Nieten Nietverbindungen an Wuppertaler-Schwebebahn erfüllen Denkmalschutz-Auflagen

Autor / Redakteur: Heiko Wenke / Brigitte Michel

Nach mehr als 110 Jahren Betrieb war der Haltepunkt Werther Brücke der Wuppertaler Schwebebahn korrodiert und verschlissen. Das Jugendstilbauwerk wird nun saniert und nachgebaut. Ein Niethammer von Atlas Copco Tools wirkt mit, um über 21000 Stahlnietverbindungen der Fassadenkonstruktion zu erstellen.

Firmen zum Thema

Weil Schraubverbindungen aus Denkmalschutzgründen ausschieden, muss die gesamte sichtbare Fassadenkonstruktion des erstmals im Jahr 1900 erstellten Bahnhofs Werther Brücke der Wuppertaler Schwebebahn genietet werden.
Weil Schraubverbindungen aus Denkmalschutzgründen ausschieden, muss die gesamte sichtbare Fassadenkonstruktion des erstmals im Jahr 1900 erstellten Bahnhofs Werther Brücke der Wuppertaler Schwebebahn genietet werden.
(Bild: Atlas Copco Tools)

Die Wuppertaler Schwebebahn, seit März 1901 in Betrieb, wird auf den neuesten Stand der Technik gebracht. Saniert wird unter anderem der Bahnhof Werther Brücke im Stadtteil Barmen: Nach 111 Jahren hatte sich Rost breitgemacht, so dass das Bauwerk im Herbst 2012 Stück für Stück abgetragen werden musste. Am Wiederaufbau ist die Stahlbau Queck aus Düren beteiligt. „Wie bei einem riesigen 3D-Puzzle haben wir in unserem Werk über 5000 Blech- und Stahlteile nach historischem Vorbild vorbereitet“, sagt Projektleiter Volker Laufenberg.

Eine Sanierung vor Ort schied aus, weil etliche Teile der alten Fassadenkonstruktion regelrecht vom Rost zerfressen waren. „Natürlich hätten wir den neuen Bahnhof ganz zeitgemäß auch schweißen und schrauben können“, meint Laufenberg, „aber aus Denkmalschutzgründen mussten die Fassadenelemente originalgetreu rekonstruiert werden.“ An sichtbaren Teilen durften keine Schrauben, Gewinde oder Schweißnähte zu sehen sein, denn letztere kannte man damals nicht.

Bildergalerie

Nietverbindungen für Stahl-Zierleisten

Die Lösung lag im Nieten: Der Nachbau in engster Anlehnung an das Jugendstil-Original umfasst etwa 21000 Nietverbindungen, mit denen unter anderem die massiven stählernen Zierleisten auf die blechernen Verkleidungstafeln aufgesetzt werden. Geeignete Werkzeuge fand Queck bei Atlas Copco Tools. Der Anbieter liefert seine Druckluft-Niethämmer vor allem an die Luftfahrtindustrie, wo das Nieten bis heute zu den wichtigsten Verbindungstechniken gehört. Ein entsprechend umfassendes Angebot an Nietausrüstungen hat Atlas Copco im Programm. Schnell war ein passender Niethammer für die Sanierungsaufgaben gefunden.

Vor allem an schwer zugänglichen Bauteilen der Fassadenbleche kann der handliche Niethammer RRH 14 PTS seine Vorteile ausspielen. Mit seiner Schlagfrequenz von 18 Hz überträgt das Werkzeug mit jedem Schlag eine Energie von 19,5 J auf den Niet. Um die gleiche Energie mit einem hydraulischen Werkzeug zu erzielen, müsste eine Presskraft von etwa 17 t aufgebracht werden.

Neben dem geringen Gewicht von nur 2,2 kg, das vor allem bei Über-Kopf-Arbeiten vorteilhaft sei, hebt der Hersteller insbesondere das integrierte Vibrationsdämpfungssystem hervor: Als serienmäßiges ergonomisches Extra bewirkt ein aktives Druckluftkissen im Werkzeuginnern, dass die RRH-Niethämmer schädliche Schwingungen deutlich reduzieren. Zudem ist ihr Schlagwerk so vom Gehäuse abgekoppelt, dass es die Werker zusätzlich von schädlichen Rückstößen und Vibrationen entlasten soll.

Auch beim Zusammenbau auf der Baustelle vor Ort, rund 18 m über der Wupper, kommen pneumatische Niethämmer zum Einsatz. Ab dem Sommer 2013 wird die Werther Brücke dann wieder im alten Glanz hoch über dem Flussbett der Wupper erstrahlen. (bm)

(ID:40322190)