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Beschichtung Norm DIN 50997 für Stückverzinken mit Zink-Aluminium verabschiedet

Redakteur: Dipl.-Ing. Dorothee Quitter

Der DIN-Normausschuss Materialprüfung (NMP/Arbeitsausschuss Schmelztauchüberzüge) hat die Norm DIN 50997 verabschiedet. In Analogie zur DIN EN ISO 1461 sind damit Zink-Aluminium-Stückverzinkungsüberzüge in einem allgemein gültigen Verfahrensstandard erfasst.

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Serienbauteile bei der Dünnschichtverzinkung mit microZINQ
Serienbauteile bei der Dünnschichtverzinkung mit microZINQ
(Bild: ZINQ Technologie)

Bei der Norm DIN 50997 handelt es sich um einen nationalen Standard, der die Anforderungen an Eigenschaften und Prüfungen von Zink-Aluminiumüberzügen beschreibt, die mittels Dünnschichtverzinken auf gefertigte Eisen- oder Stahlteile aufgebracht werden. Der Aluminiumgehalt der Zinkaluminiumschmelze muss hierbei im Minimum 4,0 % Massenanteil und im Maximum 6,0 % Massenanteil betragen. Da Einflussfaktoren wie der Silizium- oder Phosphorgehalt des Stahls keine Auswirkung auf die optische Ausprägung bei Zink-Aluminiumüberzügen haben, wird im Gegensatz zu Stückverzinkungsoberflächen nach DIN EN 1461 die gesamte Oberfläche des Bauteils unabhängig von der Stahlzusammensetzung gleichmäßig metallisch-silbrig-glänzend erscheinen.

Die örtliche Schichtdicke für Zink-Aluminiumüberzüge muss mindestens 5 μm und die durchschnittliche Schichtdicke für Zink-Aluminiumüberzüge mindestens 6 μm betragen. Für Stückverzinkungsüberzüge nach DIN EN 1461 gelten weit höhere Mindestschichtdicken, die auch verfahrensbedingt aufgrund der Reaktivität der Zinkschmelze selten unterschritten werden können. Für die Korrosionsschutzleistung ist dabei die Zinkschichtdicke weniger entscheidend als die Fähigkeit des Zinküberzuges, stabile Deckschichten auszubilden. Deckschichten bilden sich bei Zink und Zink-Aluminiumüberzügen unterschiedlich: Untersuchungen des Fraunhofer Instituts für Produktionstechnik und Automatisierung (IPA) haben ergeben, dass Zink-Aluminiumüberzüge in der Lage sind, unter atmosphärischer Belastung extrem stabile Deckschichten auszubilden. Im Ergebnis konnte gezeigt werden, dass korrosionsfördernde Elemente wie beispielsweise Chloride aus der Atmosphäre zum Aufbau kristalliner Deckschichten genutzt werden, so dass Korrosion zu Schutz wird.

Die korrosionshemmende Eigenschaft der Deckschichtbildung gilt für alle Zinküberzüge, aber besonders für Zink-Aluminiumüberzüge wie microZINQ, denn hier bilden sich unter korrosiver Belastung geschlossene Deckschichten, die den Korrosionsprozess an der Oberfläche bis zum Stillstand im sogenannten transpassiven Bereich hemmen können. Bereits 2015 erhielt microZINQ die Allgemeine bauaufsichtliche Zulassung (AbZ) vom Deutschen Institut für Bautechnik (DIBt). Die AbZ war der erste Schritt für microZINQ, als Oberfläche in tragenden Anwendungen für Bauprodukte eingesetzt zu werden. (qui)

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