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Spindelhubgetriebe Neues Spindelhubgetriebe schafft Gestaltungsfreiheit

| Autor / Redakteur: Andreas Ries, Hartmut Wandel* / Ute Drescher

Neff hat eine neue Generation von Spindelhubgetrieben entwickelt: Zwei gekreuzte und verschweißte Rohre übernehmen dabei die Funktion des traditionellen Getriebegehäuses. Dies ermöglicht nahezu unbegrenzte Gestaltungsfreiheiten.

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Ausgestattet mit kardanischen Aufnahmemöglichkeiten können mit dieser Ausführung Schwenkbewegungen, wie zum Beispiel in Scherenhubtischen oder Klappenverstellungen, einfach umgesetzt werden.
Ausgestattet mit kardanischen Aufnahmemöglichkeiten können mit dieser Ausführung Schwenkbewegungen, wie zum Beispiel in Scherenhubtischen oder Klappenverstellungen, einfach umgesetzt werden.
(Bild: Neff)

Konsequent dem Ansatz des Value-Engineerings folgend, haben die Konstrukteure von Neff eine neue Spindelhubgetriebe-Baureihe hervorgebracht. Die Form folgte dabei stets der Funktion. Das hat dem Unternehmen sogar einen Preis eingebracht: Anfang März 2018 wurde Neff Gewindetriebe feierlich der international anerkannte IF-Design-Award 2018 für die Tubix-Baureihe verliehen. Geschäftsführer Hartmut Wandel fühlt sich bestätigt: „Dass Tubix enormes Potential hat, war uns eigentlich von Beginn an klar. Wenn es auch Juroren überzeugt, freut es uns natürlich umso mehr“.

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Zwei charakteristisch gekreuzte Präzisionsrohre übernehmen beim Tubix-Spindelhubgetriebe die Funktion des traditionellen Getriebegehäuses. Das vereinfacht Materialvariationen. So können zum Beispiel Edelstahl-Spindelhubgetriebe für Anwendungen in der Medizin-, Verpackungs- oder Nahrungsmitteltechnik ohne großen Zusatzaufwand realisiert werden. Dass dabei das Zerspanvolumen im Gegensatz zu herkömmlichen Getriebegehäusen um bis zu 45 % reduziert wird, liegt auf der Hand. Das spart nicht nur Ressourcen, sondern verringert auch die Durchlaufzeit.

Neue Anwendungen erschließen

Ausgehend vom klaren und extrem kompakten Aufbau der Tubix-Hubgetriebe lassen sich reihenweise Applikationen ableiten, die eine Vielzahl von bestehenden Anwendungen abdecken und neue Einsatzmöglichkeiten erschließen. So lässt sich schon die Grundform der neuen Tubix-Getriebe einfach in vorhandene Konstruktionen integrieren. Wahlweise können die Standard-Anbauplatten unterhalb oder oberhalb des Antriebzapfens angebracht werden. Durch die Variation der Grundplatten in Form und Anschlussmaßen ergeben sich darüber hinaus vielerlei Gestaltungsmöglichkeiten. So können die neuen Spindelhubgetriebe auf einfache Weise an bestimmte Kundenanforderungen angepasst werden oder bei der Substitution bereits bestehender Antriebslösungen die schon bestehenden Bohrbilder realisiert werden.

Weiter sind die Rohre mit einer fast beliebigen Länge herstellbar. In Bezug auf das Spindelrohr ergibt sich daraus der Vorteil, dass das Maß zwischen Grundfläche und Antriebswelle problemlos variiert werden kann. Wenn in Folge die Befestigungsplatte am Rohr-Ende verschweißt wird, kann bei sehr schlanken Anwendungen das Spindelrohr als Abstützung dienen. Ein verlängertes Antriebswellen-Rohr in Kombination mit einer Hohlwelle und einem angeschweißten Motorflansch erspart den Einsatz der sonst üblichen Motorglocken, was wesentlich kompakter baut und Kostenvorteile bringt. Durch die Möglichkeit der freien Gestaltung der Anschraubflansche und Rohrlängen können die Hubgetriebe also auch überall dort eingesetzt werden, wo aufgrund vorhandener Konstruktionen beengte Einbaumaße vorliegen.

Weitere Varianten generiert

Neben den bereits bestehenden Spindelhubgetriebebauarten N – Axial verfahrende Spindel und R – Drehende Spindel wurden zwei weitere Standardvarianten generiert. Eine Schubzylinderausführung entsteht durch die Verlängerung des Spindelrohres als Führungsrohr. Durch diese flächige Führung kann die innenliegende Kolbenstange Querkräfte aufnehmen, so dass in bestimmten Fällen auf zusätzliche Führungen verzichtet werden kann. Der Abstreifer am Ende des Spindelrohres schützt das Innenleben vor Schmutz, Feuchtigkeit und Staub. Es liegt also ein vollkommen abgeschlossenes Antriebssystem vor.

Die zweite Variante entsteht durch Verlängerung des Spindelrohres entgegengesetzt zur Hubrichtung: Dieses Spindelrohr wird gleichzeitig zum Schutzrohr. Ausgestattet mit kardanischen Aufnahmemöglichkeiten lassen sich mit dieser Ausführung Schwenkbewegungen, wie in Scherenhubtischen oder Klappenverstellungen, einfach umsetzen.

Damit nicht nur die Grundform des Tubix, sondern auch die verschiedenen Applikationen möglichst einfach dargestellt werden können, wurde zum bekannten Bestellcode die Auswahl der konstruktiven Ausführung mit aufgenommen. Bei dem bisher für Spindelhubgetriebe bestehenden Neff-Bestellcode war die Auswahl der Anbauteile oder die Darstellung von Sonderausführungen nur begrenzt möglich. Das hat sich jetzt geändert: Nun hat der Konstrukteur die Möglichkeit, über eine bebilderte Übersicht bereits vorausgewählte Varianten auszuwählen und diese durch kundenspezifische Angaben wie den Hub individuell auf seinen Anwendungsfall anzupassen.

Als Gewindetrieb kommen wahlweise die Trapezgewindespindeln oder die Kugelgewindetriebe von Neff in verschiedenen Durchmessern und Steigungen zum Einsatz. Auch Gleitgewindetriebe auf Basis von Kugelgewindespindeln sind möglich. Sie haben gegenüber Trapezgewindetrieben einen größeren Kerndurchmesser und sind damit beständiger gegen das Einknicken der Spindel. Zubehör und Anbauteile aus dem Neff-Baukasten wie Befestigungsplatten, Gabelköpfe, Gelenkaugen und Faltenbälge aus den kubischen Spindelhubgetrieben sind auch für die neue Tubix-Baureihe verwendbar. Ab sofort stehen verschiedene Baugrößen für Hubkräfte bis 150kN zur Verfügung. (ud)

Hannover Messe 2018: Halle 5, Stand E34

* Andreas Ries, Entwicklung, Hartmut Wandel, Geschäftsführung Neff Gewindetriebe GmbH, Weil im Schönbuch

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