Konstruktionsleiter-Forum 2026 Potenziale des digitalen Produktpasses erkennen und nutzen

Von Dipl.-Ing. (FH) Monika Zwettler 3 min Lesedauer

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Ab 2027 wird der digitale Produktpass (DPP) Pflicht. Wer darin nur ein lästiges Compliance-Tool sieht, verschenkt Potenzial. Teilnehmer des Konstruktionsleiter-Forums 2026 erfahren, wie der DPP – unterstützt durch KI – zum intelligenten Rückkopplungssystem wird und wie zirkuläres Engineering schon heute gelingt.

Richitig umgesetzt kann der digitale Produktpass zu einem entscheidenden Treiber für einen echten Kreislaufgedanken in der Produktentwicklung werden.(Bild:  © ImageFlow – stock.adobe.com)
Richitig umgesetzt kann der digitale Produktpass zu einem entscheidenden Treiber für einen echten Kreislaufgedanken in der Produktentwicklung werden.
(Bild: © ImageFlow – stock.adobe.com)

Historisch bedingt endete der Informationsfluss für das Engineering oft, sobald ein Produkt auf den Markt kam. Der Digitale Produktpass ändert dies grundlegend: Er schafft eine durchgängige, transparente Datenbasis über den gesamten Produktlebenszyklus. Wertvolle Erkenntnisse aus der realen Nutzung, aus Wartungs- und Reparaturzyklen sowie aus dem finalen Recycling können nun systematisch erfasst und direkt in die Konstruktionsabteilungen zurückgespiegelt werden. Mit diesen realen Felddaten können Konstrukteure fundiertere Entscheidungen treffen, um die nächste Generation von Produkten noch nachhaltiger, langlebiger, reparierbarer und ressourceneffizienter zu gestalten.
 
 

Strukturierte Produktdaten erfolgreich nutzen

Wie dieser Wandel vom statischen Regulierungs-Tool hin zu einem dynamischen Informationssystem für das Engineering gelingt, beleuchtet der Vortrag anhand neuester Erkenntnisse aus dem laufenden Forschungsprojekt iPassPro. Gemeinsam mit dem Industriepartner Böllhoff demonstriert Christian Kürpick, Abteilungsleiter für Advanced Systems Engineering, Fraunhofer Institut für Entwurfstechnik Mechatronik IEM, auf dem Konstruktionsleiter-Forum 2026, wie strukturierte Produktdaten aktiv genutzt werden können. 
Da die schiere Menge an Lebenszyklus-Daten manuell kaum zu bewältigen ist, rückt dabei auch die künstliche Intelligenz in den Fokus. KI-Technologien erschließen unstrukturierte Produktinformationen automatisiert, verknüpfen sie intelligent miteinander und bereiten sie so auf, dass sie den Konstrukteur bei komplexen Entscheidungen aktiv unterstützen. 

Warum ist das Thema Ihres Vortrags für Konstrukteure und Entwickler relevant?

Christian Kürpick, Abteilungsleiter für Advanced Systems Engineering, Fraunhofer Institut für Entwurfstechnik Mechatronik IEM.  (Fraunhofer IEM)
Christian Kürpick, Abteilungsleiter für Advanced Systems Engineering, Fraunhofer Institut für Entwurfstechnik Mechatronik IEM.
(Fraunhofer IEM)

Der digitale Produktpass wird in den kommenden Jahren zum Standard in der Industrie. Mit der ab Februar 2027 geltenden Verpflichtung für Industriebatterien beginnt die schrittweise Einführung – weitere Produktgruppen wie Elektronik, Textilien oder Bauprodukte werden folgen. Für Unternehmen stellt sich daher längst nicht mehr die Frage, ob, sondern wie sie den DPP in ihre Entwicklungsprozesse integrieren.
Für Konstrukteure und Entwickler ist der DPP dabei weit mehr als ein Compliance-Instrument. Er schafft eine durchgängige Datenbasis über den gesamten Produktlebenszyklus und ermöglicht es, Erkenntnisse aus Nutzung, Wartung und Recycling systematisch in die Produktentwicklung zurückzuführen. So wird der digitale Produktpass zum Rückkopplungsinstrument für ein zirkuläres Engineering und unterstützt die Entwicklung nachhaltigerer, langlebigerer und ressourceneffizienterer Produkte.

Für Konstrukteure und Entwickler ist der DPP dabei weit mehr als ein Compliance-Instrument. Er schafft eine durchgängige Datenbasis über den gesamten Produktlebenszyklus.

Was sind die wichtigsten Aspekte des Vortrags?

Der Vortrag vermittelt die Grundlagen des digitalen Produktpasses und zeigt dessen Bedeutung für die zirkuläre Produktentwicklung auf. Anhand des Forschungsprojekts iPassPro und am Beispiel des Industriepartners Böllhoff wird erläutert, wie der DPP von einem regulatorischen Nachweisinstrument zu einem intelligenten Informationssystem für das Engineering weiterentwickelt werden kann. Ein besonderer Schwerpunkt liegt auf den Einsatzmöglichkeiten der künstlichen Intelligenz, die Produktinformationen automatisiert erschließt, intelligent verknüpft und Konstrukteure bei nachhaltigen Engineering-Entscheidungen unterstützt. Ergänzend geben mehrere Demo-Videos einen praxisnahen Einblick in prototypische Anwendungen und zeigen anschaulich, wie moderne KI-Technologien den Digitalen Produktpass in der Praxis nutzbar machen.

Was nehmen die Teilnehmer mit?

Die Teilnehmer erhalten konkrete Einblicke aus einem aktuellen Forschungsprojekt und lernen, welche Rolle der digitale Produktpass künftig im Engineering spielen wird. Sie erleben anhand praxisnaher Beispiele und Demonstratoren, wie strukturierte Produktdaten und Künstliche Intelligenz zusammenwirken, um Konstrukteure bei nachhaltigen Engineering-Entscheidungen zu unterstützen. Darüber hinaus nehmen sie konkrete Impulse mit, wie sich der DPP schrittweise in bestehende Entwicklungsprozesse integrieren lässt und welche Potenziale er für zirkuläre und zukunftsfähige Produktentwicklungen eröffnet. Der Vortrag soll dabei nicht nur informieren, sondern inspirieren, den digitalen Produktpass als Chance für die nächste Generation der Produktentwicklung zu verstehen.

Teilnehmer erhalten konkrete Impulse, wie sich der DPP schrittweise in bestehende Entwicklungsprozesse integrieren lässt und welche Potenziale er für zirkuläre und zukunftsfähige Produktentwicklungen eröffnet.

Das Event für Konstruktions- und Entwicklungsleiter

Herausforderungen in der Produktentwicklung effizient lösen

Konstruktionsleiter-Forum
(Bild: VCG)

Der Schlüssel für den Erfolg eines Unternehmens liegt in Konstruktion und Entwicklung. Hier entstehen innovative Produkte, die die Wettbewerbsfähigkeit sichern. Das Konstruktionsleiter-Forum sensibilisiert für die Herausforderungen der Produktentwicklung des 21. Jahrhunderts, und zeigt praxisorientierte Lösungen auf. Dazu zählen Tools und Methoden, um innovative Ideen strukturiert zu entwickeln und den Produktentstehungsprozess schlank und effizient zu gestalten.

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