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Hannover Messe 2018

Neues zur intelligenten Fluid- und Antriebstechnik

| Redakteur: Katharina Juschkat

Von intelligenten Hydraulikaggregaten bis zu einem gläsernen Fahrrad – wir zeigen, was es dieses Jahr auf der Sonderschau „Intelligente Fluid- und Antriebstechnik“ auf der Hannover Messe zu sehen gibt.

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Auf der Sonderschau „Intelligente Fluid- und Antriebstechnik“ gibt es einiges zu sehen – unter anderem ein gläsernes Fahrrad von Schaeffler.
Auf der Sonderschau „Intelligente Fluid- und Antriebstechnik“ gibt es einiges zu sehen – unter anderem ein gläsernes Fahrrad von Schaeffler.
( Bild: Schaeffler )

Auf der Hannover Messe stellt der Verband Deutscher Maschinen- und Anlagenbau VDMA mit der Sonderschau „Intelligente Fluid- und Antriebstechnik“ viele smarte Demonstratoren vor – von einem gläsernen Fahrrad über leuchtende Tanks bis zu Hydraulikaggretat mit Industrie-4.0-Schnittstelle ist einiges vertreten – wir stellen die spannendsten Exponate vor.

Moderne Hydraulik senkt Energiebedarf

Dr. Steffen Haack, Leiter der Business Unit Industrial Hydraulics bei Bosch Rexroth: „Moderne Hydraulik kann alles, was elektromechanische Antriebe können – und das kraftvoller, robuster und mit kompakteren Baumaßen.“
Dr. Steffen Haack, Leiter der Business Unit Industrial Hydraulics bei Bosch Rexroth: „Moderne Hydraulik kann alles, was elektromechanische Antriebe können – und das kraftvoller, robuster und mit kompakteren Baumaßen.“
( Bild: Bosch Rexroth )

Als Beispiel für einen intelligenten Antrieb zeigt Bosch Rexroth den Cytropac, ein ultrakompaktes Hydraulikaggregat mit eigener Intelligenz und Industrie-4.0-Schnittstelle. Der Hersteller hat einen drehzahlvariablen Sytronix-Pumpenantrieb mit Frequenzumrichter, Sensorik und Datenschnittstelle zu einem schaltschranklosen Kompaktaggregat zusammengefasst. Mithilfe der bedarfsgerechten Drehzahlregelung lässt sich der Energiebedarf im Vergleich zu konventionellen Aggregaten laut Herstellerangaben um bis zu 80 Prozent senken. „Moderne Hydraulik kann alles, was elektromechanische Antriebe können – und das kraftvoller, robuster und mit kompakteren Baumaßen“, betont Dr. Steffen Haack, Leiter der Business Unit Industrial Hydraulics bei Bosch Rexroth.

Die Bucher Hydraulics GmbH setzt auf die Verbindung von elektrischer und hydraulischer Antriebstechnik. Auf der Messe zeigt das Unternehmen den Alpha-X-Demonstrator, der ein typisches, in vielen Maschinen vorkommendes Lastprofil abbildet. Besucher können den mit einem kräftigen Federpaket (20 kN) und einer großen Lastmasse (350 kg) ausgestatteten Demonstrator mit einem Joystick bedienen.

Elektrik und Hydraulik verbinden

Auf Hybridbauweise setzt auch die Moog GmbH bei dem elektrohydrostatischen Antriebssystem (EAS). Herzstück ist die elektrohydrostatische Pumpeneinheit (EPU), mit der sich dezentrale Antriebsstrukturen verwirklichen lassen. Zweigleisig fährt das Unternehmen bei der Intelligenz. Dirk Becher, Engineering Manager Pumps and Laboratory, erklärt: „Wir verwenden systemische Intelligenz zum Beispiel für die Überwachung. Sie überprüft, ob das geschlossene hydrostatische System Öl verliert. Außerdem übernimmt es das Monitoring wichtiger Regelgrößen und die Überwachung etwa der richtigen Funktionsweise von Sicherheitsventilen.“ Alle diese dabei erfassten Daten kann das dezentral ausgelegte EAS über Standard-Schnittstellen an ein übergeordnetes Leitsystem weiterleiten.

So könnte die Konstruktion eines Radladers mit dem neuen „Shift in Motion“-Fahrantrieb ausssehen, den Linde Hydraulics in Hannover simuliert.
So könnte die Konstruktion eines Radladers mit dem neuen „Shift in Motion“-Fahrantrieb ausssehen, den Linde Hydraulics in Hannover simuliert.
( Bild: Linde Hydraulics )

Bei der Linde Hydraulics GmbH & Co. KG können Besucher den neuartigen Fahrantrieb „Shift in Motion“ testen. Mit dem Aggregat lassen sich mehrstufige Stillstandsschaltgetriebe bei fahrender Maschine schalten. „Das Besondere ist die elektrohydraulische Synchronisierung“, erklärt Moritz Kelm von der Abteilung „Products & Markets“. „Im Gegensatz zur mechanischen Synchronisierung werden hier weder Synchronringe noch Kupplungen benötigt.“ Die Anpassung der Drehzahlen zwischen Getriebeein- und -ausgang läuft lastfrei ab. Das macht den Schaltvorgang verschleißfrei und steigert den Nutzungsgrad. Linde Hydraulics simuliert auf der Sonderschau den Fahrbetrieb eines Radladers.

Gläsernes Fahrrad mit automatischer Schaltung

Einen Hybridtank mit integrierter Sensorik zeigt die Argo-Hytos GmbH. Animierte LED-Leisten visualisieren, wie der Datenstrom aus dem Tank in einen Controller fließt. Ein aufgeschnittener Tank demonstriert, wie problemlos sich Sensorik zur Ölzustandsüberwachung in das Produkt integrieren lässt. Uli Seeger, Leiter Produktmanagement, erklärt: „Wir zeigen mit den drei bereits integrierten Sensoren die Möglichkeiten auf, die das Erfassen von Daten aus der Hydraulikflüssigkeit bieten.“

Das gläserne Fahrrad auf der Sonderschau „Intelligente Fluid- und Antriebstechnik“ demonstriert das intelligente Zusammenspiel von Mechanik und Elektronik.
Das gläserne Fahrrad auf der Sonderschau „Intelligente Fluid- und Antriebstechnik“ demonstriert das intelligente Zusammenspiel von Mechanik und Elektronik.
( Bild: Schaeffler )

Schaeffler Technologies AG & Co. KG zeigt auf der Sonderschau ein gläsernes Fahrrad. In dem Demonstrator steckt die automatische Fahrradschaltung Velomatic, die für den optimalen Gang und Schaltvorgang sorgen soll. Der Fahrer entscheidet dabei selbst, ob er die automatische Einstellung übernimmt oder sie über ein kundenspezifisches Schaltmodul oder die App Velodaptic ändert.

Aventics führt eine virtuelle Fabrik vor, in der sich der Besucher den jeweiligen Luftverbrauch einzelner Exponate ansehen kann.
Aventics führt eine virtuelle Fabrik vor, in der sich der Besucher den jeweiligen Luftverbrauch einzelner Exponate ansehen kann.
( Bild: Aventics )

Aventics demonstriert mit dem weiterentwickelten Smart Pneumatics Monitors (SPM) das smarte Zusammenspiel von Luftverbrauchern. Dieter Michalkowski vom Global Account Management Bosch bei der Aventics GmbH erklärt : „Unser Messestand dient als virtuelle Fabrik, in der sich der Besucher den jeweiligen Luftverbrauch einzelner Exponate ansehen kann. Jedes Exponat steht exemplarisch für eine Maschine in einer Werkshalle. Wir haben also nicht mehr nur die einzelnen Luftverbraucher, sondern die gesamte Produktion im Visier.“

Hannover Messe 2018: Halle 23, Stand A19

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