Werkstoffe Neun Neuheiten aus den Bereichen Metalle und Keramiken

Redakteur: Juliana Pfeiffer

Ceramtec digitalisiert seinen Konfigurationsprozess mit einem Self-Configuration-Tool, Ugitech erweitert sein Stahl-Sortiment um ferritische und martensitische Stähle und Forschende der TU Dresden haben ein halb-auxetisches Material – sind drei von neun Neuheiten aus den Bereichen Metalle und Keramiken.

Forschende der TU Dresden haben ein bislang unbekanntes Phänomen entdeckt: ein 2D-Material, das sich sowohl bei Kompression als auch bei Streckung verbreitert.
Forschende der TU Dresden haben ein bislang unbekanntes Phänomen entdeckt: ein 2D-Material, das sich sowohl bei Kompression als auch bei Streckung verbreitert.
(Bild: TU Dresden)

Ceramtec hat in Zusammenarbeit mit Axel Springer Hy sowie den zwei Berliner Start-ups Clous und Aucta hat ein Self-Configuration-Tool (SCT) entwickelt, mit dem der Konfigurationsprozess für zwei Produktgruppen des Hochleistungskeramikherstellers komplett digitalisiert wird. Die Kunden werden auf der Website in selbsterklärenden Schritten durch den Selbstkonfigurator geführt, was den Bestellprozess sowie Lieferzeiten verkürzt. Für die praktische und kundengerechte Umsetzung liefern die beiden Start-up-Partner Backend-Technologien, die von Kunden hochgeladenen CAD-Dateien auf ihre technische Machbarkeit überprüfen bzw. angefragte Produkte als 3D-Visualisierung darstellen, um diese gemeinsam mit den Kunden online weiterzuentwickeln.

Stahl-Sortiment um ferritische und martensitische Stähle erweitert

Die von Ugitech entwickelten ferritischen Werkstoffe eignen sich aufgrund ihrer weichmagnetischen Eigenschaften für elektromagnetische Aktoren. Sie unterscheiden sich in ihrer relativen magnetischen Permeabilität und Beständigkeit gegenüber Lochkorrosion. So weist z.B. die geschwefelte Stahlsorte UGI 4106 im nicht magnetisch geglühten Zustand bzw. im magnetisch geglühten Zustand eine bessere Korrosionsbeständigkeit auf als die in vielen Anwendungen verwendete klassische Sorte UGI 4105SI. Wenn die magnetische Permeabilität der Referenzsorte UGI 4105SI nicht hoch genug ist, empfiehlt Ugitech die Verwendung von UGIPERM 12FM, mit dem die relative magnetische Permeabilität für elektromagnetische Aktoren von µr = 1600 auf µr = 1800 erhöht werden kann. Die Stahlsorten von Ugitech sind sowohl für den Einsatz in Sensoren als auch in Antrieben geeignet. Der ferromagnetische Werkstoff ist als Rundstab, Sechskantstahl oder Profilstab in verschiedenen Abmessungen erhältlich und kann bei Bedarf von Ugitech weiterverarbeitet werden, zum Beispiel geschliffen oder gezogen.