Schienenverkehr in London und im Südosten Englands verändern, die zentrale Londoner Schienenkapazität um 10% steigern, die Regeneration unterstützen und die Reisezeiten durch die Stadt vermindern. Derzeit sind fast 20 km Gleis auf der sogenannte Elizabeth-Linie verlegt worden. Die Gesamtfinanzierung zur Lieferung von Crossrail umfasst £ 14,8 Mrd. (ca. 18 Mrd. €).

Millionen schneller in London

Das Ziel von Crossrail ist es, zusätzliche 1,5 Millionen Menschen näher als 45 Minuten zu der Londoner Innenstadt zu bringen und Londons wichtigste Beschäftigungs-, Freizeit- und Geschäftsbezirke zu verbinden – Flughafen Heathrow, West End, die Innenstadt, Docklands –, um so eine weitere wirtschaftliche Entwicklung zu ermöglichen. Die ersten Crossrail-Dienste durch das Zentrum von London starten Ende 2018 mit schätzungsweise 200 Millionen jährlichen Passagieren.

Für das ambitionierte Großprojekt müssen mehrere Lochmuster alle 6,4 m in die Beton-Tunnelverkleidung gebohrt werden, um die Schieneninfrastruktur zu sichern. Dazu gehören Klammern für die Notfall-Fluchtwege, Kabelmanagementsysteme, Feuerlöschleitungen und das 25-kV-Freileitungssystem, das die Crossrail-Züge antreibt. Eine der großen Herausforderungen ist, beim Bohren von 250.000 Löchern Zeit einzusparen und gleichzeitig die Gesundheit und Sicherheit der Arbeiter zu verbessern. In früheren Tunnelprojekten wurde diese Aufgabe manuell durchgeführt. Es wurden Vermesser eingesetzt, um jede Position physisch zu markieren. Die Löcher wurden dann von anderen Arbeitern mit Handhammerbohrern gebohrt.

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